Gelsenkirchen: Aktionen zum Tag gegen Homophobie

Zum Internationalen Tag gegen Homophobie am Dienstag finden verschiedene Aktionen in Gelsenkirchen statt. Das ist geplant.
Zum Internationalen Tag gegen Homophobie am Dienstag finden verschiedene Aktionen in Gelsenkirchen statt. Das ist geplant.
Haben Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homophobie organisiert: (oben v. l.) Alexandra Dumont Neslihan Kanbur, Zeyneb Al-Jaanabi und Enis Akin sowie (unten v. l.) Dagmar Eckart und Asmaa El Makhoukhi-Mekkaoui aus der städtischen Gleichstellungsstelle. Foto: Stadt Gelsenkirchen

 

Der Internationalen Tag gegen Homophobie, Biphobie, Trans*phobie und Inter*phobie (IDAHOBIT*) erinnert an den 17. Mai 1990. An diesem Tag beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu werten. In Gelsenkirchen wollen die Gleichstellungsstelle, die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen und das Queere Jugendzentrum together Gelsenkirchen ein klares Zeichen gegen Queerfeindlichkeit und für mehr Akzeptanz setzen.

So hat die Stadt vor dem Hans-Sachs-Haus und dem Rathaus in Buer die Regenbogenflagge gehisst. Die Gleichstellungsstelle beteiligt sich auch in diesem Jahr an der landesweiten Aktion „Weg mit den Barrieren in den Köpfen“ des Queeren Netzwerks NRW e.V. Die Kampagne stellt die mehrfache Ausgrenzung von queeren Menschen in den Vordergrund. Sie gehören aufgrund von unter anderem Behinderung oder Beeinträchtigung, ethnischer Herkunft oder Weltanschauung zu einer ausgegrenzten Gruppe und erfahren dadurch Mehrfachdiskriminierungen.

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Gesamtschule Gelsenkirchen will queere Schüler unterstützen

Ferner planen eine Schule und Jugendzentrum Aktionen: Mit einem offenen Mittagsangebot für queere Schülerinnen und Schüler wollen die Lehrkräfte Marcie Krafzik und Sven Pörsch der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen ein klares Zeichen gegen Queerfeindlichkeit im schulischen Alltag setzen. Unterstützt werden sie von der schulischen Bücherei, die ihr Büchersortiment um queere Themen ergänzt und im sogenannten Pride Month ausstellt. „Angebote wie diese sind notwendig an Schulen, denn es outen sich Schülerinnen und Schüler an unserer Schule und genau diese müssen wir unterstützen“, erklärt Sven Pörsch.

Mauern einreißen will das Jugendzentrum „together – jung.lesbisch.schwul.bi.trans*“. Zu diesem Zweck hat die Community hier ihre individuellen Diskriminierungserfahrungen auf Mauersteine geschrieben, die durch ein Gerüst aus positiven Erlebnissen zusammengehalten werden. Mit dem Einreißen der Mauer soll ein symbolisches Zeichen gegen Diskriminierungen gesetzt werden. Mit der Aktion werden die Jugendlichen mehrere Christopher Street Days (CSD) in Deutschland besuchen. Im „together“ in der Wildenbruchstraße 13 haben queere Jugendliche zwischen 14 und 26 Jahren die Möglichkeit zum Kennenlernen, Freunde finden, Treffen, Quatschen und Spaß haben. Bei Fragen oder Problemen gibt es vor Ort geschultes Personal zur Unterstützung.

Akin: „Benachteiligung gehört zur Alltagsrealität“

Warum der Aktionstag notwendig ist, erklärt Enis Akin von der städtischen Gleichstellungsstelle: „Obwohl queere Rechte Menschenrechte sind, gehört die Benachteiligungen aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität nach wie vor zur traurigen Alltagsrealität.“ So ist beispielsweise die Zahl der Straftaten im Themenfeld der „Geschlechtlichen und sexuellen Identität“ im Jahr 2021 deutlich um 66 Prozent angestiegen. Auch im Themenfeld „Sexuelle Orientierung“, in dem homophobe Straftaten erfasst werden, sind die Fallzahlen um rund 50 Prozent angestiegen. 55 Prozent der queeren Jugendlichen haben in der Schule Erfahrungen mit verbalen Angriffen gemacht. Und zehn Prozent erleben körperliche Gewalt in der Schule, Ausbildung oder am Arbeitsplatz.

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