Schalke Fan-Club „Anno 1904“ wehrt sich gegen Aussagen von Pfarrer Hans-Joachim Dohm

Die Schalker Mitgliederversammlung verlief weitgehend harmonisch. Foto: Neubaum

Die Schalker Mitgliederversammlung verweigerte dem früheren Arena-Pfarrer Hans-Joachim Dohm die Aufnahme in das Ehrenpräsidium. Daraufhin sprach Dohm von „Sippenhaft“.  Der Fan-Club  „Anno 1904“ kann manche Aussagen von Dohm nicht nachvollziehen.

„Anno 1904“ hat in einer Stellungnahme Dohm heftig kritisiert. Seine Enttäuschung, nicht in das Ehrenpräsidium berufen worden zu sein, sei zwar verständlich, „allerdings ist es nicht richtig, dass man als Mensch mit Behinderung nur in der VIP-Lounge mit Begleitung an Schalke-Spielen teilnehmen könnte.  Das suggerieren Dohms häufig in den Medien zitierte Worte: „Für mich ist es nun mit meiner Behinderung nicht mehr möglich, ins Stadion zu kommen.“

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Klaus Dieter Seiffert, Gelsenkirchener Inklusionsaktivist und Mitglied der AG Schalke ist sauer: „Mit seinen Worten entwertet Jochen Dohm im Grunde das, was unser Verein für Barrierefreiheit bisher geleistet hat. Zwar gibt es immer noch jede Menge Barrieren, aber Menschen mit Behinderung können bei Bedarf mit Begleitung dabei sein. Eigentlich sollte Jochen das wissen. Offenbar hat er überhaupt nicht verstanden, um was es geht“.

27 Jahre arbeitete Dohm ehrenamtlich für die Königsblauen und war lange Mitglied und Vorsitzender des Ehrenrates. Doch Schalke-Mitglied Günther Hein-Reipen gab auf der Mitgliederversammlung zu bedenken: „Jochen Dohm hat seine Amtsführung darauf ausgerichtet, alles beim Alten zu lassen“. Deshalb sei er gegen die Wahl von Dohm ins Ehrenpräsidium, weil dieser für das alte Schalke stehe, dass bei den Vorständen und Aufsichtsräten der Jahre 2019 und 2020 nicht entlastet worden war.

Gerd Rehberg sah das jedoch ganz anders und warf sich für Dohm in die Bresche. Der Schalker Ehrenpräsident appellierte an die Vereinsfamilie, Dohm zu wählen. Doch das war vergeblich. Das Ergebnis: Die Wahl von Pfarrer Hans-Joachim Dohm ins Ehrenpräsidium wurde deutlich mit 727 zu 1647 Stimmen abgelehnt.

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Frank Leszinski
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