Schalkes neuer Trainer Frank Kramer: “Die Kritik spornt mich zusätzlich an”

Der neue Trainer im Mittelpunkt: Frank Kramer mit Rouven Schröder (l.) und Peter Knäbel. Foto: Schalke 04

Wie berichtet ist Frank Kramer neuer Cheftrainer des FC Schalke 04. Nach Durchsickern der Nachricht am Pfingstmontag gab es in den “sozialen Medien” für diese Entscheidung reichlich Kritik.

Am Dienstagvormittag unterschrieb er einen Zweijahres-Vertrag, am Mittag saß er dann gemeinsam mit Sportvorstand Peter Knäbel und Sportdirektor Rouven Schröder auf dem Podium im Medienraum der Veltins-Arena: Schon vor der Präsentation von Frank Kramer als neuem Schalker Cheftraner hatte es allerdings reichlich Gegenwind gegeben.

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Appell von Peter Knäbel

In den “sozialen Medien” hagelte es so viel Kritik an dieser Schalker Personal-Entscheidung – offenbar auch in unflätiger Form -, dass sich Peter Knäbel zu einem Appell veranlasst sah: “Ab heute ist Frank Kramer ein Schalker. Es wird immer viel von Respekt und Demut geredet. Und ich erwarte, dass Frank Kramer so behandelt wird, wie man selbst auch von Vereinskameraden behandelt werden möchte”.

Kramer reagierte äußerlich gefasst auf die ersten Fan-Reaktionen: “Die Kritik”, so der 50-Jährige, “spornt mich noch zusätzlich an”. Der Name Frank Kramer ist offensichtlich nicht der, mit dem ein Teil der Schalker Vereinsfamilie die ganz großen Sehnsüchte verbindet. Wer von Raul, Adi Hütter, Zsolt Löw, mindestens aber von Florian Kohfeldt oder Bruno Labbadia träumte – um nur einige Namen zu nennen – sieht in Kramer eher den Trainer, der beim Absteiger Arminia Bielefeld in der vergangenen Saison den Laufpass erhielt.

“Zwischen Mike und mir passt kein Blatt Papier”

Dabei ist Kramers Vita wesentlich üppiger. “Im höchsten Jugendbereich”, so Rouven Schröder, habe Kramer bereits gearbeitet. Schröder kennt Kramer seit gemeinsamen Zeiten bei der Spvgg. Greuther Fürth, wo sich auch Kramers Wege mit Mike Büskens und Schalkes Team-Manager Gerald Asamoah kreuzten.

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Asamoah war unter Kramer noch Spieler in Fürth, und Büskens war bei der Spvgg. sowohl Kramers Vorgänger als auch sein Nachfolger als Cheftrainer. “Zwischen Mike und mir passt kein Blatt Papier”, erklärte Kramer auf Nachfrage.

Trainersuche war “dynamischer Prozess”

Die musste natürlich gestellt werden, weil die Personalie Mike Büskens nicht ganz ohne Brisanz ist. Schalkes Aufstiegstrainer kehrt bekanntlich als Co-Trainer auf die Bank zurück, und in dem “dynamischen Prozess”, als den Peter Knäbel die Schalker Trainersucht und -findung beschrieb, spielte das offenbar eine nicht kleine Rolle.

Denn zwischen den Worten war schon zu hören, dass die Präsenz des Aufstiegshelden direkt nebenan auf der Bank den einen oder anderen Kandidaten wohl eher abgeschreckt als ermutigt hätte – man habe, so Rouven Schröder, mit anderen Kandidaten schließlich durchaus gesprochen. Aber man werde, so Peter Knäbel, vom “Schalker Weg” nicht abweichen.

Das heißt: Die Saison in der Ersten Liga soll inklusive des neuen Chefes gemeinsam mit dem Trainer-Team in Angriff genommen werden, dass den Wiederaufstieg geschafft hat. Die Zeiten, in denen ein neuer Cheftrainer für einen Komplett-Austausch des Trainer-Stabs gesorgt hat, sollen vorbei sein. Sportliche Erfolgsgarantieren gibt es ohnehin nicht, außerdem sind solche Personal-Rochaden sehr kostspielig.

Mannschaftsspieler mit Führungsqualitäten

Frank Kramer sei, so Rouven Schröder, ein “Teamplayer mit Leadership”. Soll heißen: Ein Mannschaftsspieler mit Führungsqualitäten. Aber eben einer, der auch andere machen lassen würde. Einen wie Mike Büskens eben.

Trainingsstart ist am 20. Juni. Dann wird auch der Kader noch mehr Konturen bekommen haben. Weitere Personalien sollen noch in dieser Woche verkündet werden.

Norbert Neubaum
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