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Erzielte gegen Paderborn drei Tore selbst und bereitete eins vor: Schalkes Mark Uth. Foto (Archiv): Rabas

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Neues Ruhr-Wort

5:1 gegen Paderborn: Schalkes Uth macht den Unterschied

Schalke gewinnt das Testspiel gegen Bundesliga-Absteiger SC Paderborn mit 5:1. Mark Uth trifft dreimal, Kilian Ludewig gibt sein Debüt im S04-Trikot.

Der junge Mann, einer von 300 Zuschauern, war ganz aus dem Häuschen, wirkte fast ein bisschen erschrocken: „Was ist das denn? Tempo auf unserer rechten Seite? Hab ich ja schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen!“

Schalkes von RB Salzburg ausgeliehener Rechtsverteidiger Kilian Ludewig hatte gerade einen Sprint angezogen, den Vorstoß auch noch mit einer brauchbaren Flanke abgeschlossen und so immerhin schon einmal den Beweis angetreten, dass sich die zuletzt arg gebeutelten S04-Fans doch noch zu, wenn auch kleineren, Begeisterungsstürmen hinreißen lassen.

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“Rückkehr des Lächelns”

So ein Testspiel unter der Woche ist manchmal also doch mehr als eine bloße Beschäftigungstherapie für die Nicht-Nationalspieler. Schalkes 5:1 (3:1)-Sieg gegen den Bundesliga-Absteiger SC Paderborn im Parkstadion dürfte in diese Kategorie fallen.

Und das nicht nur, weil er dem Bundesliga-Schlusslicht „das Lächeln zurückbringt“, wie Trainer Manuel Baum erkannt hat. Sondern auch, weil der neue Schalker Chefcoach wichtige Erkenntnisse gewonnen haben wird.

Ludewig mit guten Ansätzen

– Schalke hat sich durch die Ausleihe von Ludewig, zuletzt beim englischen Zweitligisten FC Barnsley am Ball, auf dieser Position offenbar zumindest nicht verschlechtert. Der 20-Jährige wirkt zwar noch nicht ganz so robust wie der vom FC Everton ausgeliehene Jonjoe Kenny, zeigte aber durchaus gute Ansätze. Ein seriöses Urteil lässt sich aber erst dann fällen, wenn Ludewig sich auch gegen „abgezockte“ Bundesliga-Profis wie beispielsweise Max Kruse von Union Berlin am Sonntag in einer Woche behaupten muss.

– Schalke hat, oft genug nicht erkennbar, Spieler, die in der Lage sind, das Heft in die Hand zu nehmen. Omar Mascarell zeigte gegen Paderborn, dass er bei völliger Fitness wieder das Herzstück im Schalker Maschinenraum, dem defensiven Mittelfeld, werden kann. Und Mark Uth bewies, dass einmal verliehene Spieler nach ihrer Rückkehr nicht unbedingt zu lustlosen Dienst-nach-Vorschrift-Profis schrumpfen müssen.

Lob von Manuel Baum

„Mark ist für mich ein Führungsspieler“, lobte Baum seinen zwischen offensivem Mittelfeld und Sturmspitze pendelnden „Freigeist“. Uth erzielte gegen Paderborn drei Tore und bereitete eins vor. Ständig anspielbereit und voller Tatendrang war er der „Unterschiedspieler“. Manuel Baum schätzt an Uth, „dass er auch Dinge macht, die ihm vorher kein Trainer auf die Taktik-Tafel malt. Und solche Spieler brauchst du.“

– Erkenntnisreich war auch die Fähigkeit der Mannschaft, den Plan eines Trainers, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten, in die Tat umsetzen zu können. „Du kannst als Trainer vorher sagen, was du willst. Umsetzen muss es die Mannschaft. Und dafür gebührt ihr heute ein Lob“, freute sich Baum, dessen Grundordnung ein 4-1-4-1 war.

– Die vielleicht wichtigste Erkenntnis gewann aber wohl die Mannschaft selbst. Nämlich die, dass auch nach einem Rückstand noch nicht aller Tage Abend ist. Denn der Test gegen Paderborn begann im Prinzip wie die letzten S04-Spiele – mit Rückschlägen: Erst scheiterte Nabil Bentaleb mit einem Handelfmeter an SC-Torhüter Leopold Zingerle (12.), dann brachte Kai Pröger die Gäste mit 1:0 in Führung.

Doch diesmal gingen die Schalker Köpfe nicht sofort runter und die Königsblauen schafften noch die Wende – eine ganz neue, wichtige und gute Reaktion.

Es war nur ein Test – aber einer, der ein kleines Licht am Ende des dunklen Schalke-Tunnels erkennen lässt.

Schalke 04: Rönnow – Ludewig, Thiaw, Nastasic (46. Stambouli), Oczipka (85. Becker) – Mascarell – Raman, Bentaleb (76. Mercan), Uth (85. Taitague), Skrzybski – Ibisevic (46. Paciencia)
Tore: 0:1 Pröger (13.), 1:1/2:1 Uth (20./30.), 3:1 Ibisevic (45.), 4:1 Raman (56.), 5:1 Uth (82.)

Norbert Neubaum
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