Hat ihre Stelle als Buersche City-Managerin gekündigt: Aylin Gimmerthal. Foto: André Przybyl (Archiv)

City-Managerin Buer: Reaktionen auf den Rückzug

Rund 19 Monate war sie Amt – nun hat Aylin Gimmerthal ihre Stelle als Buersche City-Managerin gekündigt. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus.

„Ich habe eng mit Aylin zusammengearbeitet und schon damit gerechnet, dass sie aufhört“, erklärt Udo „Ole“ Siemienski, Vorsitzender der Werbegemeinschaft (WG) Buer. Sich derart geäußert habe sie sich ihm gegenüber allerdings nicht. „Es war nur ein Gefühl.“ Trotz Corona habe Aylin Gimmerthal seiner Meinung nach etwas in Buer erreicht. „Zum Beispiel hat sie ein Late-Night-Shopping auf den Weg gebracht und auch die Blumenampeln gehen auf ihre Rechnung.“ Er habe gerne mit ihr zusammengearbeitet. Siemienski plädiert dafür, „eine adäquate Nachfolge“ zu finden. „Die Nachfolgerin oder der Nachfolger sollte vernünftig ausgewählt werden und ich hoffe, dass wir als WG zu den Vorstellungsgesprächen eingeladen werden“, sagt Siemienski, „Das Konzept ist richtig.“

Budget gegen Null

Die Stelle der City-Managerin wurde im November 2019 durch einen Kooperationsvertrag der Stadt mit der Buer Management GmbH (BMG) geschaffen. Die WG Buer war Partner. Finanziert wurde die Stelle zunächst für drei Jahre je zur Hälfte von der Stadt und der BMG. Zu den Aufgaben von Aylin Gimmerthal gehörte es unter anderem, Veranstaltungen zu koordinieren und zu unterstützen, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und den Standort in den Geschäftsstraßen zu entwickeln. Nach Informationen von Hallo Buer stand ihr dafür allerdings ein Budget zur Verfügung, das gegen Null ging. Auch habe sie kaum Unterstützung von der Stadt, der BMG sowie den Buerschen Einzelhändlern erhalten.

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Die CDU-Ratsfraktion äußerte sich als erste öffentlich zu der Kündigung: Mit Überraschung und Bedauern habe die Fraktion zur Kenntnis genommen, dass Aylin Gimmerthal ihre Tätigkeit zum 15. Juni beende. „Gerade jetzt, wo die Verwaltung die Stelle einer weiteren City-Managerin für den Stadtteil Horst plant, ist eine zusätzliche vakante Stelle in diesem Bereich gerade für den Stadt-Norden ein unglückliches Signal“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erfolgreiche Arbeit für Verknüpfung unabdingbar

„Die erfolgreiche Arbeit eines City-Managers bzw. einer City-Managerin ist für die Verknüpfung der Akteure vor Ort unabdingbar“, erklärt Werner Wöll, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat. Die seit neun Jahren in der Gelsenkirchener City tätige City-Managerin Angela Bartelt beweise dies durch erfolgreiche Formate. „Wir hoffen daher, dass die Stadt die vakant werdende Stelle zeitnah neu besetzt und dabei die Planung der Besetzung derselben Stelle in Gelsenkirchen Horst nicht außer Acht lässt“, sagt Wöll.

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Klare Kritik äußern Bueraner auf dem Facebook-Kanal „I love Buer“ von Hallo Buer: „Digitalisierung, also der Aufbau eines gemeinsames Webshops für alle Bueraner Geschäfte gerade in Zeiten einer Pandemie, wäre die dringendste Aufgabe gewesen“, kommentiert Michael Robionek. Dazu hätte man leerstehende Schaufenster im Rahmen einer Zwischennutzung Künstlern und Gestaltern aus Gelsenkirchen zur Verfügung stellen können, um das Stadtbild in Zeiten der Krise wenigstens zu verschönern. „Nichts ist passiert“, schreibt Robionek. „Gastronomen in Buer, die mittlerweile aufgegeben haben, bekamen die ‚Citymanagerin’ nie zu Gesicht.“ Die Bilanz sei jedenfalls blamabel für Buer.

Vergleich zu Gelsenkirchener Süden hinkt

Anders sieht das Stadtsprecher Martin Schulmann. „In dem Rahmen, der ihr zur Verfügung stand, hat sie eine Menge erreicht“, erklärt er. Der Vergleich zwischen Buer und dem Gelsenkirchener Süden hinke. „Der Süden ist anders aufgestellt“, sagt Schulmann. „Dort wird Angela Bartelt mit zusätzlichem Geld von der dortigen Werbegemeinschaft unterstützt.“ Die Mittel, die ihr zur Verfügung stünden, seien ein Budget der WG, nicht eines der Stadt.

„Stadt, BMG und WG müssen nun an einem Strang ziehen, um gemeinsam eine Nachfolge zu finden“, erklärt  BMG-Sprecher Siegbert Panteleit gegenüber Hallo Buer. Ein „abgestimmtes Vorgehen“ sei nun wichtig. „Erste Gespräche haben bereits stattgefunden“, sagt Panteleit. „Ich bin guter Dinge, dass bald eine Lösung gefunden wird.“ Nicht zu erreichen  war Aylin Gimmerthal selbst.

André Przybyl
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