Edith Holl, Leiterin der Agentur für Arbeit in Gelsenkirchen. Foto: Agentur für Arbeit

Corona-Krise: Zahl der Arbeitslosen steigt

Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt in Gelsenkirchen erreicht. Waren die Auswirkungen im März noch kaum spürbar, so stehen die Zahlen für April ganz im Zeichen der Krise.

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Im abgelaufenen Monat waren in Gelsenkirchen 18.381 Personen arbeitslos gemeldet, 1.419 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote steigt um 1,1 Prozentpunkte auf 14,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat die statistische Arbeitslosigkeit in Gelsenkirchen um 1.419 Personen zugenommen.

Edith Holl: “Schmerzlicher Rückschlag”

Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Im Berichtsmonat waren 1.724 junge Frauen und Männer im Alter von unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet (+121). Das waren 295 mehr als im April 2019. 474 Jugendliche entfielen auf die Arbeitsagentur (+76 zum Vormonat), 1.250 junge Frauen und Männer wurden durch das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (Jobcenter IAG) betreut (+45 zum Vormonat und +183 zum Vorjahr).

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„Zuletzt war der Arbeitsmarkt in Gelsenkirchen robust. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind ein schmerzlicher Rückschlag für den Gelsenkirchener Arbeitsmarkt“ kommentiert Edith Holl, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Gelsenkirchen. „Die steigende Arbeitslosenzahl ist die Folge des verhängten Lockdowns und der eingeschränkten Möglichkeiten, aktuell eine neue Arbeitsstelle zu finden“.

Agenturchefin lobt Instrument der Kurzarbeit

Nur 208 neue Arbeitsstellen wurden gemeldet – im Vergleich zum Vormonat 270 Stellen weniger. Zum anderen haben seit Anfang März 1.651 Betriebe geprüfte Kurzarbeit angezeigt. 24.347 Personen sind von diesen Anzeigen betroffen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist vom März auf April gestiegen. „Mit Hilfe der Kurzarbeit werden hunderte Arbeitsplätze gesichert“, lobt Edith Holl dieses Instrument.

Gegenüber früheren Erfahrungen sei allerdings neu, dass nahezu alle Branchen von Kurzarbeit betroffen seien, auch die kleineren Betriebe, die bisher mit Kurzarbeit nicht in Berührung gekommen sind. „In den vergangenen Jahren waren es häufig Industriebetriebe und deren nahestehende Branchen, wie etwa die Logistik“, erläutert die Agenturchefin.

Diese Branchen sind am stärksten betroffen

Die Branchen der Arbeitnehmerüberlassung waren neben dem Handel, Instandhaltung und Reparatur von KfZ sowie dem verarbeitenden Gewerbe (dazu zählen beispielsweise die Metall-, Elektro- und Stahl-Industrie) am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (Jobcenter IAG) wurden 14.442 Arbeitslose gezählt, 981 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat die statistische Arbeitslosigkeit um 1.616 Personen zugenommen. Im aktuellen Berichtsmonat lag die Unterbeschäftigung im Rechtskreis des SGB II bei 19.675 Personen, das waren 323 mehr als im März und 1081 mehr als im April 2019.

Auch Jugendliche sind betroffen

In Gelsenkirchen waren im April 1.686 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchen, das sind 69 weniger als im Vorjahr. Demgegenüber stehen 1.012 gemeldete Berufsausbildungsstellen, 101 weniger als im Vorjahr. Auch hier hat die Pandemie Rückgänge verursacht.

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