Minister Andreas Pinkwart informierte sich in Gelsenkirchen über die „Vernetzte Stadt“ –Foto: Boris Spernol

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck“

Die „Vernetzte Stadt“ bringt in Gelsenkirchen immer mehr Projekte auf den Weg. NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart besuchte darum am Dienstag den digitalen „Markt der Möglichkeiten“ im stadt.bau.raum.

Ob Visualisierung von Open Data, Extended Reality Festival und Sportangebote, die Smartphone-Bürger-ID als digitale Authentifizierungslösung oder das Open Innovation Lab im Arena Park als Testlabor für Smart-City-Anwendungen – die Projekte der digitalen Modellregion Emscher-Lippe zeigen die Vielfalt der Digitalisierung auf. Gelsenkirchen hat als sogenannte Leitkommune acht Projekte in den Bereichen digitale Verwaltung und digitale Stadtentwicklung auf den Weg gebracht. Im kleinen Teilnehmerkreis präsentierten am Dienstag Projektverantwortliche Minister Andreas Pinkwart und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski ihre Projektfortschritte, darunter auch Demo-Versionen ihrer Anwendungen

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Emscher-Lippe mit der Leitkommune Gelsenkirchen ist eine von fünf digitalen Modellregionen in NRW. Das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalministerium (MWIDE) hat das Förderprogramm ins Leben gerufen. Es möchte die landesweite Digitalisierung vorantreiben. Ziel des Förderprogramms ist die Entwicklung übertragbarer Lösungen und innovativer Anwendungen für digitale Verwaltung (E-Government) und digitale Stadtentwicklung (Smart City).

Regionen tauschen sich aus

Erstmals verschaffte sich Minister Pinkwart nach zwei Jahren Projektlaufzeit vor Ort eine Überblick über die  Entwicklung au dem Weg zum digitalen Bürgerbüro. Pinkwart sagte, er sei „Ausgesprochen dankbar“ für die Initiative, die Stadt und Region ergriffen haben. Der Minister lobte auch, dass sich die Regionen ich untereinander austauschen und abstimmen. Dass sie sich ergänzen und es nicht zu viele Überschneidungen gebe.

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Die Corona-Pandemie führe deutlich vor Augen, dass die Digitalisierung keine Altersgrenzen kenne oder sich nur auf bestimmte Berufsgruppen beziehe. So sei etwa auch für Großeltern klar geworden, dass jetzt „digital werden“ müssten,  um weiterhin Kontakt Zu halten. Die Modellregeionen seien „Reallabore für den bequemen Kontakt mit der Verwaltung vom Sofa aus“, sagte Pinkwart. Über die Regionen hinaus entfalten sich eine Wirkung für ganz NRW.

Städte kooperieren

Der Minister informierte sich über die Kooperation von Aachen und Gelsenkirchen bei der „Smartphone-Bürger-ID“. Ziel ist ein sicheres Authentifizierungsverfahren, das auch bundesweit Beachtung findet. Das Projekt „GeoSmartChange“ erstellt einen „digitalen Zwilling“ der Städte Bottrop, Gelsenkirchen und des Kreises Recklinghausen, der die Arbeit von Verwaltung, Unternehmen und Bürgern im Planung- und Genehmigungsbereich erheblich erleichtern wird.

OB Baranowski betonte, dass Gelsenkirchen bereits seit drei Jahren unter dem Label der „Vernetzten Stadt“ verschiedene Projekte und Unternehmen bündelt und zusammenbringt. Dass die Stadt „mit ihren Projekten und ihrer hervorragenden technischen Infrastruktur wie dem flächendeckenden Glasfasernetz Teil des NRW-Landesprojektes ‚Digitale Modellregionen NRW‘“ sei freue ihn besonders. „Das ist eine große Chance, die wir nutzen wollen. Es ist eben mehr als „nur“ eine vernetzte Stadt. Es ist eine vernetzte Region “, so Baranowski. Denn so biete sich die Chance, noch mehr Projektideen und Unternehmen zusammenzubringen, um voneinander zu lernen und sich auszutauschen, als dies allein innerhalb einer Stadt möglich sei.

 Pinkwart: „Mensch steht immer im Mittelpunkt“

Er sehe in Gelsenkirchen, wo es innovative Digital-Startups gebe, die Chance, „einen Informationstechnologie-Cluster aufzubauen, der weitere neue Jobs und zukunftsweisende Impulse für die Entwicklung der ‚Vernetzten Stadt‘ und weit darüber hinaus mit sich bringt“, sagte Baranowski. Der Oberbürgermeister machte aber zugleich deutlich, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sei. Sie müsse dazu beitragen, die Lebensverhältnisse in Stadt und Region zu verbessern. Auch

Die Projekte seien das Ergebnis der Vernetzung von Projektpartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. „Wenn aus den initiierten Projekten wiederum Anwendungen und digitale Lösungen für die Vernetzung der Menschen in der Stadtgesellschaft entstehen, wird unsere Vision, die wir als Vernetzte Stadt haben, sichtbar“, hofft Manfred vom Sondern, der bei der Stadt für Digitialisierung als sogenannter CDO verantwortlich ist.

Acht Projekte

DigiKnow – der 7. Sinn der Digitalisierung vermittelt mit einfach aufbereiteten Erklärvideos diverse Digitalisierungsthemen, stellt digitale Innovationen und Projekte aus NRW vor und macht so den Fortschritt sichtbar sowie die digitale Transformation nachvollziehbar und vertrauenswürdig.

Im Projekt GeoSmartChange wird per Bildbefahrung der Städte Bottrop und Gelsenkirchen sowie des Kreises Recklinghausen ein digitaler Zwilling der gesamten Emscher-Lippe-Region erschaffen. Auf dieser Basis können viele Verwaltungsaufgaben direkt vom Schreibtisch aus erledigt werden – die Bürgerschaft profitiert von einer schnelleren Prozessabwicklung.

Im Projekt IVOD (Interaktive Visualisierung von Open Data) wirdeine sogenannte Spezifikation, ein Werkzeug für die Strukturierung von Open Data sowie Softwarekomponenten für die interaktive und visuell ansprechende Darstellung offener Daten entwickelt.

Das Open Innovation Lab (OIL) im ARENA PARK gilt als Leuchtturmprojekt für die digitale Stadtentwicklung. In dem für regionale Akteure zugänglichen digitalen Zukunftslabor sollen vielfältige Smart-City-Lösungen und neue Technologien anhand konkreter Anwendungsfälle (Use Cases) erprobt, sichtbar gemacht und erlebt werden können.

Als erster Use Case des OIL aus dem Bereich Smart Health fungiert das Projekt Next Level Sports, in dem erlebnisorientierte Mixed-Reality-Sport- und Bewegungsangebote für verschiedene Anwendungsszenarien entwickelt werden.

Im Projekt Smartphone-Bürger-ID wir eine nutzerorientierte, sichere digitale Identität für die Nutzung von E-Government-Diensten entwickelt. Damit können künftig Behördengänge zuverlässig, einfach und sicher über das Smartphone abgewickelt werden.

Das Places _ Virtual Reality Festival in GE-Ückendorf schafft eine wirkungsvolle Plattform für die junge Extended-Reality-Szene, digitale Start-ups und Hochschullabore und bringt Nutzer und Macher der Szene zusammen. Das Festival findet dieses Jahr vom 20. bis 22. August teils vor Ort und teils digital statt.

Für die kontinuierliche sowie sichere digitale Erfassung und Übermittlung von Verbrauchsdaten wird ein gesamtstädtisches Verbrauchsdatenmanagementsystem entwickelt. Dadurch ist eine langfristige und nachhaltige Bewirtschaftung der städtischen Liegenschaften mit positiven Umwelteffekten möglich.

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