IHK: Ausbildungsmarkt erholt sich weiter

Der Ausbildungsmarkt hat sich nach Auskunft des Hauptgeschäftsführers der IHK Nord-Westfalen, Dr. Fritz Jaeckel, 2023 weiter stabilisiert.
IHK: Ausbildungsmarkt erholt sich weiter

Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen. Foto: IHK Nord Westfalen

8.729 junge Menschen haben 2023 im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region eine betriebliche Ausbildung in IHK-Berufen begonnen. Das sind zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor, meldet die IHK Nord Westfalen. „Der Ausbildungsmarkt hat sich 2023 weiter stabilisiert“, resümiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel. Landesweit betrug das Wachstum nur ein Prozent.

Das Defizit im Vergleich zu den Jahren vor Ausbruch der Coronapandemie verringerte sich damit weiter. „Aber immer noch haben wir im vergangenen Jahr 900 Ausbildungsverträge weniger als noch 2019 eingetragen“, berichtet Jaeckel und kündigt an, dass der für Frühjahr geplante Start der alljährlichen Ausbildungsoffensive vorgezogen wird. „Wir wollen den Aufholprozess in diesem Jahr beschleunigen und die Unternehmen noch stärker dabei unterstützen, mit Schulabgängern in Kontakt zu kommen.“

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Als erste Maßnahmen werden, laut Auskunft des Wirtschaftsverbandes, noch im Januar alle bei der IHK registrierten Ausbildungsbetriebe angeschrieben, um nicht besetzte Ausbildungsplätze zu erheben. „Das Team Passgenaue Besetzung bringt dann suchende Betriebe mit geeignet erscheinenden Ausbildungsplatzbewerbern gezielt zusammen. Zudem werden die Angebote in der IHK-Lehrstellenbörse aufgenommen“, so Jaeckel.

Besonders freut sich der IHK-Hauptgeschäftsführer über die Entwicklung des Ausbildungsmarktes in der Emscher-Lippe-Region. 2.624 Ausbildungsstarter im vergangenen Jahr bedeuten ein Plus von 4,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2022 (2.511). Die Stadt Gelsenkirchen (+ 7,1 Prozent) und der Kreis Recklinghausen (+ 5,0 Prozent) legten spürbar zu. Von Unternehmen aus Bottrop trug die IHK dagegen 14 Ausbildungsverträge weniger (- 4,9 Prozent) ein als im Jahr davor.

In Münsterland stieg 2023 die Zahl der neuen Auszubildenden leicht von 6.051 auf 6.105 (+ 0,9 Prozent). Die Region gibt dabei ein uneinheitliches Bild ab. Besonders stark erholte sich der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf. Die Zahl der Ausbildungsstarter stieg hier von 882 auf 936 (+ 6,1 Prozent). In der Stadt Münster stieg sie von 1.507 auf 1.560 (+ 3,5 Prozent). Rückgänge gab es dagegen in den Kreisen Steinfurt von 1.486 auf 1.437 (- 3,3 Prozent) und Coesfeld von 596 auf 592 (-0,7 Prozent). Keine Veränderung gab es im Kreis Borken mit 1.580 neuen Verträgen.

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Keinen Zweifel hat Jaeckel daran, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im IHK-Bezirk Nord Westfalen mit Blick auf den Fachkräftemangel hoch bleiben werde. Es gebe auch in diesem Jahr viele Betriebe die erstmalig ausbilden möchten und von der IHK beraten werden. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen übersteige seit Jahren die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viel zu viele Ausbildungsverträge schon in der Probezeit aufgelöst werden“, weist Jaeckel auf ein drängendes Problem hin. Nicht alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger brächten die Voraussetzungen mit, um eine Ausbildung erfolgreich zu meistern. Diese Defizite könnten Betriebe, Berufskollegs und Bildungsträger oft nicht ausgleichen. „Die Folge ist, dass manche Betriebe am Ende trotz erheblicher Anstrengungen ohne Auszubildende dastehen“, resümiert Jaeckel und berichtet, dass im IHK-Bezirk die Zahl der Ausbildungsunternehmen im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent gesunken sei. „Wir müssen alles daransetzen, dass Jugendliche nach der Schule fit für eine Ausbildung sind“, so Jaeckel.