Gab in Düsseldorf sein halbstündiges Schalke-Debüt: Aber auch Neuzugang Lee konnte die 1:2-Niederlage nicht mehr verhindern. Foto: Rabas/Schalke 04

Tiefschlag im Aufstiegskampf: Schalke verliert 1:2 in Düsseldorf

Das tut im Aufstiegskampf richtig weh: Schalke verliert vor 10.000 zugelassenen Zuschauern (darunter 500 S04-Fans) bei Fortuna Düsseldorf mit 1:2 – und das völlig verdient. Zur Halbzeit stand es noch 1:0 für Schalke.

Eine Überraschung in seiner Startelf hatte Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis wieder parat: Auf der rechten Außenbahn, die von den verletzten Andreas Vindheim und Mehmet Aydin derzeit nicht besetzt werden kann, spielte nicht Reinhold Ranftl, sondern Marius Bülter – der ist im Hauptberuf Stürmer und hatte auf dieser Position zuletzt bei Union Berlin gespielt.

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Ranftl gehörte gar nicht zum Aufgebot, in das es Neuzugang Dong-gyeong Lee immerhin erstmals geschafft hatte. Auch Salif Sané saß auf der Bank, den zentralen Abwehr-Chef gab Ko Itakura.

Bülter auf der rechten Außenbahn

Eins vorweg: Bülter fremdelte mit dieser Position, das galt aber auch für seine Mannschaftskollegen bezogen auf das Spiel selbst. Fortuna, erstmals unter der Regie des neuen Trainer Daniel Thioune, bestimmte das Spiel, war feldüberlegen – neutrale Besucher hätten wohl eher die Gastgeber für den Aufstiegsaspiranten und die Gäste für ein Kellerkind gehalten.

Während die Düsseldorfer in der ersten Halbzeit zwei, drei dicke Chancen hatten, reichte es für Schalke nur zu einem Kopfball von Terodde neben das Tor (12.). Was die Königsblauen trotzdem nicht daran hinderte, in Führung zu gehen: Nach einem schönen Spurt von Rodrigo Zalazar verwertete Blendi Idrizi dessen Hereingabe zum 0:1 (42.).

Nach dem Seitenwechsel zunächst außer Rand und Band

Wer am Ende sogar solche Spiele gewinnt, hat gute Aufstiegschancen – wer sich dann aber so präsentiert wie Schalke nach dem Seitenwechsel, darf sich nicht wundern, wenn die Konkurrenz eines schnellen Tages auf und davon ist. Denn nach Wiederanpfiff traf auf die Grammozis-Elf folgendes Urteil zu: Außer Rand und Band.

Das betraf sogar einen sonst so zuverlässigen Akteur wie Marcin Kaminski: Der Verteidiger unterschätzte die Situation in einem Duell mit Khaled Narey komplett, ließ sich überlaufen und auch überlisten, bis Narey zum 1:1 (47.). Es war Düsseldorfs erstes Rückrunden-Tor – doch dabei blieb es nicht.

Thiounes toller Einstand

Die Gastgeber stürzten Schalke nun von einer Verlegenheit in die andere – in der 56. Minute gab es für die Königsblauen dann kein Entrinnen mehr. Sie ließen sich von der Fortuna so lange auskombinieren, bis Rouwen Hennings, der Schalke in früheren Spielen schon mehrmals weh getan hatte, zum 2:1 traf (56.). Daniel Thioune hat den Düsseldorfern offenbar nicht nur neue positive Energie, sondern auch wieder Zielwasser eingeflößt.

Schalke war von der Rolle, hatte Glück, dass es nach einer guten Stunde nur 2:1 stand. Erst jetzt fingen sich die Gäste wieder etwas, es kam teilweise zu einem offenen Schlagabtausch. Mittendrin mittlerweile auch der Südkoreaner Lee, den Grammozis nach einer Stunde eingewechselt hatte.

Am Ende mit Lee und Sané

Aber obwohl Grammozis noch Salif Sané quasi als „Brechstange“ eingewechselt hatte und der Ball noch ein paar Mal gefährlich in und durch den Düsseldorfer Strafraum segelte, reichte es für Schalke nicht mehr – diese (verdiente) Niederlage war im Aufstiegskampf nicht nur ein Rück-, sondern irgendwo auch schon ein Tiefschlag, weil zahlreiche Konkurrenten dreifach gepunktet haben.

Frank Leszinski/Norbert Neubaum
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