Umweltsensitive Verkehrssteuerung geht in den offenen Probebetrieb

Mit dem Masterplan Mobilität will die Stadt Gelsenkirchen die Verkehrsangebote für die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger verbessern und nachhaltiger gestalten. Dazu gehört auch eine Umweltsensitive Verkehrssteuerung.
Mit dem Masterplan Mobilität will die Stadt Gelsenkirchen die Verkehrsangebote für die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger verbessern und nachhaltiger gestalten. Dazu gehört auch eine Umweltsensitive Verkehrssteuerung.

Umweltsensitive Verkehrssteuerung Kurt-Schumacher-Straße an der Tafel an der Nahverkehrsanlage. –Foto: Gerd Kaemper/ gkfoto.de

Mit dem Masterplan Mobilität will die Stadt die Verkehrsangebote in Gelsenkirchen verbessern und nachhaltiger gestalten. Ein Schritt auf dem Weg dahin ist die „Umweltsensitive Verkehrssteuerung“. Hier werden auf der Basis von Verkehrs- und Umweltdaten optimierte Ampelschaltungen erzeugt sowie Fahrtrouten und Verkehrsmittel vorgeschlagen.  Jetzt gibt es eine Probebetrieb.
In einer ersten Stufe wurde ein Modellprojekt installiert, das bislang in einem sogenannten Blindbetrieb ohne aktive Anzeige für die Verkehrsteilnehmer gelaufen ist. Seit Mittwoch sind die Routenempfehlungen auf den drei aufgestellten LED-Tafeln für die Verkehrsteilnehmer sichtbar. Auf den digitalen Anzeigen werden Informationen zu schnelleren Wegeverbindungen für den Kfz-Verkehr sowie zu Übergängen zum Öffentlichen Verkehrs angezeigt. So kann beispielsweise eine Informationstafel im Bereich der Nahverkehrsanlage an der Veltins-Arena anzeigen, wenn eine Nutzung der Straßenbahn hinsichtlich der Reisezeiten wesentlich effektiver wäre.
Mithilfe eines Datenmanagementsystems werden die erfassten Daten so aufbereitet, dass auf Basis der ermittelten Reisezeiten, der Reisegeschwindigkeiten und der aktuellen Verkehrslage eine jeweilige Routenempfehlung an die Verkehrsteilnehmer ausgegeben wird. Die Routenempfehlungen tragen dann zu optimierten Reisezeiten und einem stetigeren Verkehrsfluss durch weniger Halte und somit auch zu einer reduzierten Schadstoffbelastung der Bevölkerung bei. Die Empfehlungen werden zunächst über die Informationstafeln und später auch über mobile Endgeräte (Smartphones, Navigationssysteme oder kleine Tablets) angezeigt.
Die Ansteuerung der Informationstafeln erfolgt über das Datenmanagementsystem bzw. über den Verkehrsrechner der Stadt Gelsenkirchen. Für die aktuelle erste Stufe der „Umweltsensitiven Verkehrssteuerung“ wurden auf der Kurt-Schumacher-Straße, die als Hauptachse die beiden Zentren Gelsenkirchen City und Gelsenkirchen-Buer miteinander verbindet, drei Tafeln installiert.
Diese Anzeigen stellen auf Basis von Echtzeitverkehrsdaten Routenempfehlungen für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer bereit. Die aktuellen Verkehrsdaten sind eine wichtige Grundlage für eine effiziente Verkehrssteuerung und ein funktionierendes Verkehrsmanagement. Neben den punktuell erhobenen Daten verschiedener lokaler Verkehrsdetektoren kommen zunehmend gemessene Reisezeiten zum Einsatz.
Mit ihnen lassen sich Störungen im Verkehrssystem genauer erkennen. In diese Reisezeiten fließen sowohl alle störenden Ereignisse auf der Strecke mit ein (parkendes Fahrzeug, Unfall, gesperrte Fahrspur, etc.), als auch jene Störungen, die von einem Einzeldetektor an einer Kreuzung nicht erfasst werden können. Die Erfassung der Reisezeiten auf bestimmten Strecken im Stadtgebiet erfolgt mittels moderner Detektionsgeräte an verschiedenen neuralgischen Kreuzungspunkten.
Weiterhin ist die Erfassung der Verkehrsbelastungszahlen sowie der Reisezeiten vorgesehen. Mittelfristig wird das Ziel verfolgt die Schnittstellen der Erfassung weiter auszudehnen wie beispielsweise auch Schadstoffemissionen oder Temperaturen zu erfassen.
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