Leitete mit seinem Eigentor die Schalker Niederlage in Wolfsburg ein und war auch sonst nur selten auf der Höhe des Geschehens: Shkodran Mustafi. Foto: Rabas (Archiv)

0:5-Klatsche für Schalke, Unterschriften-Aktion für Rangnick

Sportlich war es das fast schon gewohnte Bild (Niederlage), personell sorgt die Personalie Ralf Rangnick weiter für Aufsehen. Und der Ehrenrat bekommt möglicherweise wieder was zu tun. Der Schalker Samstag in der Zusammenfassung – beginnend mit der 0:5 (0:1)-Niederlage beim VfL Wolfsburg.

Aus taktischen Gründen hatte Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis Geburtsagskind Matthew Hoppe (ist seit heute “20”) zunächst auf die Bank beordert. Benito Raman und Amine Harit standen in der vordersten Schalker Front, was vor allem bedeutete, dass sie im Prinzip die erste Verteidigungslinie der Gäste bildeten. Das Duo ilef die Wolfsburger sehr früh an, hinderte den VfL so am Spielaufbau. Eine Vorgehensweise, die tatsächlich Wirkung zeigte, denn im Spiel nach vorn lief bei der Mannschaft von VfL-Trainer Oliver Glasner nicht viel zusammen. Bei Schalke allerdings auch nicht. Konkreter formuliert: Gar nichts.

Mustafis Eigentor leitet Niederlage ein

So blieb die erste Hälfte arm an Höhepunkten, abgesehen von einem Wolfsburger Abseitstor in der 15. Minute. Und dem 1:0 für den VfL in der 32. Minute, für das die Redensart “Wie ein Blitz aus heiterem Himmel” hätte erfunden werden können. Denn der Tabellendritte war nun zwar deutlich spielüberlegen, konnte sich aber wegen der Konsequenz im Schalker Defensivverhalten keine größeren Torchancen herausspielen. Für die sorgte dann Shkodran Mustafi. Schalkes Abwehrchef beförderte einen an sich harmlosen Ball per Kopf ins eigene Tor (32.), vorbei am völlig verdutzten S04-Keeper Fredrik Rönnow, der in dieser Situation nicht auf der Position war, auf der Mustafi ihn wohl erwartet hatte. Hilfreicher wäre es gewesen, hätte Mustafi den Ball einem alten, ungeschriebenen Fußball-Gesetz folgend neben und  nicht aufs Tor geköpft.
Mit einem Eigentor, einem 0:1-Rückstand und hängenden Köpfen ging es für Schalke in die Kabine. Aus der kamen Rönnow und Co. zunächst mit frischem Mut, der aber schon nach wenigen Minuten zu einem Furcht erregenden Leistungseinbruch führte. Denn in der 51. Minute sorgte ein Pass genau zwischen Mustafi und Thiaw für Panik in der königsblauen Abwehr und bei Wout Weghorst für ein Glücksgefühl: Dem gelang nämlich das 2:0 und damit die Vorentscheidung.

Rückfall in die erste Saisonphase

Was folgte, war ein Rückfall in die erste Saisonphase: Schalke fiel auseinander. Die Tore durch Ridle Baku nach einem unfassbaren Ballverlust von Mustafi zum 3:0 (59.) und Josip Brekalo zum 4:0 (64.) nach einer schönen Kombination waren Ausdruck purer Schalker Hilfslosigkeit. Ähnlich wie beim 5:0 durch Maximilian Philipp in der 80. Minute, bei dem das Schalker Zweikampfverhalten jeder Beschreibung spottete. Schalke gab einen einzigen Schuss aufs Wolfsburger Tor ab: VfL-Keeper Koen Casteels parierte in der 61. Minute den Schuss von William.
Schalkes Defensive, die für Trainer Grammozis nach dem Mainz-Spiel noch der Anker der Hoffnung war, lag nun in Trümmern, am Ende konnten die Gäste, bei denen der eingewechselte 19-jährige Norweger Mikail Maden sein Profi-Debüt feierte, über das Ergebnis noch froh sein. Die Abschiedstournee durch die Bundesliga geht am Samstagabend weiter mit dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Bis Samstag Nachmittag 12.000 Unterschriften für Rangnick

Bis dahin wird aber zumindest die Personalie Ralf Rangnick noch für jede Menge Diskussionen sorgten. Nachdem der Aufsichtsrat, der offenbar den Leipziger Markus Krösche als neuen Sportvorstand favorisiert, sich mit seinem Ja-Wort zu Rangnick noch ziert, ist Schalkes ehemaliger Trainer bei vielen Fans hoch im Kurs. Bei einer entsprechenden Online-Petition hatten sich bis zum Samstag Nachmittag bereits über 12.000 Personen für Rangnick als neuen Sportvorstand ausgesprochen.

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“Rangnick-Rebell” ein Fall für den Ehrenrat?

Außerdem: Das Schalker Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Stefan Gesenhues muss möglicherweise um sein Mandat bangen. Der Aufsichtsrat hat den Ehrenrat mit der Frage konfrontiert, ob Gesenhues noch tragbar ist. Gesenhues gehört der “IG Rangnick” an, der Interessen-Gruppe um die mögliche Rückkehr von Ralf Rangnick, von deren Pläne der amtierende Aufsichtsrat am Freitag völlig überrascht worden war.

Norbert Neubaum
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