1:3-Niederlage – im Kölner Keller wird Schalke der Zahn gezogen

Mit 50.000 Zuschauern war die Partie zwischen Köln und Schalke ausverkauft. Foto: Leszinski

Schalke verliert Auftaktspiel beim 1. FC Köln mit 1:3. Dreimal nimmt der Video-Assistent entscheidend Einfluss, dreimal gegen Schalke.

Köln gegen Schalke, der West-Klassiker zum Abschluss des ersten Bundesliga-Spieltages der Saison 2022/23: Kein Wunder, dass die Stimmung im RheinEnergie-Stadion prächtig war.

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Alle Augen waren vor Spielbeginn auf die Torjäger beider Mannschaften gerichtet: Anthony Modeste gehörte wegen seines bevorstehenden Wechsels zu Borussia Dortmund schon gar nicht mehr zum Kader, Simon Terodde saß bei Schalke wenigstens auf der Bank – beim Pokalspiel beim Bremer SV hatte er wegen muskulärer Probleme also gefehlt.

Vorteil Schalke also? Hat der BVB den Blau-Weißen damit unfreiwillig einen Dienst erwiesen? Tatsächlich trat der Aufsteiger mit der gleichen Aufstellung wie in der ersten Pokalrunde sehr selbstbewusst auf – und hatte auch den ersten Grund zum Jubel. Aber ein Tor von Rodrigo Zalazar wurde nach Überprüfung im (ausgerechnet) „Kölner Keller“ wegen einer Abseitsstellung

von Maya Yoshida aberkannt. Es sollte nicht die einzige Intervention des VAR bleiben, die Schalke nicht gerade zum Vorteil gereichte.

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In der 35. Minute „erwischte“ es Dominick Drexler. Er hatte Kölns Jonas Hector an der rechten Wade getroffen, ein Foul zweifellos – und nach VAR-Überprüfung auch Anlass für eine Rote Karte, die Schiedsrichter Robert Schröder aus Hannover dem Ex-Kölner zeigte.

Schalke also in Unterzahl – die Rote Karte war quasi der Höhepunkt eines turbulenten und spannenden, aber auch sehr hektischen Schlagabtauschs, bei dem S04-Torhüter Alexander Schwolow in der 24. Minute seinen großen Moment hatte, als er eine Großchance durch Florian Dietz vereitelte.

Schalke bewegte sich bis dahin absolut auf Augenhöhe – nach dem Platzverweis war aber klar, dass das Hauptaugenmerk darauf gerichtet sein mussste, irgendwie „die Null“ zu halten.

Dieses Vorhaben ging aber nur bis zur 49. Minute auf. Nach einer Kölner Ecken-Variante erzielte Luca Kilian die 1:0-Führung für die Gastgeber, die nun eindeutig am Drücker waren.

Schalke war bemüht, nicht die Struktur zu verlieren, Trainer Frank Kramer wechselte Marius Bülter für Rodrigo Zalazar ein. Aber dann übernahm gleich wieder der „Kölner Keller“ um den Video-Assistenten Sören Storks.

Nach einer unübersichtlichen Situation im Schalker Strafraum hatte Robert Schröder ein Kölner Tor aberkannt. Abseits oder Behinderung von Schwolow wären Gründe gewesen. Aber: Bei der Überprüfung im „Kölner Keller“ stellte sich dann offenbar heraus, dass Schwolow von Yoshida behindert worden war

und kein Kölner im Abseits stand. Das Tor, das wieder Kilian erzielt hatte, zählte also – 2:0 für Köln (64.).

Bei den tapferen Schalker war die Stimmung nun – pardon – im Keller. Der aufgebrachte Sportdirektor Rouven Schröder sah die Gelbe Karte, weil er protestiert hatte. Selbst nach Meinung neutraler Beobachter nicht ohne Grund: DAZN-Experte Michael Ballack sah bei Drexlers Foul maximal „Gelb“ und kein Rot. Und sogar der Ex-Schalker Mark Uth, der den Kölnern verletzt fehlte, gab zu, dass das Tor durch Zalazar auch ohne Sichtbehinderung unhaltbar gewesen wäre.

Frank Leszinski
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