Luidger_Wolterhoff
Gesundheitsdezernent Luidger Wolterhoff (Foto: Spernol)

2028 Impf-Dosen bis zum Jahresende für Gelsenkirchen

Die Zahl der Impf-Dosen für Gelsenkirchen ist höher als zunächst angenommen. 2028 Einheiten können bis zum Ende des Jahres für abgerufen werden.

2028 Impfdosen können bis zum Ende des Jahres für Gelsenkirchen abgerufen werden. „Das ist eine deutlich höhere Zahl als zunächst angekündigt war und das ist ein gutes Zeichen für den Start der Impfkampagne in Gelsenkirchen“, berichtete Luidger Wolterhoff, Leiter des Krisenstabes der Stadt am Mittwochnachmittag. Das NRW-Gesundheitsministerium habe angekündigt, dass zunächst alle Kreise und Städte in Nordrhein-Westfalen unabhängig von der Zahl der über 80-Jährigen pauschal 180 Impfdosen am kommenden Samstag, 26. Dezember, geliefert bekommen. „Diese Dosen werden in zwei Pflegeheimen bereits am darauffolgenden Sonntag verimpft“, so Wolterhoff.

Das Gesundheitsministerium habe zudem die weiteren Liefermengen bis Ende des Jahres bekanntgegeben. Anhand des landesweit gültigen Bevölkerungsschlüssels für Personen ab 80 Jahren kann Gelsenkirchen demnach am 28. sowie am 30.  Dezember jeweils 924 Impfdosen abrufen. Diese kommen dann in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der mobilen Impfteams zeitnah in den Pflegeheimen zum Einsatz kommen.

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Krisenstab hat Kriterien für das Impf-Geschehen festgelegt

Der Krisenstab hat der Stadt Gelsenkirchen habe beschlossen, „dass die Kriterien ‚Infektionsgeschehen‘ sowie ‚Größe der Einrichtung‘ bei der Festlegung der Reihenfolge zum Tragen kommen, in welchen Heimen zuerst geimpft wird. Also sind zunächst Heime an der Reihe, die kein oder nur ein sehr geringes Ausbruchsgeschehen aufweisen sowie die Einrichtungen von ‚Groß nach Klein‘“, erläuterte Wolterhoff. Die Impfungen selbst werden von mobilen Teams der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe durchgeführt.

In den Einrichtungen selbst laufen seit Tagen die Vorbereitungen für einen möglichst zügigen und reibungslosen Impfverlauf. „Die Infrastruktur für Impfungen werden eingerichtet, die Bewohnerinnen und Bewohner werden über die Impfmöglichkeit informiert und schließlich auch die Impfbereitschaft oft in enger Zusammenarbeit mit Angehörigen abgeklärt“, erläutert Ansgar Stening von der Feuerwehr Gelsenkirchen als organisatorischer Leiter des Impfzentrums Gelsenkirchens. „Die Rückmeldungen der Einrichtungen, die als erstes mit den Impfungen beginnen, sind ermutigend. Rund 80 % der Bewohnerinnen und Bewohner wollen sich impfen lassen“, so Stening.

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2500 Bewohnerinnen und Bewohner in 46 Senioren- und Pflegeeinrichtunge

Insgesamt 2500 Bewohnerinnen und Bewohner in 46 Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Gelsenkirchen gehören den Angaben zufolge zu dem Personenkreis, der mit der ersten Priorität geimpft wird. „Gleichzeitig steigt wie in ganz Deutschland auch in Gelsenkirchen das Infektionsgeschehen in Pflegeeinrichtungen. Derzeit gibt es 218 Corona-Infektionen unter Bewohnerinnen und Bewohnern in 18 Einrichtungen“, berichtete Wolterhoff. In zwei Einrichtungen sei je ein Drittel der Bewohnerschaft infiziert, in drei weiteren sind es rund 20 Prozent. In den Belegschaften der Pflegeheime sind 100 Infektionen gemeldet.

„In einigen Einrichtungen haben wir deshalb ein teilweises oder vollständiges Betretungsverbot aussprechen müssen“, erläuterte Emilia Liebers, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Gelsenkirchen. Bislang komme es in den Einrichtungen aufgrund der notwendigen Quarantänemaßnahmen in der Belegschaft aber in der Regel nicht zu Betreuungsengpässen. „Durch Personalverschiebungen und die Akquise zusätzlichen Personals in Zusammenarbeit von Träger und Heimaufsicht können bislang Lösungen gefunden werden“, betonte Gesundheitsdezernent Luidger Wolterhoff.

Inzwischen 72 Todesfälle#

„Fest steht aber eines: Neben dem immer noch verteilten Infektionsgeschehen in der Stadt haben wir in unserer Stadt wie bundesweit zunehmend einen Schwerpunkt in Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Das ist natürlich besorgniserregend, weil hier die verletztlichsten Bevölkerungsgruppen leben“, sagte Wolterhoff. Zwar handele es sich bei den meisten Infektionen auch in dieser Gruppe bisher um leichte Krankheitsverläufe, allerdings hat es in den Einrichtungen bislang auch bereits 31 der stadtweit 72 Todesfälle gegeben.

Der Krisenstab der Stadt Gelsenkirchen hat die Senioren- und Pflegeeinrichtungen der Stadt innerhalb von zwei Tagen mit insgesamt rund 60.000 FFP2-Masken als zusätzliche Schutzmaßnahme versorgt. „Auch in den Krankenhäusern der Stadt steigen die Zahlen der Corona-Patienten, die Intensivkapazitäten sind aber noch ausreichend vorhanden“, betonte Wolterhoff. Derzeit werden 142 COVID-Patienten stationär behandelt, davon 21 auf einer Intensivstation, davon 16 beatmet. Die Auslastung der Intensivkapazitäten durch COVID-Patienten beträgt derzeit bei rund einem Viertel.

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