Omar Mascarell:  Ein Punkt mit Schalke in Mainz. Foto (Archiv): Rabas

2:2 in Mainz – Schalke holt Punkt im Keller-Derby

Wieder kein Sieg, aber immerhin ein (verdienter) Punkt im Keller-Derby: Schalke spielt 2:2 in Mainz und sorgt zumindest dafür, dass die Rote Laterne bei den 05ern bleibt.

Gegenüber dem Pokalspiel gegen Schweinfurt hatte Schalkes Trainer Manuel Baum seine Startelf wieder ordentlich durchgemischt, insgesamt auf acht Positionen. Die wohl auffälligste Veränderung: Im Tor stand Frederik Rönnow – obwohl Ralf Fährmann Schalke durch einen gehaltenen Elfmeter gegen den Regionalligisten Schweinfurt vor Schlimmerem bewahr hatte.

Zwei Elfmeter gegen Schalke

Apropos Elfmeter: Das Kellerduell hätte für die Königsblauen nicht schlechter beginnen können. Schon nach fünf Minuten entschied Schiedsrichter Patrick Ittrich nach Video-Studium auf Strafstoß für Mainz, nachdem Matija Nastasic im Strafraum recht rustikal – zu rustikal – gegen den Mainzer Stürmer Jonathan Burardt zu Werke gegangen war. Daniel Brosinski verwandelte den Elfer zum 1:0 für Mainz.

Uth trifft mit tollem Freistoß

Aber Schalke zeigte sich davon relativ unbeeindruckt und übernahm so nach und nach das Kommando gegen eine Mainzer Mannschaft, die bei vielen Aktionen ihren Status als Tabellen-Schlusslicht bestätigte. Anstatt Schalke weiter in die eigene Defensive zu pressen, überließen die Gastgeber den Königsblauen das Feld. Schalke hatte mehr Ballbesitz und durch Uth, der nach guter Vorarbeit von Paciencia allerdings verstolperte, auch eine gute Ausgleichschance. Aber Uth machte es wieder gut: Mit einem herrlich geschossenen Freistoß erzielte er mit dem feinen linken Füßchen das 1:1 (36.).
Es lief ganz ordentlich für Schalke – der mit 22 sieglosen Bundesliga-Spielen in Serie angereiste Tabellen-Vorletzte zeigte vielleicht seine beste Saison-Halbzeit, geriet aber trotzdem wieder in Rückstand.  Wieder durch einen Elfmeter, wieder nach einem Foulspiel: Ozan Kabaks Rangelei mit Jean-Philippe Mateta war für Schiedsrichter Ittrich elfmeterreif. Mateta selbst verwandelte zum 2:1 (45.) und hätte direkt danach noch nachlagen können bzw. müssen, als er frei vor Rönnow auftauchte, aber am Schalker Torhüter scheiterte.

Kabak-Tor aberkannt

Schalke schüttelte sich kurz, kam dann mit neuem Mut aus der Kabine. Ozan Kabak erzielte im Anschluss an eine Ecke das 2:2 – dachten alle, auch die Mainzer, die nicht mal protestiert hatten. Am Video-Bildschirm entdeckte Ittrich allerdings ein Handspiel von Kabak. Kein Tor also, dafür wütende Schalker Proteste – Manuel Baum sah dafür die Gelbe Karte.
Schalke, in den acht Pflichtspielen dieser Saison nun schon mit insgesamt sieben Elfmeter bestraft, gelang es nun nur noch selten, den Druck wie in der ersten Halbzeit aufzubauen – obwohl Mainz nun wirklich nicht das Fußballspielen erfunden hatte. Dennoch tauchten die Gastgeber noch zweimal frei vor Rönnow auf – aber der Däne parierte sowhl gegen Burkadt (56.) als auch gegen Mateta (78.). Schalkes beste Chancen bis dahin hatte Uth in der 70. Minute, aber sein Linksschuss ging knapp neben das Tor.

Eigentor zum Ausgleich

Schalke gab aber nicht auf, wollte wenigstens den einen Punkt. Und war bis dahin alles recht unglücklich verlaufen für die Gäste, gab es nun unerwartete Schützenhilfe: Nach einer Hereingabe des eingewechselten Steven Skrzybski prallte der Ball an den Körper des Mainzers Jeremiah St. Juste und von da aus ins Tor – ein absolut unnötiges Eigentor, weil St. Juste eigentlich allein auf weiter Flur stand (82.). 2:2, der Endstand.
Den einen Punkt hatte sich Schalke redlich verdient, zumal es nach einem Foul an Paciencia auch einen Elfmeter für Schalke hätte geben müssen. Der Punkt verhindert immerhin, dass die Königsblauen nun die Rote Laterne tragen müssen. Aber sie bleiben seit nun 23 Bundesliga-Spielen saisonübergreifend sieglos.
Norbert Neubaum
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