Böse Klatsche für Schalke: 1:6 gegen Union Berlin

Die Unterstützung des Publikums war da: Trotzdem verlor Schalke gegen Union Berlin mit 1:6 (1:3). Foto: Rabas (Archiv)

Schalke verliert 1:6 (1:3) gegen Union Berlin – der Abstiegskampf hat für die Königsblauen schon begonnen.

Deftige Niederlage statt des erhofften ersten Saisonsieges: Beim 1:6 (1:3) gegen Union Berlin erlebt der FC Schalke 04 in der ausverkauften Veltins-Arena den ersten richtigen Tiefpunkt der noch jungen Saison.

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Während Unions Trainer Urs Fischer seine Startelf nach dem Sieg gegen Leipzig im großen Stil umgebaut hatte, nahm Schalke-Coach Frank Kramer im Vergleich zur Partie in Wolfsburg nur eine Änderung vor: Dominick Drexler rückte nach abgebrummter Rot-Sperre direkt wieder in die Startelf, Kapitän Danny Latza nahm genau wie der wiedergenesene Tobias Mohr zunächst auf der Bank Platz.

Bülter trifft per Elfmeter

​Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spielchen, in dem Spielern und Zuschauern kaum Zeit zum Luftholen blieb. Die Spucke weg blieb den Königsblauen schon in der sechsten Minute: Nachdem Schwolow gegen Sheraldo Becker pariert hatte, führte die anschießende Ecke zum 0:1 durch Morten Thorsby – vor allem Marius Bülter und Maya Yoshida sahen dabei nicht besonders gut aus.

Dann war Schalke am Zug: Der Ex-Schalker Frederik Rönnow im Union-Tor hielt einen Schuss von Simon Terodde (9.) und einen Kopfball von Malick Thiaw (10.). Nach einem Handspiel von Robin Knoche gab es schließlich Elfmeter für Schalke – diesmal trat nicht Simon Terodde, der in Wolfsburg zweimal verschossen hatte, an, sondern Marius Bülter, und er traf zum 1:1 (30.).

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Umstrittene Szenen

Die gesamte Szene war deshalb umstritten, weil Union reklamierte, dass Knoche vorher gefoult worden sei. Allerdings hätte Schalke schon fünf Minuten vorher einen Handelfmeter zugesprochen bekommen können, denn schon da hatte Knoche seine Hände im Spiel.

Schalkes Jubel dauerte nicht lange: Nur sechs Minuten später fälschte Thiaw einen Schuss von Becker unglücklich ab, es stand 2:1 für Union Berlin (36.). Union hätte sich nun nun nicht beschweren können, wenn Schiedsrichter Robert Hartmann vorher einen sehr harten Einsatz gegen Maya Yoshida abgepfiffen hätte.

Sorge um Fotografen

Der Schrecksekunde für Schalke folgte eine quasi für die ganze Arena: Beim Versuch, den Torjubel von Union aus nächster Nähe ablichten zu können, stürzte ein Fotograf in den Arena-Graben vor der Südkurve und musste minutenlang behandelt werden. Die Stille in der Arena löste sich erst auf, als es die Meldung gab, er sei auf dem Weg der Besserung. Der Fotograf wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Auf dem Rasen-Rechteck lief weiter so ziemlich alles gegen Schalke: Einen strammen Schuss aus 20 Metern von Janik Haberer sah Schwolow extrem spät und konnte den Ball mit den Fäusten nur noch in den Winkel boxen, aber nicht vollends entschärfen. Mit diesem 1:3 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ging es in die Kabinen.

1:4 war der Tiefschlag

​Als Schalkes Spieler die nach 15 Minuten wieder verlassen hatten, gab es gleich den nächsten Tiefschlag: Maya Yoshida und Malick Thiaw konnten eine Szene nicht konsequent klären, und erneut Sheraldo Becker traf zum 1:4 (46.).

Damit war die Partie im Prinzip bei allem Schalker Bemühen und dem Versuch von Frank Kramer, durch diverse Wechsel noch irgendetwas zu bewegen, gelaufen. Union Berlin, saisonübergreifend nun seit elf Spielen ungeschlagen, spielte das jetzt ganz souverän runter. Ab der 70. Minute, als Union durch einen Lattenschuss von Thorsby beinahe das 1:5 erzielt hätte, gab es sogar erste, vereinzelte Pfiffe für den Aufsteiger, die sich dann aber wieder in Anfeuerungsrufe verwandelten.

Michels Doppelpack

Für eine gewisse Sprachlosigkeit sorgte dann wieder das Schalker Abwehrverhalten beim 1:5 durch Sven Michel (88.), der zwei Minuten später sogar noch zum 1:6 traf, das dann schon ein wenig mehr Pfiffe im weiten Rund provozierte.

1:6 gegen Union Berlin – der erste richtige Nackenschlag in dieser Saison. Am nächsten Samstag muss Schalke zum VfB Stuttgart – es riecht jetzt tatsächlich nach dem Abstiegskampf, den die Schalker Chefetage schon vor Saisonbeginn prophezeit hatte.

Norbert Neubaum
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