Corona: Maßnahmen könnten noch verschärft werden

Corona

Das Corona-Virus breitet sich weiter in der Stadt aus. Symbolfoto von Gerd Altmann auf Pixabay

In Gelsenkirchen haben sich in den vergangenen vier Wochen täglich über 200 Menschen mit Corona infiziert. Sollte der Wert trotz harten Lockdowns steigen, will die Stadt die Maßnahmen verschärfen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt in Gelsenkirchen auf einem hohen Niveau „Der Inzidenzwert hat an mehreren Tagen hintereinander der Wert von 200 überschritten. Im Durchschnitt der vergangen vier Wochen liegt er bei 204. Ich appelliere dringend an alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener, sich an die von der Landesregierung in der neuen Corona-Schutzverordnung angeordneten Maßnahmen zu halten“, erklärt Gesundheitsdezernent und Krisenstabsleiter Luidger Wolterhoff.

Zunächst keine Verschärfung geplant

In Absprache mit dem Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen hat der Krisenstab der Stadt Gelsenkirchen entschieden, dass in der Stadt zunächst keine über die ab morgen geltenden Maßnahmen getroffen werden. Allerdings hat der Krisenstab entsprechende Beschlüsse vorbereitet, die in Gelsenkirchen in den kommenden Wochen noch in Kraft treten könnten, falls die Zahlen sich weiter nach oben bewegen.

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Wolterhoff appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, auch über die Feiertage die Kontakte zu reduzieren, auch wenn es schwerfalle. „Die Vorschriften werden sicherlich das Leben noch einmal eine Zeit lang einschränken, sie werden aber auch Leben retten können“, sagt der Gesundheitsdezernent. „Wenn die Inzidenzzahl in Gelsenkirchen dennoch weiter deutlich steigt, dann muss der Krisenstab über weitere Einschränkungen beraten. Ich hoffe allerdings, dass dies in den kommenden Wochen nicht notwendig sein wird.“

48 Todesfälle bis 15. Dezember

In Gelsenkirchen sind bis zum Morgen des 15. Dezembers insgesamt 48 Menschen an oder mit Corona verstorben. 33 Personen davon waren Männer, 15 Frauen. Das Gesundheitsamt der Stadt hat insgesamt 20.933 Corona-Tests beauftragt, die vom Deutschen Roten Kreuz ausgeführt wurden. Schon am 29. Oktober hat das NRW-Gesundheitsministerium die Kommunen angewiesen, dass keine Übermittlung der Genesenen-Zahlen mehr erfolgen und stattdessen auf einen Algorithmus zur Schätzung zugegriffen soll. Dadurch gib es für die aktuell Infizierten in ganz NRW nur noch Schätzwerte. Dieser Wert liegt in Gelsenkirchen aktuell bei rund 1.490 (Stand: 15. Dezember). Erhoben wird weiterhin die Zahl der Quarantänefälle. In Gelsenkirchen wurden insgesamt 22.673 Quarantänen angeordnet. Aktuell befinden sich 1798 Personen in angeordneter Quarantäne (Stand: 15. Dezember).

Eine organisatorische Umstrukturierung innerhalb des Gesundheitsamtes und der Einsatz neuer Software habe laut Stadt die Situation bei der Nachverfolgung deutlich entspannt. Es gelingte jetzt wieder, alle betroffen Personen zeitnah zu informieren und entsprechende Dokumente zuzusenden. „Wir haben auf die hohen Anforderungen reagiert und die Personalkapazitäten und die Abläufe an die hohe Belastung angepasst“, sagt Dr. Emilia Liebers, stellvertretende Referatsleitern des Gesundheitsamtes. „Wir konnten zudem viele zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung einsetzen. Mit Unterstützung der Bundeswehr, einer verbesserten Software und mit dem zusätzlichen Personal hat das Gesundheitsamt seine Kapazitäten mittlerweile deutlich erhöhen können. Gleichzeitig haben wir Verfahren und Abläufe entbürokratisiert und vereinfacht, um mehr Klarheit für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Wir können jetzt wieder deutlich schneller Kontakt mit den Betroffenen aufnehmen.“ Insgesamt sind rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Referat Gesundheit auf irgendeine Art und Weise mit dem Thema Corona beschäftigt.

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Impfzentrum seit 15. Dezember einsatzbereit

Seit dem 1. Dezember arbeiten drei Teams, die sich um die infizierten Bürgerinnen und Bürger kümmern. Sie erledigen die Sachbearbeitung vom Eingang des Befundes bis zur abschließenden Meldung an das Landeszentrum für Gesundheit und das RKI. Darüber hinaus gibt es zwei Sonderteams, die sich bei Corona-Fällen um die Heimeinrichtungen und um die Schulen und Kindertagesstätten der Stadt kümmern. Es gibt zudem weitere kleinere Einheiten, die sich zum Beispiel um die Vorbereitung der Teströhrchen, die Digitalisierung der eingehenden Unterlagen oder nachträgliche Zustellung von Ordnungsverfügungen kümmern.

Ferner hat die Stadt mittlerweile ein Impfzentrum aufgebaut. Es befindet sich in der Emscher-Lippe-Halle. Die benötige Infrastruktur ist seit 15. Dezember 2020, einsatzbereit. Sobald die Stadt Gelsenkirchen Impfstoff bekommt, kann dort geimpft werden. „Der zeitgerechte Aufbau war ein recht sportliches Unterfangen“, so Luidger Wolterhoff.  Er lobte vor allem die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Die KVWL, die für den medizinischen Betrieb des Zentrums verantwortlich zeichnet, kann in dem Impfzentrum im Endausbau auf sechs Impfstraßen zugreifen. Vollausgebaut können dort weit über 1000 Impfungen am Tag durchgeführt werden.

80 Menschen arbeiten im Impfzentrum

Sobald der Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, wird das Gelsenkirchener Impfzentrum von Montag bis Sonntag jeweils von 8 bis 20 Uhr öffnen. In einem Zwei-Schichtsystem werden insgesamt rund 80 Menschen im Impfzentrum arbeiten. Dabei gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Stadt und KVWL. Während die Stadt Gelsenkirchen für die gesamte Infrastruktur und das nichtmedizinische Personal Sorge trägt, kümmert sich die KVWL um das ärztliche und das fachmedizinische Personal und wird für die Terminvergabe und das Terminmanagement verantwortlich sein.