Mitarbeiter des Referats Umwelt entnahmen viele Gewässerproben. -Foto: Stadt GE

Das Wasser in der Stadt soll sauberer werden

In Gelsenkirchen sollen alle Gewässer bis 2027 in einen besseren ökologischen und chemischen Zustand gebracht werden.

Das betrifft auch die kleineren natürlichen Gewässer im Stadtnorden, die nur abschnittsweise oberirdisch verlaufen. Vielerorts sind sie verrohrt, und Anwohner kennen die kleinen Bachläufe nur noch durch die Straßen, die nach ihnen benannt wurden: so zum Beispiel die Straße Koesfeld in Scholven.

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Um in Gelsenkirchen einen Überblick über den Zustand der Gewässer zu bekommen, sind im Auftrag der Stadt (Referat Umwelt) zunächst alle Gewässer mit Zufluss zur Lippe im Jahr 2019 durch ein Planungsbüro begutachtet worden. Die Untersuchung beinhaltet die Erfassung der Gewässerstruktur: So wird zum Beispiel untersucht, ob der Verlauf eines Gewässers begradigt ist, wie tief eingeschnitten es ist oder wie viel Wasser es führt. Diese Daten werden unter anderem genutzt, um eine Einstufung durchzuführen, ob ein Gewässer als „natürlich“ oder als „erheblich verändert“ zu betrachten ist.

Diese Gewässer wurden untersucht

Ferner wurden Lebewesen wie Fische, Muscheln, Insektenlarven oder auch andere bodenlebende Organismen untersucht. Auch die in den Gewässern vorkommenden Pflanzen sowie ausgewählte chemische Stoffe wurden erfasst.

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Insgesamt sind die Mitarbeiter des Referats an folgenden Gewässern mehr als 18 Kilometer Fließgewässerstrecke abgegangen und haben dabei rund 40 Proben genommen: Grenzgraben, Erdbach mit seinen Nebenarmen Gräving Heider Bach, Graben Koesfeld, Bach 31 „An der Oberscholvener Straße“, Graben Sommerhofsweg und Bach 32 „Am Fünfhäuserweg“, Picksmühlenbach mit dem Schneidergraben, Bach an der Dillbrinkstraße, Brüggerbach, Pawigbach, Brüggerbuschfeldgraben, Dorfgraben, Prangebach, Graben an der Buschgrundstraße, Graben an der Lasthausstraße, Rapphoffs Mühlenbach (RHMB) mit Altarm Rapphofsmühlenbach, Graben l an der Lüttinghofallee, Bach 1, Graben südl. Altendorfer Straße, Hasseler Bach, Bach 29 im Westerholter Wald, Oberfeldinger Graben, Bach 39 „Auf der Kämpe“ und Hasseler Bach.

Diese Gründe gibt es für die Verschmutzung

Es hat sich dabei gezeigt, dass die meisten der untersuchten Bäche (knapp 87 Prozent) sich in einem schlechten ökologischen Zustand befinden. „Die Hauptursache dafür ist die intensive Nutzung der Gewässer insbesondere durch die bergbauliche Vergangenheit, die Industrie- und Landwirtschaft sowie der Verkehr“, teilte das Referat Umwelt mit. Diese Aussage treffe aber für fast alle Gewässer im gesamten Ruhrgebiet zu.

Anhand dieser Ergebnisse sind anschließend Maßnahmen vorgeschlagen worden, welche helfen können, die Gewässer in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zurückzuführen. Das nun vorliegende Gutachten bildet somit eine gute Grundlage für die Einleitung der nächsten Schritte – zur Erreichung des Ziels einer Verbesserung der Ökologie der untersuchten Gewässer.

Auch die Zuläufe der Emscher werden untersucht

Derzeit lässt die Stadt die Zuläufe zur Emscher begutachten: Der Knabenbach und Leither Mühlenbach wurden jetzt befischt, um zu sehen, welche Fischarten dort überhaupt noch vorkommen. Dabei wurde unter anderem eine Brachse (Abramis brama) gefunden.

Die Ergebnisse der Studie können auf der Internetseite der Stadt eingesehen werden.

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