Huub Stevens, damals Trainer von PAOK Salonik, hier beim Rückspiel auf Schalke. -Foto: NBM

Derby ohne Fans? Mit Geisterspielen kennt Schalke sich aus

Wegen des Coronavirus droht das Derby zwischen Dortmund und Schalke zu einem Geisterspiel zu werden. Schalke hat es auf internationaler Ebene einmal erlebt, wenn ohne Fans gespielt wird.

Und es war eine sehr wichtige Partie, denn es ging um die Qualifikation für Champions League in der Saison 2013/2014. Das Spiel gegen PAOK Saloniki mit dem früheren Schalke-Trainer Huub Stevens kam zustande, weil der eigentlich vorgesehene Gegner Metalist Charkow aus dem Europapokal ausgeschlossen wurde.

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Das Berufungsgericht des Verbandes sperrte die Ukrainer wegen eines Manipulationsskandals aus dem Jahr 2008 für alle europäischen Wettbewerbe. Saloniki, das in der vorherigen Qualifikationsrunde an Charkow gescheitert war (0:2/1:1), rückte nun nach.

Polizei setzte Tränengas ein

Doch an jenem 27. August waren keine Zuschauer in Saloniki zugelassen. Grund dafür waren Ausschreitungen in der vorangegangenen Saison. Bei einem Qualifikationsspiel zur Europa League zwischen Saloniki und Rapid Wien hatten sich die Fans beider Teams mit Leuchtkugeln und Feuerwerkskörpern attackiert. Saloniki-Anhänger stürmten sogar das Spielfeld und griffen die Rapid-Fans von dort aus an, die Polizei musste Tränengas einsetzen. Im Nachgang verurteilte der Europäische Fußballverband die Griechen zu drei Europapokal-Heimspielen vor leeren Rängen, von denen sie erst eins absolviert hatten.

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Schalke behielt in ungewohnter Atmosphäre die Nerven und qualifizierte sich für die Gruppenphase der Champions League. Adam Szalai (2) und Julian Draxler erzielten in einer Zitterpartie die Tore zum 3:2 (1:0) der Gelsenkirchener, die nach dem 1:1 im Hinspiel trotz einer mäßigen Leistung den Absturz in die Europa League verhinderten. Nur rund 120 Schalker und etwa 20 griechische VIP-Fans durften das Spiel in der ansonsten leeren Arena verfolgen.

Frank Leszinski
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