Schalkes Team-Koordinator Sascha Riether: „In der Kabine hörst du nichts.” -Foto: NBM

„Du hörst nichts”: Sascha Riether über die große Stille auf Schalke

Tag für Tag versuchen die Spieler des FC Schalke 04 sich an die noch ungewöhnlichen Trainingsbedingungen anzupassen. Lizenzspiel-Koordinator Sascha Riether gibt einen Einblick.

Auch für Schalkes Lizenzspielkoordinator Sascha Riether sind die Auswirkungen der Corona-Krise eine völlig neue Erfahrung. Viele Dinge, die bisher keine Rolle spielten, sind jetzt besonders zu beachten. In einer Telefonkonferenz mit Journalisten sprach der 37-Jährige über…

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… Vorsorgemaßnahmen des Vereins: Jeden Tag muss jeder Spieler und die Mitglieder des Staffs eine Rückmeldung abgeben, ob er symptomfrei ist. Unsere Ordner sind angewiesen, niemanden auf das Gelände zu lassen, wenn das nicht geschehen ist. Ab Donnerstag wird bei jeder Person eine Fiebermessung durch unsere Physiotherapeuten vorgenommen. Trainiert wird in drei Gruppen jeweils zeitversetzt, wovon eine aus Spielern besteht, die noch Trainingsrückstand haben. Jeder Spieler zieht sich allein in einer Kabine um. Ernährungstechnisch werden jeden Tag den Spielern drei Menüs angeboten, die sie nach dem Training vor ihren Kabinen finden, damit sie nicht einkaufen müssen und Kontakte vermeiden.

… das Mannschaftsklima: Jeder Spieler ist heiß darauf, wieder auf dem Platz zu stehen. Nach vielen Tagen im Homeoffice ist zu spüren, dass die Motivation groß ist. Allerdings ist die Ruhe auf dem Trainingsgelände sehr ungewohnt. In der Kabine hörst du nichts. Da ist es so still wie ich es noch nie erlebt habe.

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… die Rückkehr der Rekonvaleszenten: Ozan Kabak und Omar Mascarell machen große Fortschritte. Da ist sogar unsere medizinische Abteilung etwas überrascht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass beide Spieler in dieser Saison noch auflaufen können. Daniel Caligiuri und Salif Sané stehen wieder auf dem Trainingsplatz und trainieren mit Ball. Cali hat mir schon vor Wochen gesagt: „Sascha, glaub mir, beim Derby bin ich wieder dabei! Bei Benjamin Stambouli gab es einen kleinen Rückschlag, er hatte sich eine Entzündung eingefangen. Jetzt ist er aber wieder auf einem guten Weg.

… die Rückkehr von Ralf Fährmann: Für einige Spieler war es eine Überraschung, als Ralf plötzlich wieder da war. Auch für ihn war es etwas Besonderes. Er hat zu mir gesagt: Ich bin so nervös wie am ersten Schultag. Bei Ralf ist die Freude groß, dass er wieder auf Schalke ist. Er will in der nächsten Saison den Konkurrenzkampf aufnehmen.

… die Trainingssteuerung: Die letzten Wochen waren wie eine kleine Saisonvorbereitung. Jeder Spieler hat kräftig Gas gegeben. Wir wollen so gut wie möglich vorbereitet sein, wenn die Saison fortgesetzt wird.

… die Vorbereitung auf Geisterspiele: Wir müssen erst einmal abwarten, was die Politik entscheidet. Aber natürlich haben wir uns schon Gedanken gemacht, wenn die Spiele ohne Zuschauer ausgetragen werden müssen. Vielleicht werden wir dann auch Trainingsspiele elf gegen elf ohne Zuschauer absolvieren, damit die Spieler mit der ungewöhnlichen Atmosphäre vertraut werden.

Frank Leszinski
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