FC Schalke 04 entlässt Chef-Trainer David Wagner

Das war nach der abermaligen Pleite vom Samstagabend zu erwarten: Der FC Schalke 04 hat Chef-Trainer David Wagner mit sofortiger Wirkung beurlaubt. DAs teilte der Verein am Sonntagmorgen mit.

Auch die Co-Trainer Christoph Bühler und Frank Fröhling wurden am Sonntag (27.9.) freigestellt. „Wir alle hatten gehofft, dass wir die sportliche Wende zusammen mit David Wagner schaffen können. Leider haben die ersten beiden Spieltage der neuen Saison nicht die dafür notwendigen Leistungen und Resultate erbracht“, erklärte Jochen Schneider, Vorstand Sport und Kommunikation in einer Mitteilung des Vereins.

Schalke habe sich daher dazu entschlossen, „den Weg des personellen Neuanfangs zu gehen. Diese Entscheidung ist uns trotz der enttäuschenden Ergebnisse alles andere als leichtgefallen“, sagte Schneider. Sein Dank gelte David Wagner, Christoph Bühler und Frank Fröhling, „die bis zu ihrer Freistellung jeden Tag alles dafür getan haben, um Schalke 04 wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen“. Über die Nachfolge werde der FC Schalke 04 in den kommenden Tagen informieren.

Am Samstagabend hatte Schalke auch gegen Werder Bremen verloren – nach der 0:8-Auftaktpleite bei den Bayern gab es nun eine 1:3 (0:2)-Niederlage in der leeren Veltins-Arena. Nach dem saisonübergreifend 18. sieglosen Bundesliga-Spiel in Folge stand S04-Trainer David Wagner nun vor dem Aus..

Erkennbares Bemühen und deutliche Verunsicherung

Zu hohe Corona-Infektionszahlen in Gelsenkirchen führten am Samstag morgen dazu, dass die lokalen Gesundheitsbehördern Schalke das Zulassen der geplanten ca. 10.000 Zuschauer zum ersten Saison-Heimspiel untersagen mussten. Und es ist müßig darüber zu flachsen, dass es vielleicht auch ganz gut war, dass sich dieses Schalker Spiel kein Zuschauer live antun musste. Denn die Königsblauen bewiesen mehr oder weniger eindrucksvoll, dass sie mit Geisterspielen nun so ganz und gar nichts anfangen können. Noch kein einziges haben sie bislang gewonnen…

Denn bei allem erkennbaren Bemühen war die komplette Schalker Verunsicherung zu keiner Zeit zu leugnen. Dabei hatte Trainer David Wagner so ziemlich alles aufgeboten, was fit ist und Rang und Namen hat – auch Kapitän Omar Mascarell war nach langer Verletzungspause wieder dabei. Von den Namen her war diese Schalker Mannschaft gegen das Bremer Aufgebot Favorit – aber das Spiel war der beste Beleg dafür, dass Namen dann Schall und Rauch sind, wenn im Prinzip alles, was diese Namen zeigen, Stückwerk ist.

Stückwerk auf beiden Seiten

Stückwerk war eigentlich die komplette erste Hälfte, auf beiden Seiten. Zahlreiche Mittelfeld-Duelle, oft unterbrochen von Fouls, prägten das Bild, Spielfluss kam kaum auf. Das spielte Werder in die Karten, die Gäste konnten auf Schalker Schwächen und Fehler lauern – die sind nun schon seit einiger Zeit so ziemlich das verlässlichste im  Schalker Spiel. Gegen Bremen war es dann in der 22. Minute soweit: Nach einem Eckball herrschte in der Schalker Hintermannschaft Konfusion, die Füllkrug zur Bremer 1:0-Führung nutzte. Einmal in Rückstand tut sich Schalke doppelt schwer, das hat die Bundesliga mittlerweile registriert. Und so wurden die Gäste immer selbstbewusster, bis eine Viertelstunde später dann das 2:0 für Bremen fiel. Diesmal per Kopf nutzte Füllkrug erneut ein Nickerchen in der Schalker Deckung aus.

David Wagner versuchte es in der Halbzeit mit einem Doppelwechsel:  Salif Sané kam für Benjamin Stambouli, Neuzugang Vedad Ibisevic für Benito Raman. Und tatsächlich kam Schalke schwungvoll aus der  Kabine. Ging da etwa noch was? Vielleicht wäre es gegangen, wenn der als “Vedator” angekündigte Ibisevic seine Groß-Kopfballchance in der 53. Minute verwandelt und Nassim Boujellab kurz danch seine Großchance genutzt hätten.

Solche Szene machen mürbe

Doch beide Male ging der Ball knapp vorbei – solche Szene machen mürbe, wenn nicht mal halbwegs geglückte Aktionen zum Erfolg führen. Als Ozan Kabak nach einer knappen Stunde einen Elfrmeter verschuldete, den – na klar – erneut Füllkrug zum Bremer 3:0 nutzte, war der Drops gelutscht. Mark Uth gelang quasi mit dem Abpfiff noch das 3:1, aber die Freude darüber hielt sich auf Schalker Seite in Grenzen. Mit hängenden Köpfen und Schultern verließen Schalkes Profis den Arena-Rasen.

Am Ende fehlten Wagner die Argumente: Seit Beginn der Saison 2019/20 im Amt hatte der „Eurofighter“ von 1997 eine starke Hinrunde mit der Mannschaft hingelegt, nach dem 2:0-Sieg im ersten Rückrundenspiel gegen Borussia Mönchengladbach war er mit den Königsblauen allerdings sieglos geblieben. Saisonübergreifend 18 Bundesliga-Spiele in Folge – das ist ein echtes Brett und negativer Vereinsrekord.

Wagner bezeichnet sich als Haupt-Verantwortlicher

Nach dem Bremen-Spiel hatte Wagner festgestellt, „dass die Mannschaft nicht das auf den Platz bringt, was sie im Training zeigt. Und dafür bin ich der Haupt-Verantwortliche“. Ein Nachfolger steht offenbar noch nicht fest. Bis zum Spiel in Leizpig ist eine Interims-Lösung möglich – da steht natürlich die Schalker „Stamm-Interimslösung“ Mike Büskens ganz oben auf der Spekulationsliste. Huub Stevens, der in der vergangenen Saison für Domenico Tedesco eingesprungen war, hatte gegenüber den Ruhr Nachrichten glaubhaft versichert, nicht mehr als Profi-Cheftrainer arbeiten zu wollen. In der Gerüchtebörse werden unterdessen erste Namen für die dauerhafte Nachfolge gehandelt: der ehemalige Mainzer Sandro Schwarz, der frühere Augsburger Manuel Baum, der Ex-Stuttgarter Alexander Zorniger und Schalkes Spieler-Ikone Marc Wilmots. Doch dies sind knapp 14 Stunden nach der Schalker Niederlage gegen Bremen nicht mehr als Spektulationen.

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