Freude über die Eröffnung: Stadtbaurat Christoph Heidenreich, Oberbürgermeister Frank Baranowski, Uwe Penth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien und Peter Alexewicz, Leiter der Standortkommunikation der Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen (v.l.). -Foto: Stadt GE

Flanieren, wo früher die Schlote rauchten

Über Jahrzehnte war das Areal der ehemaligen Kokerei Hassel eine verbotene Stadt. Jetzt ist der neue Stadtteilpark fertig geworden.

Den Blick von oben, vom Aussichtspunkt eines der beiden sogenannten Olympe, den kann ich jedem nur ans Herz legen“, sagte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski bei einem offiziellen Eröffnungs-Rundgang am Samstag.

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Neues Ruhr-Wort

Uwe Penth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien, Peter Alexewicz, Leiter der Standortkommunikation der Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen, Stadtbaurat Christoph Heidenreich und Oberbürgermeister Frank Baranowski machten sich gemeinsam vor Ort ein Bild. Einhellige Meinung der Kooperationspartner: Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

Jetzt sind wieder die Ideen der Bürgerinnen und Bürger gefragt

Aus einem einstigen Industrieareal ist eine ökologisch wertvolle Fläche mit Freizeitangeboten und Orten zum Verweilen geworden. Ausdrücklich bedankte sich Baranowski bei den Kooperationspartnern für die gelungene Zusammenarbeit. „Bedanken möchte ich mich aber auch bei den Bürgerinnen und Bürgern, die an der Entstehung des Stadtteilparks beteiligt waren und sich sehr engagiert mit zahlreichen Ideen eingebracht haben“, stellte Baranowski fest.

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Die Ideen der Bürgerinnen und Bürger sind nun ein weiteres Mal gefragt. „Noch hat der Stadtteilpark ja keinen Namen. Aber ich bin mir sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger schon die eine oder andere Idee haben, wie ihr Park heißen könnte“, ist sich Oberbürgermeister Baranowski sicher und kündigte einen zu einem Ideenwettbewerb in Kürze an.

Der Park ist rund 30 Hektar groß

„Eigentlich war hier eine gewerbliche Nutzung des Areals geplant“ gibt Stadtbaurat Christoph Heidenreich einen Einblick in die ursprünglichen Planungen. „Doch die Fundamente vor allem der Koksöfen sitzen so tief, dass ihre Beseitigung viel zu teuer geworden wäre.“ Im Jahr 2003 wurde damit begonnen, die Kokerei abzureißen. Weitere sieben Jahre sollten vergehen, bis erste Pläne für einen Stadtteilpark reiften.

Das rund 30 Hektar große Areal der ehemaligen Kokerei Hassel ist seit 2016 durch die RAG Montan Immobilien aufwendig saniert und zu einem Park mit Hundefreilaufwiese, Grünflächen, Wegsystem, Freizeitanlagen und einem kleinen See umgestaltet worden.

Geblieben sind die dicken Rohre

Ein Wegenetz erschließt den Park, dessen zehn Zugänge mit ihren Konstruktionen aus grünen Rohren die Eingänge des Parks markieren. Sie erinnern daran, dass einst ein Geflecht von Leitungen das Bild auf dem ehemaligen Kokereigelände prägte. Geblieben sind einzig die dicken Fernleitungsrohre entlang des Radweges „Allee des Wandels“. Er verbindet auf ehemaligen Zechenbahntrassen die Städte Herten, Recklinghausen und Gelsenkirchen miteinander und macht so den Wandel erfahrbar.

Über eine Million Tonnen Erdmassen mussten bewegt werden, bis aus dem Kokereigelände ein Park werden konnte. „Der Transport und Wiedereinbau von schützenswertem Boden aus eigenen Liegenschaften, der für die Sanierung der ehemaligen Kokereifläche verwendet wurde, zählen zum Beispiel dazu“, sagte Peter Alexewicz. Mehr als 1,5 Millionen Euro trägt die BP zur Errichtung und Pflege des Stadtteilparks bei.

“Wichtiger Baustein für den Wandel”

„Der Stadtteilpark Hassel, der quasi in Sichtweite zu unserem Werk Scholven liegt, ist ein wichtiger Baustein für den Wandel in der industriell geprägten Region und für uns eine Herzensangelegenheit. Auch deshalb, weil viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gelsenkirchen wohnen. Wir freuen uns, dass wir uns an der Realisierung des Stadtteilparks beteiligen konnten“, so Peter Alexewicz. Der Park schaffe für die Nachbarn einen attraktiven Raum für Freizeit und Erholung.

Schon längst hat die Natur den Park erobert. Auf den für eine behutsame landwirtschaftliche Nutzung vorgesehenen Flächen fühlen sich Feldlerche und Flussregenpfeifer wohl. Der See ist ein Jagdrevier für Libellen und Schwalben, und auch Falken sind im Park auf Beute aus. Für sie wurden Greifvogelstangen aufgestellt, damit sie sich nicht auf die Zweige der jungen Bäume setzen, die sonst brechen können.

Aber damit sei das Ende der Entwicklung nicht erreicht, kündigte RAG Geschäftsführer Penth an. Die RAG Montan Immobilien plant angrenzend an den Stadtteilpark im Süden parallel zur Wohnbebauung an der Flachsstraße auf rund fünf Hektar ein Wohnquartier mit 170 bis 190 Wohneinheiten. Doppel-, Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser sollen dort gebaut werden.

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