Gelsenkirchen ist weiterhin im Rennen, Standort für den Neubau der NRW-Hochschule für Polizei und Verwaltung zu werden. Doch um die Chance zu wahren, müssen nun Maßnahmen getroffen werden. Das Zentralbad öffnet nicht mehr.
Haben die Pläne zum Schul- und Vereinsschwimmen gemeinsam abgestimmt: Frank Hansch, Anne Heselhaus und Harald Förster. Foto: Stadt Gelsenkirchen

Gelsenkirchen bleibt weiter im Rennen um Hochschule

Gelsenkirchen ist weiterhin im Rennen, Standort für den Neubau der NRW-Hochschule für Polizei und Verwaltung zu werden. Doch um die Chance zu wahren, müssen nun Maßnahmen getroffen werden. Das Zentralbad öffnet nicht mehr.

Die Neuaufstellung der Bäderlandschaft in Gelsenkirchen – insbesondere unter Berücksichtigung einer möglichen Neuansiedlung der Hochschule für Polizei und Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen – erfordert aufgrund einer ambitionierten Zeitachse schon in naher Zukunft erste Maßnahmen, meldet die Stadt. Um weiterhin die Chancen auf die Ansiedlung der Hochschule wahren und die mit dem Wettbewerb verbundenen zeitlichen Vorgaben einhalten zu können, müsse nun zeitnah mit dem dafür erforderlichen Rückbau des alten Zentralbades begonnen werden. Damit sollen die Voraussetzungen für ein neues Bad und einen möglichen Neubau einer Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung an diesem Standort geschaffen werden. Nach der Corona-Zwangspause wird der Schwimmbetrieb dort nicht wieder anlaufen.

„Früher als erwartet vom Zentralbad verabschieden“

„Die Stadt Gelsenkirchen ist mit ihrem Projektvorschlag – neben ausgewählten anderen Standorten im Ruhrgebiet – weiterhin im Rennen und hat damit ein wichtiges Etappenziel erreicht“, erläutert Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Förster die Situation. „Mit dem großen und gemeinsamen Ziel vor Augen – die HSPV NRW für Gelsenkirchen zu gewinnen – müssen wir uns nun früher als erwartet von dem in die Jahre gekommenen Zentralbad an der Overwegstraße verabschieden. Denn um den sehr ambitionierten Zeitplan des HSPV-Projekts einhalten zu können, müssen wir zeitnah mit den ersten Demontagen und Bausubstanzuntersuchungen beginnen, um die Fläche termingerecht für die Projektentwicklung bereitzustellen“, so Förster weiter. Auch wenn Gelsenkirchen mit der Bewerbung nicht erfolgreich sein sollte, werde an dieser Stelle aber künftig auch wieder ein Schwimmbad entstehen – dann eben nicht angebunden an ein Hochschulgebäude.

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Für die Zeit des Übergangs haben Stadtwerke und Stadt Gelsenkirchen ein Konzept erarbeitet, das das Schul- und Vereinsschwimmen auch künftig sicherstellt. „Uns ist es wichtig, den Schulen und Vereinen, die bislang das Zentralbad genutzt haben, auch weiterhin ausreichend Schwimmzeiten zur Verfügung zu stellen. Daher wird in Abstimmung mit Vertretern der Schulen, der Schulverwaltung und den Vereinen neben dem Innenbereich künftig auch das 50-Meter-Außensportbecken im Sport-Paradies zur Verfügung stehen “, erklärt Anne Heselhaus, Vorstand für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration der Stadt Gelsenkirchen. „Um einen ganzjährigen Betrieb zu ermöglichen, werden wir deshalb in den Monaten von Oktober bis April das Sportbecken im Außenbereich durch eine Traglufthalle überdachen.“

Neues Sportbad soll entstehen

Für die Nichtschwimmer im Schulschwimmbetrieb wird das Wellenbecken im Sport-Paradies durch einen Hubwandsteg geteilt, sodass ein Schwimmer- und ein Nichtschwimmerteil aus dem Wellenbecken entsteht. Durch den Hubboden kann die Wassertiefe dem individuellen Wunsch der Nutzergruppe angepasst werden.

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Innerhalb der Woche werden damit im Sport-Paradies zukünftig überwiegend Schulen und Vereine trainieren. Freitags ab 14.30 Uhr, sowie samstags, sonntags, feiertags und in den Schulferien steht das Bad – sobald es wieder für die Öffentlichkeit geöffnet wird – allen Badegästen zur Verfügung. „Wir haben gemeinsam eine gute Übergangslösung für die Sicherstellung des Schul- und Vereinssports erarbeitet“, sind sich Anne Heselhaus und Harald Förster einig. Mit dem Neubau der Hochschule soll gleichzeitig ein neues Sportbad entstehen und die Lücke füllen, die das Zentralbad hinterlässt.

Abriss für 2022 geplant

„Dass wir auch die zweite Stufe des Wettbewerbs gemeistert haben, ist für uns ein wichtiger Etappenerfolg“, freut sich Stadtwerke-Chef Förster. Doch der Wettbewerb hat die Zeitschiene verändert: Ursprünglich wollte das Land im Sommer über den Standort entscheiden, nun werden die Würfel erst kommenden März fallen. Dennoch hält NRW an der ambitionierten Vorgabe fest, dass das komplexe Akademie-Bau würde Gelsenkirchener Stadtbild enorm aufwerten Bauvorhaben 2025 beendet werden muss, damit dann im Spätsommer der Hochschulbetrieb anlaufen kann. Kurzum: Obwohl unsicher sei, ob Gelsenkirchen den Zuschlag bekommt, „können wir nicht auf die Entscheidung warten“, so Förster „Deshalb werden wir jetzt mit den vorbereitenden Abbrucharbeiten beginnen und sie so vorantreiben, dass wir im ersten Quartal 2022 den Abriss beginnen können.“

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