Die EGLV-Mitarbeiter Maximilian Bienbeck, Marco Hendricks und Sven Kuhlmann beim Einbau der Eisvogelwand am Erdbach. Foto: Gunnar Jacobs / EGLV

Für Eisvögel hat der Lippeverband Nisthilfen am Erdbach und am Picksmühlenbach in Gelsenkirchen aufgestellt.

Sein blau-oranges Gefieder macht ihn unverwechselbar, seine Leibspeise sind kleine Süßwasserfische und er fühlt sich an gesunden Gewässern besonders wohl: Die Rede ist vom Eisvogel. Immer wieder werden die bunt schillernden Vögel auch im Lippe-Gebiet gesichtet – dabei finden sie nicht überall geeignete Brutplätze. Der Lippeverband jetzt in Gelsenkirchen zwei „Eisvogelwände“ am Wasser aufgestellt.

Geeignete Uferkanten sind rar

Eisvögel benötigen zum Nisten und Brüten steile Uferabbrüche. “Als Brutröhre bauen sie eine bis zu einem Meter lange Höhle ins Erdreich”, erklärt Gunnar Jacobs, Artenschutz-Experte beim Lippeverband. Geeignete Uferkanten sind aber gar nicht so leicht zu finden. Eine Alternative: speziell angefertigte Eisvogel-Nisthilfen.

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Zwei dieser an die Bedürfnisse der Höhlenbrüter angepassten “Eisvogelwände” hat der Lippeverband nun an geeigneten Gewässerabschnitten am Erdbach und am Picksmühlenbach in Gelsenkirchen aufgestellt. Die künstlichen Bruthöhlen bieten der bedrohten Vogelart vorübergehend geeignete Nistplätze. Im Laufe der Zeit entwickeln sich durch die Renaturierungen wieder natürliche Steilufer am Gewässer und die schillernden Fischer sind nicht mehr auf die Spezial-Unterkünfte angewiesen.

Etwas größer als ein Spatz

Für den Wasserwirtschaftsverband sind die Eisvögel an der Lippe und ihren Nebenläufen gern gesehene Gäste: Sie bevorzugen fischreiche, ruhig fließende, klare Flüsse und Bäche und sind somit ein wichtiger Indikator für den guten Zustand von Gewässern. Daher ist jeder Eisvogel, der im Lippe-Gebiet brütet und jagt, auch eine Bestätigung für die erfolgreichen Renaturierungsarbeiten des Lippeverbandes, der so in der Vergangenheit schon neuen Lebensraum für zahlreiche Arten geschaffen hat.

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Das Gefieder von Eisvögeln wirkt orange, kobaltblau und türkis. Der kleine Vogel ist etwas größer als ein Spatz. Es gibt circa 90 Eisvogelarten; häufig heimisch in den Tropen. Dank seiner Gefiederfarbe verschmilzt der Wasservogel perfekt mit seiner Umgebung – egal ob beim Jagen von Fischen oder sitzend auf einem Baum. Er eignet sich hervorragend als Indikator für gesunde Gewässer, denn mit seinem langen Schnabel jagt er hauptsächlich kleine Süßwasserfische: Pfeilartig durchstößt er dabei die Wasseroberfläche.

Vogel steht auf Vorwarnliste

Im Frühjahr legt das Eisvogel-Weibchen bis zu sieben Eier, zwei Bruten pro Jahr sind nicht unüblich. Der Gesamtbestand der Eisvögel in Europa wird auf etwa 120.000 Brutpaare geschätzt – 4.500 bis 7.000 brüten davon in Deutschland. Der Eisvogel steht in Deutschland auf der sogenannten Vorwarnliste der bedrohten Arten. Besonders der technische Ausbau von Fließgewässern und Gewässerverschmutzung, die sich negativ auf das Nahrungsangebot auswirken, setzten dem Eisvogel zu. Gewässerbegradigungen mit Steinbefestigungen haben ihm seinen Lebensraum genommen. Der Eisvogel war 1973 und 2009 Vogel des Jahres.

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