Ortstermin in Buer: (v. l.) Peter Zimmermann, Bernd Rudde, Wilfried Reckert und Birgit Wehrhöfer. Foto: Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen unterstützen nach eigenen Angaben einen Bürgerantrag des Quartiersnetzes Buer-Ost. Dieses fordert, eine Fahrradstraße in der Buerschen Innenstadt einzurichten.

Das Quartiersnetz regt an, Hagenstraße, Rottmannsiepe, Luciagasse und Agathagasse von der Freiheit bis zur Horster Straße als „unechte“ Fahrradstraßen auszuweisen. „Unecht“ wären diese Fahrradstraßen, weil sie für den motorisierten Anliegerverkehr offen bleiben würden. „Den Radfahrenden gehört dann die gesamte Straße und sie genießen mehr Sicherheit. Die Autos müssen sich an das Radfahrtempo anpassen. Davon profitieren auch die Menschen, die zu Fuß gehen. Außerdem gibt‘s weniger Lärm und Abgase durch Autos“, erklärt Wilfried Reckert vom Quartiersnetz Buer-Ost.

Einstieg in die Verkehrswende

Auf einer Fahrradstraße haben Fahrräder Vorrecht. Radfahrer und Radfahrerinnen dürfen auch nebeneinander fahren. Es gilt auf jeden Fall Tempo 30. Wenn Autos zugelassen sind, müssen sie sich nach dem Radfahrtempo richten. Bislang gibt es in Gelsenkirchen zum Beispiel an der Sutumer Brücke eine Fahrradstraße, im Norden der Stadt gibt es bisher keine.

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Birgit Wehrhöfer, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion,  zeigt sich begeistert von der Idee: „Fahrradstraßen sind relativ unkompliziert einzurichten und bieten viele Vorteile. Sie wären ein guter Einstieg in die notwendige Verkehrswende.“ Auch Bernd Rudde, Vorsitzender der Grünen Fraktion in der Bezirksvertretung Nord, steht hinter der Forderung: „Der Weg in und durch die Buersche Innenstadt wäre für Radfahrende und zu Fuß Gehende viel sicherer und damit auch attraktiver. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann auch mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Rad zur Schule fahren.“

Radfahrstreifen häufig zu schmal

Wilfried Reckert, der ehemalige Seniorenbeauftragte der Stadt, und Peter Zimmermann, der ebenfalls dem Quartiersnetz angehört, beschäftigen sich schon lange mit dieser Idee. „Aktuell ist es ziemlich riskant als Radfahrer durch Buer zu fahren, denn die vorhandenen Radfahrstreifen sind oft zu schmal und häufig zugeparkt“, sagt Reckert. „Wenn Autos die Radfahrenden überholen, sind sie zu dicht dran und es wird gefährlich, manchmal lebensgefährlich.“

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Peter Zimmermann macht deutlich, dass die Fahrradstraßen Teil eines umfassenden Radwegekonzepts für Buer sein sollen: „Die Fahrradstraßen wären in eine Nord-Süd-Radwegeverbindung durch den Buerschen Westen eingebunden. Damit ist auch zu erwarten, dass Radverkehr vorherrschend sein wird.“ Denn das ist, wie er weiß, eine Voraussetzung für die Einrichtung von Fahrradstraßen. Zimmermann weiter: „Wir wollen das mal ausprobieren. Wenn es klappt, dann können wir uns vorstellen, noch weitere Straßen in Buer zu Fahrradstraßen zu machen.“

Politische Gremien befassen sich mit Antrag

Der Bürgerantrag wird nun zunächst durch die Verwaltung geprüft. Danach befassen sich die politischen Gremien wie Bezirksvertretung Nord und der Ausschuss für Verkehr und Mobilitätsentwicklung damit. „Wir wünschen uns sehr, dass sich der Fachausschuss ernsthaft mit diesem Vorschlag beschäftigt und die Vorteile erkennt. Das haben die engagierten Bürgerinnen und Bürger des Quartiersnetzes Buer-Ost einfach verdient“, erklärt Birgit Wehrhöfer.

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