Der Fleischvermarkter Westfleisch will seinen Schlachtbetrieb in Gelsenkirchen im Oktober schließen. Über 40 Mitarbeiter der Stadt sind davon betroffen.
Luidger Wolterhoff (Foto: Spernol)

Gelsenkirchen: Westfleisch schließt Schlachtbetrieb

Der Fleischvermarkter Westfleisch will seinen Schlachtbetrieb in Gelsenkirchen im Oktober schließen. Über 40 Mitarbeiter der Stadt sind davon betroffen.

Noch im vergangenen Jahr schlachtete Westfleisch nach eigenen Angaben knapp 970.000 Schweine in Gelsenkirchen. Doch nun soll der Standort geschlossen werden. „Westfleisch verlagert Anfang Oktober 2021 seine Schweineschlachtung aus Gelsenkirchen auf seine Betriebe in Hamm, Oer-Erkenschwick und Coesfeld“, meldet das Unternehmen am Donnerstag in einer Pressemitteilung. „Ziel ist es, vor allem unseren nun reinen Schweineschlachtbetrieb in Hamm möglichst voll im Zweischichtbetrieb auszulasten“, erklärt Carsten Schruck, Finanzvorstand der Westfleisch SCE. Kündigungen solle es nicht geben. „Unsere knapp 140 Mitarbeiter in Gelsenkirchen erhalten allesamt ein Arbeitsplatzangebot innerhalb unserer Unternehmensgruppe“, sagt Schruck.

42 städtische Mitarbeiter ohne Aufgabe

Für die Stadt Gelsenkirchen hat die Schließung jedoch Folgen: Insgesamt 42 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Fleischkontrolle am Schlachthof beschäftigt seien, hätten künftig keine Aufgabe mehr, erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung. Die Stadt habe die Betroffenen am Donnerstag in einer Versammlung über die bevorstehende Schließung informiert. „Betroffen sind Beschäftigte in der Fleischkontrolle sowie Veterinäre in Voll- oder Teilzeitbeschäftigung“, meldet die Stadt. „Die weiteren Abteilungen des Veterinäramtes der Stadt Gelsenkirchen sind von der Schließung des Schlachthofes nicht betroffen.“

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Das Referat Personal prüfe aktuell, welche Angebote den Beschäftigten gemacht werden könnten, „um soziale Härten zu vermeiden“. „Das vollständige Ende des Schlachtbetriebs in Gelsenkirchen ist nach Unternehmensangaben den Veränderungen auf dem Fleischmarkt geschuldet“, erklärt der für Personal zuständige Kämmerer Luidger Wolterhoff. „Unser Ziel ist es nun, betriebsbedingte Kündigungen soweit wie möglich zu verhindern. Die meisten der Beschäftigten sind eigens für die Aufgabe im Schlachthof bei der Stadt eingestellt worden. Wir arbeiten intensiv daran, gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuelle Lösungen zu finden.“ Die Verwaltung habe bereits den Kontakt zur Stadt Hamm aufgenommen, die wegen der zu erwartenden höheren Zahl an Schlachtungen zusätzliches Personal benötigte.

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