Der Leiter des Gelsenkirchener Gesundheitsamtes Klaus Mika (Foto: Spernol)

Der Leiter des Gelsenkirchener Gesundheitsamtes Klaus Mika (Foto: Spernol)

Gesundheitsamt: „Wir sind schon etwas erstaunt“

Die Kurve der Neuinfektionen ist in Gelsenkirchen in den letzten 14 Tagen weiter abgeflacht.

Gut 14 Tage nach ersten Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen lässt sich für Gelsenkirchen nach Angaben der Stadt noch keine erneute Zunahme des Infektionsgeschehens beobachten. Dies geht aus einer ersten Zwischenbilanz hervor, welche die Stadtverwaltung am Freitag vorgelegt hat.
„Durch die Inkubationszeit des Virus können die Effekte dieser Maßnahmen erst jetzt nach Ablauf von 14 Tagen sicher eingeschätzt werden“, erklärte Klaus Mika, Leiter des Referats Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen. „Wir müssen wirklich sagen, wir sind schon etwas erstaunt, dass das Infektionsgeschehen im Moment nicht nur nicht zugenommen hat, sondern sich so entspannt zeigt, wie schon lange nicht mehr“, lautet die Bilanz des Mediziners. Das zeige, dass die Bevölkerung in der Stadt sich „insgesamt gut an die Regeln gehalten“ habe und die bisherige vorsichtige Lockerung „der richtige Weg zu sein scheint“.
Die Kurve der Neuinfektionen ist demnach weiter abgeflacht. Insgesamt gab es im Stadtgebiet laut Mika bislang 364 bestätigte Corona-Fälle. Diese Zahl verdoppele sich derzeit nach 33 Tagen. Zu Beginn der Pandemie waren Verdopplungen laut der amtlichen Statistik bereits nach sieben Tagen erfolgt. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche, die künftig laut Maßgabe des Robert-Koch-Instituts beobachtet werden soll, um frühzeitig eine mögliche Verschärfung der Lage zu erkennen, liegt aktuell in Gelsenkirchen bei sechs Fällen pro 100.000 Einwohnern. Eine Zahl von 50 Fällen pro Woche gilt zurzeit als die kritische Marke, ab der wieder über einschränkende Maßnahmen zu entscheiden wäre.
Von den 364 Gesamtfällen in Gelsenkirchen waren bisher 81 Personen 60 Jahre und älter, 283 waren unter 60 Jahren alt. 258 Erkrankte sind bereits wieder genesen. Elf Todesfälle waren bislang zu beklagen, hier gibt die Stadt über die Altersstruktur keine Auskunft. Am Freitag waren 95 Gelsenkirchener infiziert, fünf wurden stationär in Krankenhäusern betreut.
Das Gesundheitsamt hat bisher 5473 Testungen durchgeführt. Jeden Tag werden im Schnitt 101 Tests allein durch die Stadt vorgenommen. „Dabei hat sich unser Angebot des Mobilen Testservices, das wir gemeinsam mit dem DRK betreiben, sehr bewährt“, betonte Klaus Mika. Bis zu 50 Autos seien täglich im Einsatz, um bei begründetem Verdacht auf eine Corona-Infektion die Patienten direkt zu Hause zu testen.

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