Kaue soll weiter „eine Rolle im kulturellen Leben spielen“

Die Kaue soll nach Angaben der Stadt als Veranstaltungsort für Gelsenkirchen erhalten bleiben. Das sei das Ergebnis der Gespräche mit den Stadtwerken.

Die Kaue –Foto: Stadtwerke

Die Stadt Gelsenkirchen spricht von guten Zeichen: Die Kaue an der Wilhelminenstraße soll demnach als Veranstaltungsort für Gelsenkirchen  auch künftig erhalten bleiben. Das sei das Ergebnis der Gespräche, die in den letzten Tagen zwischen Stadtwerken und Stadtverwaltung und am heutigen Donnerstag auch zwischen Oberbürgermeisterin Karin Welge und Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Förster geführt worden sind.

In der Sitzung des Hauptausschusses am heutigen Donnerstag informierte die Oberbürgermeisterin über die weitere Perspektive: „Sie können davon ausgehen, dass die Kaue auch in Zukunft eine Rolle im kulturellen Stadtgeschehen spielen wird“, kündigte  Welge an. Es sei hierbei  nie um das „Ob“, sondern nur um das „Wie“ gegangen, so die OB. Die noch vom ehemaligen SG-Geschäftsführer Ulrich Köllmann getroffene Entscheidung zur Kündigung der Kaue sei „von Beginn an“ Thema zwischen dem neuen Geschäftsführer und der Oberbürgermeisterin gewesen. „Es geht uns dabei nicht um die Rücknahme einer Kündigung, sondern um die Möglichkeit, mit einem neuen Vertrag die Rahmenbedingungen für eine ausgewogene Kulturszene neu zu gestalten“, erläuterte Welge. Die Oberbürgermeisterin betonte: „Die Kaue hat in den vielen Jahren entscheidend zum vielfältigen und reichen kulturellen Leben in Gelsenkirchen beigetragen. Mit ist sehr dran gelegen, diese Vielfalt zu erhalten, die durch die Heilig Kreuz Kirche im kommenden Jahr noch erweitert wird.“

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Diskussion über Kaue im Kulturausschuss gefordert

Die Gelsenkirchener Grünen sprachen in einer ersten Reaktion von einer „guten Nachricht“, die der Forderung der Partei nach dem Erhalt der Kaue als Kulturstandort entspreche. „Über die konkrete Rolle der Kaue im kulturellen Leben der Stadt beziehungsweise die Art der zukünftigen Nutzung, sollte öffentlich im Kulturausschuss diskutiert werden“, sagte Grünen-Vorsitzende Adrianna Gorczyk, die auch kulturpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion ist. Die habe die Oberbürgermeisterin bereits auch angekündigt.

„Eine Kündigung auszusprechen ohne vorher das Konzept für die weitere Nutzung vorzulegen, war eben eben der Anlass für die breite Empörung der Stadtgesellschaft“, betonte Gorczyk. Darüber hinaus wird es perspektivisch keinen Sinn ergeben, die Kaue isoliert für sich zu betrachten. Ihre neue Rolle müsse „im Verhältnis zu anderen Kulturstätten im Stadtgebiet gefunden werden“. Die Grünen fordern deshalb weiterhin, „dass die Debatte im Kontext mit dem eingeleiteten Kulturentwicklungsplan geführt wird“.

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CDU-Chef Kurth sieht eine Perspektive

Für CDU-Fraktions-Chef Sascha Kurth stand das „gemeinsame Ziel die Kaue als festen und geschätzten Bestandteil der Gelsenkirchener Kulturszene zu erhalten“ außer Frage. Der „Blick in die Werkstatt“ aus den aktuell laufenden Gesprächen im Hauptausschuss habe „sicherlich geholfen, der Diskussion jetzt etwas ihre Emotionalität zu nehmen“. Denn nun sei klar, dass es für die Kaue eine Perspektive gebe. Klar sei aber auch: „Die Kulturlandschaft in Gelsenkirchen entwickelt sich zum Glück stetig weiter, beispielsweise durch Heilig Kreuz in Ückendorf. Das fordert uns auch immer wieder die Debatte ab, was die besten Spieloptionen und Perspektiven für die einzelnen Standorte sind“, erklärte Kurth. Die Debatte darüber gehört auch für ihn im Rahmen des Kulturentwicklungsplanes „auch in den Kulturausschuss und da werden wir als CDU sie auch führen“.

Nach den Worten des kulturpolitischen Sprechers der SPD-Ratsfraktion Gelsenkirchen, Taner Ünalgan, besteht für seine Partei kein Zweifel, „dass die Kaue als traditionell wichtiger Veranstaltungsort in unserer Stadt weiter erhalten wird und insgesamt auch im Rahmen der frisch beschlossenen Kulturentwicklungsplanung diskutiert werden sollte“. Die SPD habe mit ihren kulturpolitischen Haushaltsanträgen bereits signalisiert, dass Kultur in Bezug auf Zusammenhalt und Lebensqualität in einer Stadtgesellschaft einen hohen Stellenwert besitze. „Es ist gut, dass diese Haltung breit geteilt wird, denn öffentliche Kulturorte sind Teil der Daseinsvorsorge in einer lebenswerten Kommune und dürfen nicht zum alleinigen Spielball renditeorientierter Interessen gemacht werden“, sagte Ünalgan.

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