Mit dem Windrad in die Zukunft

Im Makerspace der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entsteht ehrenamtlich der Prototyp für ein Windrad im Selbstbauverfahren, das in Afrika Insellösungen zur Stromgewinnung bereitstellen soll.

Mit dem Windrad in die Zukunft  Im Makerspace der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entsteht ehrenamtlich der Prototyp für ein Windrad im Selbstbauverfahren, das in Afrika Insellösungen zur Stromgewinnung bereitstellen soll.
Mit selbst gebauten Windrädern wollen Florian Apfeld und Magadalena Poppe gemeinsam mit dem „Ingenieuren ohne Grenzen e.V.” in Afrika zu Insellösungen der Stromversorgung beitragen. Die Komponenten wie das Stromgeneratorbauteil links oder der Windmühlenflügel sollen dabei aus örtlich verfügbaren Materialien von den späteren Nutzern in Eigenregie zur fertigen Windkraftanlage aufgebaut werden. –Foto: WH/BL

Gelsenkirchen – Magdalena Poppe (35) hat an der Ruhr-Universität Umwelttechnik und Ressourcenmanagement studiert, jetzt ist sie Klimaschutzmanagerin bei der städtischen Wirtschaftsförderung in Gelsenkirchen. Florian Apfeld (24) ist an der RUB im letzten Semester zum Maschinenbau-Master. Beide ließen sich von der Geschichte über William Kamkwamba inspirieren, der in seinem Heimatland Malawi aus Holz, Fahrradteilen und Material vom örtlichen Schrottplatz ein Windrad zur Stromgewinnung baute. Der Film „Der Junge, der den Wind einfing“ erzählt seine Geschichte.

Prototyp bauen sie im Makerspace

Poppe und Apfeld wollen nun selbst aktiv werden und Windradlösungen erarbeiten. Den Prototyp dazu bauen sie im Makerspace „Halle 1“ an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Sobald der Prototyp für das Windrad steht, wollen sie an einem Standort im Ruhrgebiet selbst Erfahrungen mit Effektivität und Effizienz ihres Generatorsystems sammeln. Den passenden Standort suchen sie gerade und zählen dabei auf die tatkräftige Mithilfe der Ruhrgebietsstädte.

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Anschließend wollen sie ihre Idee gestützt von der Organisation „Ingenieure ohne Grenzen e. V.“ auch im Rahmen eines Projekts in der Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika realisieren. „Die Kleinanlagen“, so die Entwickler, „haben das Potenzial, als Insellösungen zur Stromgewinnung genutzt zu werden. Insbesondere in Dörfern und auf Farmen im ländlichen Raum kann so die Verwendung von Windkraft die Zukunft elektrisieren.“

Windrad als „Entwicklungszusammenarbeit“

Doch bis dahin haben die zwei noch einiges zu tun. Zurzeit sind sie damit beschäftigt, die einzelnen Windrad-Baugruppen aus Holz und Metall zu sägen, zu hobeln, zu feilen, zu lackieren und zu gießen. Alles muss so einfach, robust und kostengünstig wie möglich sein, damit die späteren Anwender das Windrad selbstständig aus vor Ort verfügbarem Material bauen können. Das Know-how dazu sollen eine leicht verständliche Anleitung und Workshops liefern, damit auch Menschen ohne Ingenieurausbildung die drei Flügel, Rotor, Turbine, Turm und Stromableitung des Windrads selbst bauen und netzunabhängig betreiben können.

„Wir führen keine Entwicklungshilfe, sondern Entwicklungszusammenarbeit durch“, betont Florian Apfeld, „und zwar als ehrenamtliche Entwicklungspartner, die zusammen mit den Nutzerinnen und Nutzern Lösungen entwickeln – ganz nach dem Motto ,Hilfe zur Selbsthilfe‘.“

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Der „Ingenieure ohne Grenzen e. V.“ ist eine als gemeinnützig anerkannte, unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Ziel ist es, Menschen dort zu unterstützen, wo technische Zusammenarbeit nötig und möglich ist, so die Auskunft des Vereins. Die Projekte sind insbesondere auf infrastrukturelle Grundbedürfnisse ausgerichtet, zum Beispiel auf Wasser- und Stromversorgung und Sanitärsysteme. Mitglied werden oder mitmachen können nicht nur Ingenieure und Ingenieurinnen, sondern Menschen aller beruflichen Sparten und Altersstufen. Der Verein freut sich darüber hinaus auch über Spenden.

Weitere Informationen unter www.ingenieure-ohne-grenzen.org/de/DEU-IOG09.

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