„Robert“ bei der Arbeit: Auf der Kurt-Schumacher-Straße kam der Panzerblitzer schon zum Einsatz. Foto: Stadt GE

Panzerblitzer „Robert“ jagt Raser in Gelsenkirchen

Für Raser brechen schwierigere Zeiten an: Die Stadt hat in eine neue Überwachungsanlage investiert, die Schnellfahrer überführen soll. Die Anlage ist robust, personalsparend – und hat sogar einen Namen.

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Robert ist kantig, Robert redet nicht viel, und vor allen Dingen ist Robert nicht zu Scherzen aufgelegt. Wer in Gelsenkirchen mit dem Auto unterwegs ist, könnte jetzt Bekanntschaft mit Robert machen, und dann ist zu hoffen, dass man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hat. „Robert“ ist nämlich eine sogenannte „semistationäre Messanlage zur mobilen Geschwindigkeitskontrolle“. Die Öffentlichkeit kennt ihn aber besser unter dem Oberbegriff „Panzerblitzer“.

Seit Mittwoch ist die Anlage im Einsatz

Seit dem Mittwoch dieser Woche setzt die Stadt auf „Robert“ – zunächst soll drei Monate lang getestet werden, wie sich die Anlage im täglichen Einsatz bewährt. Erstmals aufgestellt wurde sie an der Kurt-Schumacher-Straße. Der in einem robusten Anhänger untergebracht „Robert“ kann überall im Stadtgebiet eingesetzt werden – an verkehrsberuhigten Straßen genauso wie in Baustellen oder an Unfallschwerpunkten. Die Anlage arbeitet mehrere Tage wetterunabhängig und ohne Personaleinsatz, da sie durch einen eigenen Akku mit Strom versorgt wird.

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„Die Anlage kann daher auch zu Zeiten messen, in denen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer nicht mit einer Überwachung rechnen“, sagt Hans-Joachim Olbering, Leiter des Referates Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Gelsenkirchen. „Außerdem kann mit der Anlage die Geschwindigkeit in beiden Fahrtrichtungen überprüft werden.“

„Robert“ ist mit GPS ausgestattet

Autofahrer aus Herten und Bottrop kennen die Panzerblitzer bereits – in Herten etwa sorgen „Ursula“ und „Horst-Rüdiger“ für Ordnung. Dort habe man mit diesen Anlagen gute Erfahrungen gemacht, so Olbering weiter. Auch die nordrhein-westfälische Polizei setzt solche Anlagen ein.

„Geschwindigkeitsübertretungen sind die Unfallursache Nummer eins. Schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Kinder und ältere Menschen, sind häufig die Opfer schwerer Verkehrsunfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Sie und natürlich auch alle anderen Menschen wollen wir schützen“, begründet Olbering den Test der neuen Technik.

Schutz gegen Vandalismus

Erst kürzlich wurde ein Fahrer mit einem Bußgeld von 680 Euro, zwei Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei und einem dreimonatigen Fahrverbot bestraft. Der Fahrer war mit Tempo 125 unterwegs wo lediglich Tempo 50 erlaubt ist.

Gebaut wurde „Robert“ von der Firma Jenoptik – und er ist sogar in der Lage, sich gegen Versuche von Vandalismus zur Wehr zu setzen. „Robert“ steckt in einer gepanzerten Anlage, verfügt über einen GPS-Sender zur Ortung des Anhängers und über Sensoren, die Vandalismus-Versuche melden.

„Sollte sich die neue Anlage in der Testphase bewähren, werden wir sie dauerhaft in der Stadt einsetzen“, kündigt Referatsleiter Olbering an.

Matthias Heselmann
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