Polizei zieht Bilanz nach Clan-Razzia

Nach Ende des ersten 24-Stunden-Aktionstags im Kampf gegen die Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet und dem Rheinland zogen die Polizei sowie ihre Netzwerk- und Kooperationspartner eine erste Bilanz.
Nach Ende des ersten 24-Stunden-Aktionstags im Kampf gegen die Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet und dem Rheinland zogen die Polizei sowie ihre Netzwerk- und Kooperationspartner eine erste Bilanz.
Polizisten kontrollieren eine Shisha Bar in Gelsenkirchen –Foto: Polizei

Nach Ende des ersten 24-Stunden-Aktionstags im Kampf gegen die Clan-Kriminalität im Ruhrgebiet und dem Rheinland zogen die Polizei sowie ihre Netzwerk- und Kooperationspartner eine erste Bilanz. Zwölf Kreispolizeibehörden waren beteilit

16 Objekte und 292 Fahrzeuge kontrolliert

Polizei, Stadt und Zoll hatten Samstag, 12. März 2022, nach eigenen Angaben in Gelsenkirchen mehrere Objekte zur Bekämpfung der Banden- und Clankriminalität kontrolliert. „Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kooperations- und Netzwerkpartnern hat sich etabliert und ist Erfolgsgarant bei der gemeinsamen Bekämpfung der Organisierten Kriminalit“, sagte ein Polizeisprecher. Der Fokus lag den Angaben zufolge „auf Gruppen, die als ‚Familienclan‘ in Erscheinung treten und in der öffentlichen Wahrnehmung Räume für sich beanspruchen“.

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Den gesamten Tag über, bis in die Nacht hinein, wurden demnach 16 Objekte und 292 Fahrzeuge im gesamten Stadtgebiet kontrolliert. Dabei seien drei Haftbefehle vollstreckt und insgesamt 170 Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt worden: unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetzes, den Mindestlohn, die Gewerbeordnung, das Jugendschutzgesetz, der Glücksspielverordnung, der Coronaschutzverordnung sowie diverser Verkehrsverstöße.

Polzei vollstreckt Haftbefehle

„Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Essen und Anordnung durch das zuständige Amtsgericht wurden zwei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Dabei wurden in einem Kiosk in der Neustadt und in einer Tankstelle in Schalke mehrere hundert Gramm mutmaßlich illegale Cannabis-Produkte gefunden und sichergestellt“, so der Sprecher. Der Einsatz habe dazu gedient, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat zu stärken.

Im Rahmen des „Marathons“ waren landesweit insgesamt 159 Objekte kontrolliert, darunter beispielsweise Kfz-Verwerter, Barbershops, Gaststätten, Shisha-Bars, Wettbüros und Spielhallen, wie das NRW-Innenministerium mitteilte. Bei diversen Verkehrskontrollen zur Bekämpfung der Raser- und Poserszene kontrollierten die Behörden landesweit 2.284 Fahrzeuge, neun wurden sichergestellt.

Bargeld sichergestellt

Insgesamt 18 Haftbefehle wurden den Angaben zufolge vollstreckt, 27 Personen vorläufig festgenommen und mehr als 140 Strafanzeigen erstattet. Außerdem wurden insgesamt rund 800 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten geschrieben und mehr als 850 Verwarngelder verhängt. Mehr als 100.000 Euro Bargeld, 35 illegale Spielgeräte, vier Messer und circa 60 Kilogramm unversteuerten Tabak stellten die Beamten im Rahmen des Aktionstages außerdem sicher. Zwölf kontrollierte Betriebe haben die Behörden aus gewerberechtlichen Gründen und zur Gefahrenabwehr sofort geschlossen.

„In diesen 24 Stunden haben wir viele, teils auch neue Betätigungsfelder der kriminellen Clans unter die Lupe genommen. Der Kreativität bei diesen Machenschaften – um an das Geld meist unbescholtener Leute zu kommen – sind da offenbar keine Grenzen gesetzt“, kommentierte Innenminister Herbert Reul den Einsatz. Er war bereits bei einem der ersten Einsätze des Aktionstags am frühen Samstagmorgen in Essen persönlich vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Anschließend begleitete er die Kräfte bei mehreren weiteren Einsätzen bis in die Nacht hinein.

Reul hebt Bedeutung Netzwerk- und Kooperationspartnern hervor

Neben der Polizei waren unter anderem kommunale Ordnungsdienste, Steuerfahndungen, Umweltämter und Familienkassen an den landesweiten Razzien beteiligt. Bei der Vorbereitung spielte zudem die Sicherheitskooperation (SiKo) Ruhr mit ihrem Prinzip der „zusammengeschobenen Schreibtische“ eine wesentliche Rolle. In diesem Kontext hob Reul die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Netzwerk- und Kooperationspartnern hervor: „20 Partnerorganisationen und -institutionen waren gestern bei unserem Aktionstag dabei und haben die nordrhein-westfälische Polizei unterstützt, bis hin zur niederländischen Polizei. Dafür bin ich sehr dankbar, weil es zeigt: Wir laufen diesen Marathon gemeinsam – das ist unser Schlüssel zum Erfolg.“

Bei der konzertierten Aktion waren den Angaben zufolge von Samstag- bis Sonntagmorgen landesweit rund 1.500 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Hinzu kamen mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Zoll, Bundespolizei, Bezirksregierung Düsseldorf, Finanzämtern, Steuerfahndung, Ausländerämtern, Gesundheitsämtern, Kommunalen Ordnungsdiensten, Feuerwehren, Bau- und Bauordnungsämtern, Umweltämtern, Grünflächenämtern, Gewerbeaufsichten und Gewerbestellen, Lebensmittelkontrolleuren, Verkehrsüberwachungsdiensten, Stadtkassen, Familienkassen, Vollstreckungsstellen, Kreishandwerkerschaften und Kontrolleinheiten Verkehrswege.

Reul: Symbolkraft, weit über den heutigen Tag hinaus

„Ich bin sicher, dass dieser 24-Stunden-Marathon im kriminellen Clan-Milieu Symbolkraft hat, weit über den heutigen Tag hinaus. Damit machen wir klar, dass wir dranbleiben“, sagte Innenminister Reul. Von Samstag- bis Sonntagmorgen wurden mehr 3.700 Identitäten festgestellt, in den Zuständigkeitsbereichen von insgesamt zwölf Kreispolizeibehörden: Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Kleve, Krefeld, Mettmann, Oberhausen, Recklinghausen, Rhein-Sieg-Kreis, Wesel.

 

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