Da war die Messe schon gelesen: Kurz vor Schluss erzielte Leipzig noch das 0:3. Foto: Neubaum

Schalke 0:3 – Lage im Keller wird immer finsterer

0:3 gegen Leipzig verloren, dann noch der Mainzer Sieg gegen Union Berlin – Schalkes Lage im Abstiegskampf ist Samstag Nachmittag nicht unbedingt komfortabler geworden.

Schalkes Start-Formation hatte einige Überraschungen parat: Timo Becker hatte Oberschenkel-Beschwerden und stand gar nicht erst im Kader. William rückte also von der rechten offensiven Außenbahn auf die defensive, neu ins Team kam Alessandro Schöpf – und Last-Minute-Zugang Shkodrab Mustafi stand nach beendeter Quarantäne gleich in der Startelf, obwohl er vorher  noch kein einziges Mal mit der Mannschaft hatte trainieren können. Malick Thiaw musste dafür wieder auf die Ersatzbank, auf die es Klaas-Jan Huntelaar nicht mal geschafft hatte. Schalkes Sturm-Hoffnung musste wegen seiner Wadenprobleme erneut passen. In fünf möglichen Spielen kam der Rückkehrer bislang also nur einmal zum Einsatz – für zehn Minuten in Bremen.

Zwei Gegentore nach Ecken

Ohne den Torjäger im Wartestand und der tabellarischen Situation geschuldet – RB Leipzig kam als Tabellenzweiter und als haushoher Favorit gegen das Schlusslicht – war Schalkes Hauptaugenmerk zunächst auf die Defensive gerichtet. Tatsächlich schaffte es Schalke, die munter kombinierenden Gäste vom eigenen Tor größtenteils fernzuhalten. Torhüter Ralf Fährmann  musste nur in der 13. Minute ernsthaft eingreifen, als er einen Schuss von Olmo übers Tor lenkte.
Die größte Chance in der ersten Hälfte bis zur Nachspielzeit hatte Schalke: Mark Uth fing einen Pass von Leipzigs Nordi Mukiele ab und wollte RB-Torhüter Peter Gulasci mit einem Direktschuss überraschen, aber Gulasci ließ sich nicht überlisten (34.). Als Uth verletzt raus war (40.), machte Mukiele seien Fehler auf der anderen Seite wieder gut: Nach einer Ecke von Christopher Nkunku köpfte er in der zweiten Minute der Nachspielzeit von Hälfte eins zum 1:0 für Leipzig ein. Nastasic und vor allem Mustafi, der bis dahin einen ordentlichen Eindruck hinterlassen hatte, sahen hier nicht gut aus. Schalker Gegentore nach Ecken bleiben in dieser Saison auch unter Trainer Christian Gross also offenbar Standard.

Leipzig haushoch überlegen

Nach dem Seitenwechsel drängte Leipzig zunächst auf das 0:2 und hatte durch Alexander Sorloth (Fährmann hielt) und zweimal durch Nkunku, der zunächst an Fährmann scheiterte und dann knapp daneben schoss, auch gute Chancen. Aber Schalke konnte sich aus dieser ca. 15-minütigen Umklammerung ein wenig lösen und traute sich auch wieder etwas nach vorn. Das schien Leipzigs Torhüter Gulacsi so sehr zu beeindrucken, dass er sich einen Patzer leistete, von dem Matthew Hoppe allerdings nicht profitieren konnte (63.).
Schalke gab die Bälle bei eigenem Ballbesitz nun wieder viel zu leicht her, und so ereignete sich das letztlich Unvermeidliche und dem Spielverlauf auch Entsprechende: Nach einer wunderbaren Leipziger Kombination, bei der Schalke nur die Zuschauer-Rolle blieb, erzielte Marcel Sabitzer das 2:0 für Leipzig (73.). Nun hatte auch Schalkes Trainer Christian Gross das Spiel offensichtlich irgendwie abgehakt – er wechselte mit Matthew Hoppe seinen einzigen echten Stürmer aus und brachte mit Suat Serdar einen Mittelfeldspieler. Der vorher ebenfalls eingewechselte Benito Raman schlüpfte nun in die Rolle des Mittelstürmers.

Zeitgleich gewinnt Mainz 1:0

Aber die in jeder Hinsicht überlegenen Leipziger ließen nichts mehr anbrennen. Und so wurde das erste Bundesliga-Spiel überhaupt für Weltmeister Mustafi zu einer Enttäuschung – denn neben der eigenen Niederlage gab es auch den Sieg von Keller-Konkurrent Mainz gegen Union Berlin zu verkraften. Und in der 87. Minute noch das 3:0 für Leipzig – wieder ein Gegentor nach einr Ecke, wieder ein Kopfball, diesmal durch Willi Orban. Schalkes leichter Optimismus nach dem sehr ordentlichen Pokalauftritt in Wolfsburg dürfte vorerst dahin sein.
Norbert Neubaum
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