Nabil Bentaleb im Trainingslager des FC Schalke 04 im österreichischen Längenfeld

Nabil Bentaleb (r.) im Kreis seiner Mannschaftskameraden im Trainingslager in Längenfeld. Foto: Leszinski

Schalke 04: Wende bei Nabil Bentaleb

Wer die Schalker Trainingseinheiten in Längenfeld aufmerksam verfolgt, der kommt um eine Erkenntnis nicht herum: Nabil Bentaleb könnte dem Spiel der Königsblauen guttun.

Denn der 25-Jährige bringt schon in den Trainingsspielen Ideen und überraschende Pässe ins Schalker Spiel, die viele Fans in den vergangenen Monaten schmerzlich vermisst haben. Zu leicht ausrechenbar war das Spiel der Blau-Weißen in der jüngsten Vergangenheit.
Dass der Mittelfeldspieler überhaupt wieder zum Kader des FC Schalke 04 gehört, ist die eine Überraschung. Noch unerwarteter ist die Entwicklung, dass Schalke nun offenbar wieder auf den Algerier setzt. Anders sind die Sätze von Sportvorstand Jochen Schneider kaum zu interpretieren. „Ich erwarte von Nabil, das er seine Qualitäten einbringt. Das tut er“, sagte der 49-Jährige und ergänzte: „Er ist unser Spieler und bereitet sich mit uns auf die neue Saison vor. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass er bei uns bleibt.“ Die Formulierung „Stand jetzt“ benutzen Entscheidungsträger im Profifußball immer, um nicht hinterher als Lügner dazustehen, wenn der betreffende Spieler doch noch wechseln sollte.

Kleine Verletztenliste

Aber bei Bentaleb scheint die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario gering, „weil auch schlichtweg nichts Konkretes vorliegt“, wie Schneider einräumte. An der fußballerischen Klasse des 25-Jährigen gab es in seiner bisherigen Schalke-Zeit ohnehin kaum Zweifel. Was die Trainer zur Verzweiflung trieb, waren die Eskapaden von Bentaleb, der bockig reagierte, wenn er zum Beispiel ausgewechselt oder nicht auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld spielen durfte.
Vor allem Huub Stevens schimpfte intern manchmal kräftig, wenn es Bentaleb mit der Disziplin nicht so genau nahm.Die mehrfachen Suspendierungen spielen für Schneider jedoch keine Rolle mehr, zumal er in diesem Zeitraum noch nicht auf Schalke tätig war. „Nabil hat eine schwierige Zeit hinter sich. Aber er ist Profi und weiß, wie er sich in der Kabine zu verhalten hat“, so der Schalker Sportvorstand, der um seine Aufgabe bei der Kaderplanung wahrlich nicht zu beneiden ist.

Noch viel Zeit für Transfers

Da wegen der Corona-Pandemie das Transferfenster bis zum 5. Oktober geöffnet ist, bleibt den Vereinen noch reichlich Zeit für Zu- und Abgänge, so dass es momentan auf dem Transfermarkt sehr ruhig ist. „Schalke und Geduld, das war in der Vergangenheit schwierig. Schneider und Geduld, das passt“, sagte der Schalker Sportvorstand im Trainingslager mit einem Augenzwinkern zu dieser Problematik.
Wann das Pokerspiel um neues Personal zuende geht, bleibt Spekulation. Fakt ist, dass Schalke erst verkaufen muss und dann einkaufen kann. Während Bentaleb aktuell offenbar nicht mehr zu den Verkaufskandidaten zählt, ist Weston McKennie in dieser Hinsicht die Nummer eins. Der US-Boy zählt in Längenfeld zu den nur noch drei Spielern, die noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen können. Dazu gehören auch die nach schweren Verletzungen noch individuell trainierenden Omar Mascarell und Salif Sané.
Dass Schalke keine lange Verletztenliste mehr zu beklagen hat, ist die eine gute Nachricht. Die zweite kommt aus dem Sponsorenbereich, wo die Zusammenarbeit mit Premium-Partner Coca Cola (seit 2013) fortgesetzt wird. Das ist in Corona-Zeiten für Schalke als Erfolg zu werten.
Frank Leszinski
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