Last-Minute-Torschütze für Schalke in Hannover: Marcin Kaminski. Foto: Leszinski (Archiv)

Schalke gewinnt 1:0 in Hannover – Kaminski trifft in der sechsten Minute der Nachspielzeit

Schalke gewinnt durch ein Tor von Marcin Kaminski in der sechsten Minute der Nachspielzeit mit 1:0 bei Hannover 96. Durch den dritten Zu-Null-Sieg in Folge springt Schalke auf Platz drei. Simon Terodde muss Rekord-Tor vertagen.

Schalke begann wie erwartet mit Victor Palsson für Florian Flick, ansonsten gab es keine Veränderungen gegenüber dem 3:0-Sieg gegen Ingolstadt. Zu einer war S04-Trainer Dimitrios Grammozis dann aber in der 18. Minute gezwungen. Mehmet Aydin konnte offenbar wegen einer Zerrung nicht mehr weiterspielen – dabei hatte er die Länderspiele mit der U20-Nationalmannschaft aus Regenerationsgründen extra abgesagt. Für Aydin kam Reinhold Ranftl ins Spiel.

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Aydin: Pfosten und früh raus

In der zwölften Minute hatte Aydin für den größten Aufreger der ersten Halbzeit gesorgt: Mit einem schönen Rechtsschuss traf er nur den Pfosten – es war die beste Chance der optisch zumindest eine halbe Stunde lang deutlich überlegenen Gäste. Unterstützt von ca. 8.000 Schalker Fans gab Schalke den Ton an, ohne sich bis auf den Aydin-Schuss allerdings zwingende Chancen herausspielen zu können.

Und Simon Terodde? Biss sich an der vielbeinigen und vielköpfigen Hannoveraner Abwehr die Zähne aus, ein Kopfball übers Tor war in der neunten Minute seine auffälligste Szene. Hannover fand im Spiel nach vorn lange gar nicht statt, Schalkes Defensiv-Abteilung mit dem zentralen Abwehrtrio Ko Itakura, Malick Thiaw und Marcin Kaminski hatte alles im Griff. Durchatmen mussten die Königsblauen nur, als Lukas Hinterseer in der 28. Minute frei vor Schalkes Torhüter Martin Fraisl auftauchte, mit einem missglückten Fallrückzieher aber eine zwar kunstvolle, aber zu optimistische Variante des Torabschlusses wählte.

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Zielers Großtaten

Schalke blieb aber weiter am Drücker: Ein Kopfball von Malick Thiaw rauschte neben das von Ron-Robert Zieler gehütete Hannoveraner Tor (32.), Thomas Ouwejan fand mit einem Fernschuss im H96-Keeper seinen Meister (42.).

Apropos Zieler: In der 53. und 54. Minute zeigte der Torhüter mit zwei großartigen Reflexen gegen Kaminski und Dominick Drexler, dass er in Deutschland noch immer zu den besten seines Fachs gehört. Vor allem die Reaktion bei dem Schuss von Kaminski war ein echter Hingucker – Schalke war jetzt auf alle Fälle wieder im Attacke-Modus.

Hannover konnte sich jetzt gar nicht mehr befreien: Nachdem es auch Ranftl mit einem Schuss und Terodde noch einmal mit einem Kopfball versucht hatte, lautet das Torschussverhältnis nach 70 Minuten: 20:1 für Schalke – und das als Gäste-Mannschaft. „Ohne Schalke wär‘ hier gar nichts los“, riefen die S04-Fans, und der große „Rest“ der insgesamt 39.500 Zuschauer in der HDI-Arena (49.500 waren zugelassen) konnte da nicht einmal widersprechen.

Hansen für Zieler

Bitter für Hannover: In der 76. Minute musste der bis dahin überragende Zieler ausgewechselt werden – er war offenbar umgeknickt oder ausgerutscht und hatte sich dabei am Sprunggelenk verletzt. Für Zieler stand in der letzten Viertelstunde plus der sechs Minuten Nachspielzeit der Däne Martin Hansen im H96-Tor.

Und tatsächlich: Als es schon längst nach Unentschieden roch, fiel dann doch noch das hochverdiente 1:0 für Schalke. Marcin Kaminski, der es mehrmals vorher vergeblich versucht hatte, legte sich einen langen Ball im Strafraum selbst mit der Hacke vor und vollendete dann zum 1:0. Ein Last-Minute-Tor, das man sonst eigentlich eher Simon Terodde zugetraut hätte…

Dritter Sieg in Folge

Der muss mit seinem Rekord-Treffer nun noch warten, nächste Gelegenheit wäre am kommenden Samstag gegen Dresden. Viel wichtiger: Schalke feiert den dritten Zu-Null-Sieg in Folge und steht nun auf Rang drei – dem Aufstiegs-Relegationsplatz.

Norbert Neubaum
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