Der Herausforderer: Markus Schubert kommt mit dem Anspruch nach Schalke zurück, zu spielen – und zwar regelmäßig. Foto: FC Schalke 04

Schalke: Neue Runde im Kampf um die Kiste

Markus Schubert kommt als U21-Europameister nach Schalke zurück. Zwar verbuchte er bei der Endrunde keinen Einsatz, aber an Selbstvertrauen mangelte es dem 22-Jährigen ohnehin nie. Sein Anspruch: “Ich will spielen!”

Am Ende wurde es Ralf Fährmann zu bunt. Schalke lag am letzten Spieltag in Köln mit 0:1 hinten, da stürmte Schalkes ‘Torhüter sogar mit, um doch noch mitzuhelfen, den Ausgleich zu erzielen und damit entscheidend in den Abstiegskampf einzugreifen. Aber es half alles nicht: Köln gewann, rettete sich in die Relegation und bleibt nach den Spielen gegen Holstein Kiel Erstligist.

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Schubert spielte nicht, lernte aber von Trapp

Trotzdem zeigt diese Episode eines: Ralf Fährmann ist zwar mit Schalke abstiegen, aber bei der Ursachenforschung, warum es am Ende nur zu kläglichen 16 Punkten reichte, wird man bei anderen Spielern landen. Fährmann war im gesamten Saisonverlauf, wenn er denn spielte, einer der besten Schalker, der 32-Jährige verhinderte oft noch weitere Gegentore.

Dabei glich die Saison auch für den Routinier einer Achterbahn-Fahrt: Nach dem Torwart-Tausch (Markus Schubert wurde von Schalke nach Frankfurt ausgeliehen, dafür kam Frederik Rönnow aus Frankfurt nach Schalke) hatte er wieder einen ernstzunehmenden Konkurrenten, der Spielpraxis wollte, um seinen Platz im dänischen EM-Kader zu verteidigen. Und tatsächlich setzte Trainer Manuel Baum, der David Wagner schon nach zwei Spieltagen abgelöst hatte, auf Rönnow. Schon in Wagners Zeit war das Schalker Werben um Alexander Schwolow bekannt geworden, der dann allerdings von Freiburg zu Hertha BSC Berlin gewechselt war.

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Baum setzte auf Rönnow, die Nachfolger auf Fährmann

Nicht alles vertrauensbildende Maßnahmen also für Fährmann, der in der Branche als ein Torwart gilt, der genau eben dieses Vertrauen braucht, um Top-Leistungen zu bringen. Sowohl Fährmann als auch Rönnow und sogar Dritt-Torhüter Michael Langer profitierten dann davon, dass weder Fährmann noch Rönnow die Saison verletzungsfrei überstanden. Trainer Christian Gross erklärte schließlich Ralf Fährmann zur Nummer eins, daran hielt sich auch Dimitrios Grammozis, der Nachfolger von Gross. Fährmann zahlte zurück – mit meistens starken Leistungen.

Dennoch geht der Kampf um die Kiste nun in eine neue Runde. Sollte Fährmann mit Schalke in die Zweite Liga gehen – angeblich ist er dazu auch zu geringeren Bezügen bereit – wird er auf einen internen Konkurrenten treffen, der ihm schon vor einem Jahr den Rang als Nummer eins streitig amchen wollte. Markus Schubert kommt aus Frankfurt zurück mit dem Ziel: “Ich will spielen. Das ist mein Anspruch.”

Langer hat seinen Platz sicher

Gespielt hat Schubert in der vergangenen Saison eher weniger – bei der Eintracht kam er an Kevin Trapp nicht vorbei und verbuchte keinen Pflichtspiel-Einsatz. Nach Schalke kehrt er nun zwar als U21-Europameister zurück, blieb bei der EM aber auch nur Zuschauer, weil der Mainzer Finn Dahmen seine Sache hervorragend machte.

Schubert ist also erneut in der Rolle des Herausforderers. Als er auf Schalke die Nummer eins war, nachdem David Wagner Alexander Nübel auf die Bank beordert hatte, leistete er sich den einen oder anderen Wackler und wirkte vor allem mental nicht besonders stabil – das wird sicherlich auch Grammozis zugetragen worden sein. Aber Schubert geht davon aus, dass er sich in seiner Zeit in Frankfurt auch ohne Einsatz weiterentwickelt hat, weil er von Trapp lernen konnte, “dass es wichtig ist zu wissen, was man kann – und was man nicht kann, und dass man auf Experimente verzichten sollte”, so Schubert in einem Interview mit Sport1.

Schubert ist der Herausforderer

Interessant wird die Reaktion von Schalke und Schubert sein, sollte sich abzeichnen, dass “Platzhirsch” Fährmann seinen Posten im Tor verteidigt. Dann könnte eine erneute Ausleihe von Schubert (Vertrag bis 2023) ein Thema werden. Sicher kann sich im Schalker Torhüter-Trio nur einer fühlen: Der Vertrag von Michael Langer wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Der 36-Jährige ist als Nummer drei gesetzt – und mit dieser Rolle auch zufrieden.

Norbert Neubaum
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