Ob Mark Uth (am Ball) im Derby spielen kann, ist noch völlig offen. Foto: Rabas

Schalke-Stürmer Mark Uth droht die Zeit davonzulaufen

Gegen Union Berlin wurde Mark Uth schmerzlich vermisst. Ob Schalkes Offensivspieler im Derby zur Verfügung steht, bleibt fraglich.

So trist wie das Wetter am Mittwochvormittag in Gelsenkirchen war die Stimmung bei der Trainingseinheit des FC Schalke 04 nicht ganz. Von den wegen der Corona-Pandemie nur 100 zugelassenen Fans waren fast alle vor Ort. Sie begrüßten und verabschiedeten die Mannschaft mit aufmunterndem Applaus, hingegen blieb es während der 100-Minuten-Einheit weitgehend ruhig.

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Von Euphorie herrschte keine Spur, was angesichts von 20 Spielen in Serie ohne Sieg auch nicht verwunderte. Trotz der Dortmunder Niederlage in der Champions League in Rom wird der BVB von den allermeisten Schalker Anhängern in der aktuellen Lage als mindestens eine Nummer zu groß für die Königsblauen eingeordnet.

Neue Chance für Harit?

Dies hängt auch damit zusammen, dass der Einsatz von zwei Nationalspielern stark auf der Kippe steht. Nahezu ausgeschlossen scheint das Comeback von Suat Serdar im Derby. Der 23-Jährige ist ein „gebranntes Kind“ in Sachen Verletzungen. Nachdem er in Leipzig vorzeitig wegen erneuter muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste, dürfte Schalke-Trainer Manuel Baum jetzt auf Nummer sicher gehen. Serdar ist zu wichtig für Schalke, um ihn zu früh wieder Wettkampfpraxis zu verschaffen, auch wenn jeder Spieler im Derby liebend gern dabei wäre.

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Dies gilt sicherlich auch für Mark Uth. Der schon beim 1:1 gegen Union Berlin schmerzlich vermisste Offensivspieler, der eine starke Vorbereitung absolviert hatte und bei Manuel Baum eine Schlüsselrolle als Führungsspieler einnehmen soll, konnte am Mittwoch nur Teile des Mannschaftstrainings mitmachen. Als es im Trainingsspiel zur Sache ging, musste der 29-Jährige die ungeliebte Rolle des Zuschauers einnehmen.

Derby-Premiere für Ludewig

Uth droht bis Samstag die Zeit davonzulaufen. Sein Ausfall wäre für Schalke bitter, aber auch hier gilt es abzuwägen, ob er seine muskulären Probleme bis zum Spieltag ganz auskurieren kann.
Eine Derby-Hoffnung könnte aus Schalker Sicht Amine Harit sein. Nach seiner Zwangspause wegen Corona drängt der Marokkaner nach einem Kurzeinsatz gegen Union Berlin in die Startelf. Gegen den BVB hat Harit besonders gute Erinnerungen. Beim legendären 4:4 in Dortmund im November 2017 gelang ihm sein erstes Bundesligator.
Zum absoluten Derby-Helden in diesen 90 Minuten avancierte jedoch Naldo mit seinem Ausgleichstreffer in der Schlussminute. Der Brasilianer gehört bekanntlich jetzt zum Trainerstab der Königsblauen und dürfte im Vorfeld des Derbys noch so manche Tipps für die Schalker Spieler bereit.

Unter besonderer Anspannung stehen die Schalker Spieler, die noch nie bei einem Derby gegen Dortmund dabei waren. So wie zum Beispiel Kilian Ludewig, der sich sehr auf diese Partie freut. „Wir werden alles geben, um beim BVB zu bestehen“, verspricht der 20-Jährige, der nach seinem kurzfristigen Wechsel zu Schalke noch im Hotel wohnt.

Wohnungssuche noch erfolglos

Seine Wohnungssuche verlief bisher erfolglos. „Gestern habe ich eine Absage bekommen. Die suchen etwas Langfristiges“, so der Youngster mit einem Grinsen. Seine Leihe läuft bis zum Saisonende.
In der vergangenen Saison hatte Schalke mit dem ebenfalls ausgeliehenen Jonjoe Kenny als Rechtsverteidiger einen guten Griff getan. Ludewig will in dessen Fußstapfen treten. Als gebürtiger Hamburger weiß er um den besonderen Stellenwert solcher Duelle. als Spieler des FC St. Pauli ist er des Öfteren auf den Hamburger SV getroffen. „Das waren immer heiße Spiele“, so der Neu-Schalker. Am Samstag dürfte es wieder so sein.

Frank Leszinski
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