Schalke-Trainer David Wagner muss mit einem stark ersatzgeschwächten Kader arbeiten. -Foto (Archiv): NBM

Schalke-Trainer David Wagner hat Europa abgeschrieben

Noch drei Spieltage, dann ist eine sehr enttäuschende Bundesligasaison für Schalke 04 beendet. Theoretisch ist Rang sechs oder sieben zwar noch möglich, doch so recht glaubt niemand daran.

Wer 13 Bundesligaspiele in Folge nicht gewonnen hat, bei dem sind die Ansprüche Stück für Stück gesunken. Schalke-Trainer David Wagner wollte deshalb auch nichts davon wissen, ob Schalke vor der heutigen Partie in Frankfurt (18.30 Uhr, DAZN und Amazon Prime Video) noch auf einen Europa-League-Platz gucke.

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Zwar sind die Königsblauen von Platz sieben nur vier Punkte entfernt, „aber das wäre der völlig falsche Ansatz, über Europa nachzudenken. Es geht einzig und allein darum, sich auf den nächsten Gegner Eintracht Frankfurt zu konzentrieren“, betonte Wagner. Gleichzeitig verwies der 48-Jährige auf die nicht zu leugnende Tatsache, dass seine Mannschaft in der Rückrunde erst einen Sieg gefeiert hat.

Ob in Frankfurt der zweite Erfolg im Jahr 2020 gelingen kann, wollte Wagner nicht näher bewerten. Für ihn zählt primär, dass seine Mannschaft ähnlich leidenschaftlich auftreten kann wie im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

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Dabei wird der Schalker Coach notgedrungen auf eine Vielzahl von „jungen Wilden“ setzen müssen, denn die Schalker Personalsituation bleibt weiterhin angespannt. Fehlten gegen Leverkusen zehn Stammkräfte, dürften es in Frankfurt nur unwesentlich weniger sein. Zwar rechnet Wagner mit der Rückkehr von Rabbi Matondo und Benito Raman, aber dafür fehlt der gesperrte Daniel Caligiuri sowie die restlichen Verletzten wie Amine Harit, Matija Nastasic, Omar Mascarell oder Salif Sané, der sich sogar einer zweiten Knieoperation unterzog.

Kritik vom Fan-Verband

Dennoch gewinnt Wagner der Personallage auch etwas Positives ab. „Junge Spieler können schneller regenerieren“, so der Schalker Coach. Gegen Leverkusen wies seine Mannschaft ein Durchschnittsalter von 23,6 Jahren aus. Ähnlich dürfte es in Frankfurt aussehen, wo Schalke auf einen Gegner trifft, „der wegen seiner vielen Spiele nicht vor Leichtigkeit strotzt“ (O-Ton-Wagner).

Derweil hat der Schalker Fanklub-Verband auf seiner Facebook-Seite heftige Kritik am Erscheinungsbild des Vereins geübt. „Fakt ist, Schalke 04 tritt seine Identität gerade in die Tonne. Kumpel- und Malocherklub? Wie kann man den Abschied vom Bergbau festlich begehen, die Kumpels ehren und Monate später unsere soziale Verantwortung gänzlich vernachlässigen? Kommunikation und Außendarstellung, zur Zeit eine glatte 6!“ Das sind nur einige Kritikpunkte der längeren Stellungnahme von der Basis, die zeigt, wie tief die Gräben derzeit sind.

Frank Leszinski
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