Will Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin werden: Karin Welge (SPD). -Foto: Heselmann

Karin Welge stellt sich vor

Karin Welge geht bei der Kommunalwahl für die SPD ins Rennen um das Amt der Oberbürgermeisterin. Jetzt stellte sie ihr Wahlprogramm vor.

„Echt.“ Und noch einmal: „Echt“. Dieses Wort benutzte Karin Welge am Montag ziemlich oft, aber das ist verständlich: Schließlich ist die Kampagne der SPD zur Kommunalwahl auf diesem Wort aufgebaut. „Echt.Gelsenkirchen“ und „Echt.Welge“ lauten die Wahlkampfslogans, die Karin Welge am 13. September den Weg ins Hans-Sachs-Haus bereiten sollen. Die 57-Jährige will Nachfolgerin von Oberbürgermeister Frank Baranowski werden, der bekanntlich nicht mehr antritt. Jetzt stellte die Sozialdemokratin ihr Wahlprogramm vor.

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Der Ort für die Pressekonferenz war symbolisch gewählt: Die Besprechung fand in einem Klassenzimmer im Integrativen Multikulturellen Zentrum in Bismarck statt, einer ehemaligen Schule im Gründerzeitstil. Das Thema Bildung liege ihr nämlich sehr am Herzen, sagte Karin Welge.

Das plant Welge mit dem „Bildungs-Campus”

Anhand von vier Beispielen erläuterte Welge ihre Ziele und Planungen für Gelsenkirchen – das erste Beispiel war der Bildungs-Campus. „Junge Menschen sind das Potenzial einer jeden Gesellschaft“, erläuterte sie – doch aus unterschiedlichen Gründen gelinge es nicht allen, eine erfolgreiche Schullaufbahn und eine gute berufliche Ausbildung zu absolvieren.

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Ihr Vorschlag: Die Errichtung eines interdisziplinären, ganzheitlichen Bildungscampus, der die Arbeitswelt auf eine ganz neue und innovative Weise vernetzt. Dabei sollen Arbeitgeber eingebunden werden, damit junge Menschen qualifiziert und motiviert werden, in Gelsenkirchen zu arbeiten und zu leben. „Wir sind bereits dabei, diese Option baulich, räumlich und personell auszuloten“, erklärte Karin Welge.

„Mehr Arbeit nach Gelsenkirchen holen”

Wichtig sei ihr auch eine Gelsenkirchener Arbeitsplatzoffensive nach Corona, nannte die Kandidatin ihr zweites Beispiel. „Wir wollen Unternehmer, berufliche Verbände, Lehrende, Gewerkschaften und Stadt genauso einbinden wie Bürgerinnen und Bürger“, so Karin Welge. „Wir werden ungewöhnliche Wege gehen und Mut zeigen müssen, damit wir mehr Arbeit nach Gelsenkirchen holen.“

Auch das Thema Integration sei ihr sehr wichtig, erläuterte Welge weiter. „Die Bedingung für eine gelungene Integration sind gegenseitige Akzeptanz und das Kennenlernen und Verstehen der unterschiedlichen Welten“, sagte sie – genauso wichtig seien aber Regelkonformität und ein gesellschaftlicher Konsens darüber, was das Miteinander erfordert. „Die Einhaltung der Rechtsordnung ist die Grundlage unseres Staatsverständnisses“, mahnte Karin Welge.

Seit 2011 ist Karin Welge in Gelsenkirchen

Ihr vierter Punkt sei die Frage, wie die beiden Innenstädte im Süden und Norden der Stadt in 20 Jahren aussehen würden. „Online-Kaufverhalten, Corona und geringe Kaufkraft erfordern ein umfassen neues Konzept unserer Innenstädte“, fasste Welge zusammen. Daran müssten auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Sie nannte die Einrichtung der Bezirksforen als gutes Beispiel für eine gelungene und funktionierende Beteiligung der Bürger am städtischen Haushalt.

Karin Welge wurde 1962 im saarländischen Wadern geboren. Die Mutter zweier Töchter studierte Jura in Bonn. Seit 2011 arbeitet sie in Gelsenkirchen, zunächst als Sozialdezernentin, dann als Kämmerin, heute als Stadtdirektorin.

Matthias Heselmann

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