Auf Jochen Schneider wartet noch viel Arbeit. Foto: NBM

So viel Jochen Schneider steckt schon im FC Schalke 04

Wer sich über Jochen Schneider in der Bundesligaszene erkundigt, der bekommt ein Attribut über den 49-Jährigen fast immer wieder zu hören: Der Manager gehöre zu den seltenen Personen, die „vollkommen uneitel“ seien.

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Neues Ruhr-Wort

Diese Einschätzung legt zwar nahe, dass Schneider lieber im Hintergrund arbeitet, doch sollte man sich nicht täuschen, der Schalker Sportvorstand hat seit seinem Amtsantritt im März 2019 schon eine Reihe von grundlegenden Entscheidungen getroffen, um wettbewerbsfähiger zu werden.
Verjüngung: Unter Schneider hat Schalke seine Mannschaft erheblich verjüngt. Nur wenige Stammspieler der vergangenen Saison wie Bastian Oczipka oder Daniel Caligiuri hatten die 30 bereits überschritten. Dazu passte, dass mit Alexander Nübel ein 23-Jähriger Torwart zu Beginn der Spielzeit die Kapitänsbinde tragen durfte.

Vertrauen zum Nachwuchs

Auch für die neue Saison dürften junge Spieler zumindest im Mannschaftsrat vertreten sein. Dahinter steht auch die Überlegung, dass in diesem Alter Leistungsexplosionen und entsprechend enorme Wertsteigerungen möglich sind.

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Scouting-Abteilung: Weil Schalke jeden Euro mindestens zweimal umdrehen muss, stand der Neuaufbau des Scouting-Systems im Fokus. Das Ziel: Eine deutlich erhöhte Erfolgsquote bei Transfers, obwohl die verfügbaren Mittel geringer sind. Schneider: „Wenn es uns wieder gelingt, junge Spieler wie Ozan Kabak oder Jonjoe Kenny zu holen, dann können wir auch eine ordentliche Mannschaft aufs Feld führen“.

Personelle Korrekturen

Bis zum Trainingsauftakt am 31. Juli wird man sehen, wie weit die Blau-Weißen mit ihren Personalplanungen vorangekommen sind. Es ist davon auszugehen, dass eine Reihe von Personalfragen noch geklärt werden müssen.

Mehr Qualität in allen Bereichen: Schneider ist der festen Überzeugung, dass sich Erfolg nur dauerhaft einstellen wird, wenn die Strukturen stimmen. Deshalb hat er auch kräftig ins Personal rund um die Mannschaft investiert. Bisher waren die personellen Maßnahmen noch mit wenig sichtbarem Erfolg verknüpft. Läuft es nicht nach Wunsch, wie im Fitness- und Rehabereich, scheut Schneider nicht davor zurück, Personal auszutauschen.

Nachwuchsförderung: Der Stellenwert der Knappenschmiede hat sich unter Schneider weiter erhöht. Zur Freude natürlich von A-Jugendtrainer Norbert Elgert, der auch eine auswärtige Neuzugänge – zum Beispiel aus Hoffenheim – in seinem neuen Kader hat. „Das haben wir bisher nicht gemacht, das werden wir ändern. Das ist unser Weg“, sagte Schneider kürzlich im „Doppelpass“. Bisher haben die Königsblauen die Verpflichtung fünf neuer Spieler für die A-Jugend bekannt gegeben.

Mit Can Bozdogan und Malick Thiaw haben zwei Schalker Nachwuchstalente den Sprung in den Profikader geschafft. Weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Die wirtschaftliche Krise, in der sich Schalke befindet, könnte vor allem für die Youngster eine große Chance sein, früher als erwartet in der Bundesliga Fuß zu fassen.

Norbert Neubaum
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