Helge Coenen

Seit 30 Jahren sind Brettspiele das Hobby von Helge Coenen. Foto: André Przybyl

Spiele-Tipps von Helge Coenen

Die Spiele-Messe in Essen ist abgesagt. Also verrät Helge Coenen vom Brettspiel-Kontor in Buer, was demnächst gespielt wird. 

Helge Coenen spielt gerne. „Seit 30 Jahren ist das mein Hobby“, erklärt der 48-Jährige. Besonders Brett- und Kartenspiele haben es ihm angetan. Im vergangenen Jahr hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und das Brettspiel-Kontor an der Hagenstraße eröffnet. 

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Welche Spiel in der Gunst ganz oben stehen

Zuvor war Coenen 30 Jahre Chemie-Laborant. „In der Freizeit habe ich mich privaten Spielegruppen angeschlossen, mit Freunden getroffen und wir haben gemeinsam Spiele gespielt“, erzählt er. Das Hobby wird zum „Selbstläufer“. „Heute besitze ich rund 1.000 Spiele, die sich Zuhause in mehreren Räumen stapeln.“ Ärger mit seiner Freundin Janina Reimers gebe es nicht. „Sie spielt ebenfalls gerne und unterstützt mich in meinem Geschäft, wenn sie dafür Zeit findet.“ Den Wunsch, einen Spiele-Laden zu eröffnet, habe er schon länger gehegt. „Im vergangenen Jahr habe ich dann Nägeln mit Köpfen gemacht und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.“

Karten- und Strategiespiele stehen in seiner Gunst ganz oben. „Ein klarer Favorit ist für mich nur schwer auszumachen“, erzählt er. „Ich spiele verschiedene Spiele sehr gerne.“ Eines seiner Lieblingsspiele sei aktuell das Brettspiel „Blood Rage“. Dabei schlüpfen die Spieler in die Rolle von Wikingern. Es gilt, Aufgaben zu bestehen und Schlachten zu gewinnen, um sich seinen Platz in der Ruhmeshalle Walhall zu sichern. Auch sogenannte Fun-Spiele, bei denen die Spieler zum Beispiel zeichnen oder Wortspiele machen müssen, findet der 48-Jährige gut.

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Spiele-Messe aufgrund Corona abgesagt

Ein regelmäßiger Treffpunkt der Szene, die Spiele-Messe Spiel in Essen, wurde in diesem Jahr aufgrund der Pandemie abgesagt. Mit der Spiel.digital findet nun vom 22. bis 25. Oktober eine Alternative im Internet statt. Für Helge Coenen ein richtiger Schritt. „Ich finde es gut, denn es bietet Interessierten die Möglichkeit, sich über Neuheiten zu informieren.“ Doch die Spiele-Verlage würden nicht auf die analoge Welt verzichten wollen. „Auch in meinem Laden präsentiere ich ab Oktober verschiedene Neuheiten, die ansonsten auf der Messe gezeigt würden.“ 

In neue Welten einzutauchen, macht für Helge Coenen den Reiz des Spielens aus. „Ich kann mal Händler oder Kaufmann, ein anderes Mal Ritter oder Astronaut sein.“ Ferner schätzt er das Beisammensein – in Zeiten von Corona nicht ganz einfach. „Die Spieler können sich aber einfach etwas weiter auseinandersetzen.“

Spiele, die sich gut während der Pandemie spielen lassen

Außerdem gebe es eine Reihe von Spielen, die sich sehr gut während der Pandemie spielen ließen. „Einige kann man mit anderen vor der Web-Cam spielen“, führt Coenen näher aus. „Dabei hat der Spieler zum Beispiel einen Block vor sich, auf dem er etwas einzeichnen oder abhaken muss.“ PC- und Online-Spiele sieht der 48-Jährige nicht als Konkurrenz. „Viele entdecken zurzeit das Brettspiel für sich“, berichtet er. „Auch Online- oder PC-Spieler suchen zunehmend einen Gegenpol zum alleine Spielen am Computer.“ Dieser Trend sei in allen Altersgruppen festzustellen. 

Jetzt, da die dunkle Jahreszeit naht, würden sich viele Spieler freuen. „In Herbst und Winter haben Brett- und Kartenspiele Hochsaison“, erklärt der 48-Jährige. „Dann muss keiner ein schlechtes Gewissen haben, wenn er Zuhause spielt, anstatt bei schönem Wetter draußen unterwegs zu sein – das geht mir ähnlich.“ Im Sommer würden eher Reisespiele nachgefragt, die auch im Garten gespielt werden können. „Jetzt stehen die kleinteiligen und Strategiespiele, denen man sich länger widmen muss, hoch im Kurs.“

Zwei Chemie-Spiele im Sortiment

Komplett von seinem alten Beruf kann Helge Coenen jedoch nicht lassen. „Ich habe zwei Chemie-Spiele im Sortiment“, erzählt er. „So ganz kann ich doch nicht über meinen Schatten springen.“  

Spiele-Tipps:

Pharaon: „Das Spiel ist ein guter Allrounder, das sich mit der ganzen Familie spielen lässt“, erklärt Helge Coenen. Ein bis fünf Spieler müssen sich als Pharao im alten Ägypten auf das Leben nach dem Tod vorbereiten.

Der Kartograph: Die Spieler müssen ein Fantasieland kartographieren und dabei kluge Grenzen ziehen. „Ein Spiel, das man auch gut in Corona-Zeiten spielen kann“, meint Helge Coenen. „Denn es lässt sich sowohl zu mehreren als auch alleine gegen das Spiel spielen.“

Tippi Toppi: Ein Kartenspiel, bei dem die Spieler eine bestimmte Anzahl an Aufträgen schaffen müssen, bevor der Kartenstapel aufgebraucht ist. „Die Aufgaben gilt es im Team zu meistern“, erklärt Helge Coenen. 

Heul doch! Mau Mau: „Das Spiel ist wirklich witzig“, findet Helge Coenen. „Es liegt auch ein Taschentuch bei.“ Dabei gilt es, so viele Punkte wie möglich zu machen. Dazu sammeln die Spieler Zwiebelkarten mit möglichst hohen Werten.

André Przybyl
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