Wolfgang Heinberg: Abschied aus der aktiven Politik

CDU-Politiker Wolfgang Heinberg legt sein Ratsmandat und politische Ämter zum Jahresende 2021 nieder. Dies gab die Union am Montag bekannt.
CDU-Politiker Wolfgang Heinberg legt sein Ratsmandat und politische Ämter zum Jahresende 2021 nieder. Dies gab die Union am Montag bekannt.
Wolfgang Heinberg. –Foto: CDU

CDU-Politiker Wolfgang Heinberg (60) legt sein Ratsmandat und politische Ämter zum Jahresende 2021 nieder. Dies gab die Union am Montag bekannt. „Ich habe mich über 25 Jahre mit großer Leidenschaft in die Kommunalpolitik meiner Heimatstadt eingebracht – als Stadtverordneter, als Mitglied im Fraktionsvorstand und davon rund 14 Jahre in der vordersten Linie der Fraktion, als Kreisvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), als Vorsitzender meiner Ortsunion in Heßler und im CDU-Kreisvorstand“, sagte Wolfgang Heinberg resümierend. „Wir bedauern diesen Schritt von Wolfgang Heinberg“, erklärte unterdessen der Kreis- und Fraktionsvorsitzende der CDU Gelsenkirchen, Sascha Kurth.

In den letzten Monaten habe er gemerkt, so Heinberg. „dass mir die notwendige Leidenschaft, die man unbedingt für ein Ehrenamt in der Kommunalpolitik braucht, schrittweise verloren gegangen ist. Ich mache dies nicht an einzelnen Ereignissen oder Entwicklungen fest – es war ein sehr persönlicher Prozess mit einer Entscheidung, die sich über mehrere Monate entwickelt hat“. Deswegen habe er sich entschlossen zum Jahresende 2021 seine politischen Ämter und politischen Mandate insgesamt niederzulegen und sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen.

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Heinberg war auch Reizfigur

In Wolfgang Heinberg verabschiedet sich zum Jahresende ein Kommunalpolitiker aus der aktiven Politik „in der ersten Reihe“, der für die politischen Mitbewerber immer auch „Reizfigur“.  Für den gelernten Erzieher und Sozialarbeiter Wolfgang Heinberg stand das Thema Jugend-, Familien- und Sozialpolitik nach eigenen Worten ganz oben auf der politischen Agenda. Über die Jahre kamen dann die Themen Integration, Sicherheit und Ordnung sowie sein Engagement für eine moderne Verkehrs- und Mobilitätspolitik hinzu.

„Ich konnte zwischen 1999 und 2004, in der Zeit als Oliver Wittke unser Oberbürgermeister war und ich viel von ihm und unserem damaligen Fraktionschef Gerd Schulte lernen durfte, erste politische Entscheidungen mit vorbereiten und mit prägen – gemeinsam mit unserem damaligen politischen Bündnispartner, den Grünen, und oft gegen den Widerstand der SPD“, sagte Heinberg.

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Manche politischen Weichen seien bis heute ein Stück weit prägend für das politische Gelsenkirchen und für die Zusammenarbeit von Verwaltung und freien Trägern. „Zurückblickend kann ich heute sagen: Gelsenkirchen braucht Politikerinnen und Politiker, die mit Herz, Sachverstand und Leidenschaft Ziele formulieren und die bereit sind, auch mutige Entscheidungen zu treffen und unbequeme Themen anzugehen“, betonte Heinberg.

Heinberg möchte sich weiterhin für die Stadt engagieren

Neben vielfältigen Funktionen in Fraktion und Kreispartei war Wolfgang Heinberg auch viele Jahre zum Beispiel Mitglied der Gremien der Sparkasse Gelsenkirchen, der Stadtwerke, der örtlichen Arbeitsagentur und des örtlichen Jobcenters. Außerdem vertrat er seine Partei und die Stadt Gelsenkirchen im Westfalenparlament des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und in den Gremien des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. „Ich bin dankbar für die vergangenen 25 Jahre, weil ich im Rahmen meiner Mandatstätigkeit viele spannende Menschen kennenlernen durfte“, sagte Heinberg.

Politische Weggefährten wie Johannes Delmeré, Günther Brückner, Oliver Wittke, Gerd Schulte und  Wolfgang Meckelburg hätten ihn geprägt. „Mit ganz wenigen politischen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern verbindet mich eine echte persönliche Freundschaft über die Politik und die CDU hinaus – die, die ich meine, wissen, wen ich meine“, sagte Heinberg. „An manche Menschen, Ereignisse und Begegnungen erinnere ich mich gerne, weil diese Begegnungen grundsätzlich von Fairness geprägt und wir auch über Parteigrenzen hinweg durch gemeinsame politische Grundhaltungen miteinander verbunden waren, sind und bleiben“. Er denke da unter anderen an den ehemaligen Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski und auch an ein paar „grüne Freundinnen und Freunde“.

Heinberg möchte sich nach eigenen Worten weiter in der Stadt engagieren: „Denn Zukunft für unsere Stadt zu gestalten ist nicht nur Aufgabe gewählter Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Wir alle haben Verantwortung und wir sind aufgefordert, unsere Heimatstadt und unser gesellschaftliches Miteinander mitzugestalten.“

Entscheidung verdiene Respekt

„Wolfgang Heinberg verdient nicht nur unseren Dank für sein Engagement über Jahrzehnte, sondern auch unseren Respekt für seine aktuelle Entscheidung. Wenn die Leidenschaft schleichend nachlässt, ist es kein leichter Schritt, ist es eine Entscheidung, an der viele andere gescheitert sind, den Weg zu gehen und den richtigen Zeitpunkt für das politische Karriereende selbst zu wählen“, sagte Sascha Kurth. „Deshalb respektieren wir die Entscheidung und freuen uns, Wolfgang Heinberg auch weiterhin als Ratgeber und Weggefährten in den Reihen unserer CDU zu haben.“

Heinberg habe „leidenschaftlich für die Interessen der Menschen gekämpft“ und zur Kontinuität der Arbeit in der Partei  maßgeblich beigetragen. ¡Dabei hat er auch nie die Entwicklung neuer Ideen und die Förderung neuer Köpfe aus dem Auge verloren“, sagte Kurth.

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