Grüne, WIN und FDP im Stadtrat Gelsenkirchen unterstützen die Forderung der Bürgerinitiative „Uns stinkt’s!“ nach einer Untersuchung des Gesundheitszustandes der Anwohner um die Zentraldeponie Emscherbruch.
Die Zentraldeponie Emscherbruch aus der Vogelperspektive. Foto: Frank Rogner/AGR

Grüne, WIN und FDP im Stadtrat Gelsenkirchen unterstützen die Forderung der Bürgerinitiative „Uns stinkt’s!“ nach einer Untersuchung des Gesundheitszustandes der Anwohner um die Zentraldeponie Emscherbruch.

In der heutigen Sitzung des Umelt-Ausschusses setzen sich die Grünen nach eigener Aussage in einem gemeinsamen Antrag mit der WIN und der FDP für ein sogenanntes Human- Biomonitoring ein, das den Gesundheitszustand der Anwohnenden an der Zentraldeponie Emscherbruch (ZDE) untersuchen soll. Diese Maßnahme wird schon lange von der Bürgerinitiative „Uns stinkt’s!“ eingefordert und auch im Fazit eines vorherigen Gutachtens zur Belastung der Umwelt rund um die ZDE empfohlen. 

Erhöhtes Risiko für Krebs- und Herzerkrankungen

Die Erweiterung und Laufzeitverlängerung der Zentraldeponie Emscherbruch werden immer wahrscheinlicher, eine mögliche Entscheidung könnte schon diesen Sommer kommen. Dabei kommt bereits das humantoxikologische Gutachten vom Institut für Umweltanalyse (IFUA) von November 2020 zu dem Schluss, dass die Belastungen an Stickoxiden, Feinstaub und Verkehrslärm reduziert werden müssen. „Dies wird im Falle der Erweiterung der Deponie nicht erreicht werden können“, erklären die Grünen in einer Pressemitteilung. 

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„Die Ergebnisse dieses Gutachtens lesen sich wie ein Schauerroman, es liegt bereits ein erhöhtes Risiko für Krebs- und Herzerkrankungen vor. Die Situation an der ZDE muss uns alle alarmieren, ein zusätzliches Monitoring des Gesundheitszustandes der Anwohnenden würde das Bild ergänzen und die Sorgen vor Ort ernst nehmen“, resümiert Dennis Hoffmann, umweltpolitischer Sprecher der Gelsenkirchener Grünen. 

Kosten soll Land übernehmen

In Absprache mit der WIN-Faktion und der Bürgerinitiative hat die grüne Fraktion in den letzten Tagen bei den Fraktionen von SPD, CDU und FDP für einen gemeinsamen Antrag geworben, nach dem sich die Stadt Gelsenkirchen dafür einsetzen soll, dass das Biomonitoring stattfindet und die Kosten dafür vom Land übernommen werden. „Eine solche Maßnahme ist bereits im Zusammenhang mit der Erweiterung der Deponie Eyller Berg in Kamp-Lintfort mit Finanzierung des Landes erfolgt. Wir fordern hier eine Gleichbehandlung“, sagt Hoffmann. 

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„Die Bezirksvertretung Wanne hat einen entsprechenden Beschluss für ein Biomonitoring bereits am 13. April gefällt. Es ist sinnvoll und geboten, dass wir dieselbe Maßnahme auch von Gelsenkirchener Seite aus unterstützen und damit noch vor einem Beschluss im Sommer mit einer gemeinsamen Stimme bei der Bezirksregierung Münster und dem Land NRW vorstellig werden“, erläutert die grüne Fraktionsvorsitzende Adrianna Gorczy. „Wir freuen uns, dass wir die FDP noch mit als Antragstellerin ins Boot holen konnten, aber er ist uns unverständlich, wie die SPD uns in diesem Anliegen eine Absage erteilen konnte und nun einen eigenen Antrag, wahrscheinlich gemeinsam mit dem Koalitionspartner, stellen will.“ 

Ein starkes Signal

Schließlich hätten Grüne, WIN, FDP sowie die Bürgerinitiative sich gewünscht, dass die demokratischen Fraktionen im Vorfeld zusammenarbeiten und das Biomonitoring in der Siedlung um die ZDE gemeinsam auf den Weg bringen. „Das wäre ein starkes Signal gewesen, entscheidend ist aber letztlich die Umsetzung und dass die Anwohnenden endlich wissen, woran sie sind“, betont Gorczyk. 

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