Arche Noah: Klinikclowns besuchen kranke Kinder

In der Arche Noah am Marienhospital Gelsenkirchen besuchen Klinikclowns regelmäßig kranke Kinder – für ein Lächeln, wie sie selber sagen.
In der Arche Noah am Marienhospital Gelsenkirchen besuchen Klinikclowns regelmäßig kranke Kinder - für ein Lächeln, wie sie selber sagen.
Molly und Klüngel mit Alina Schmitt. Foto: St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH

 

Dienstagmorgen um 11 Uhr. – dieser Termin ist eine feste Konstante im Wochenkalender der Arche Noah, der Kurzzeiteinrichtung und Hospiz für Kinder am Marienhospital Gelsenkirchen, dem viele der jungen Gäste der Arche Noah mit großer Vorfreude entgegenblicken. Denn dann kommen die Klinikclowns zu Besuch.

Das in den USA entwickelte Konzept der Klinikclowns schwappte in den 90er-Jahren nach Europa herüber. In diesem Jahr feiert der Clownsvisite e. V. sein 20-jähriges Bestehen. Fast genauso lange sind die Klinikclowns gern gesehene Stammgäste in der Arche Noah sowie in der Kinderklinik im Marienhospital Gelsenkirchen.  Insgesamt 13 Clowns sind bei Clownsvisite tätig und besuchen regelmäßig Kinderkliniken, Kinder- und Jugendheime, aber auch Senioreneinrichtungen. Und eben die Arche Noah. Jede Woche eine Stunde lang, bevor es anschließend in die benachbarte Kinderklinik im Marienhospital Gelsenkirchen geht.

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Nicht um jeden Preis lustig Sein

Molly und Klüngel sind die beiden weiblichen Clowns, die regelmäßig in der Arche Noah vorbeischauen. „Sobald wir die Nase aufhaben, sind wir Clowns in unserem Element. Unsere Intention ist es nicht, um jeden Preis lustig zu sein. Wir wollen die Kinder wie auch die Mitarbeiter überraschen, ablenken, für ein paar Momente in eine andere Welt eintauchen lassen. Clowns sind Emotionswesen. Wenn wir einen Raum betreten, fahren wir zunächst einmal unsere sensiblen Antennen aus, um zu ergründen: Wie ist die Stimmung? Und lassen uns dann darauf ein. Wenn ein Kind beispielsweise Wut äußert, dann nehme ich die Wut an, werde in meiner Rolle auch wütend und versuche dies zu spiegeln und helfe dadurch, die Wut abzubauen.“

Klüngel ergänzt: „Es geht gar nicht vordergründig um das lustig Sein. Wir machen keine Bühnenclownerie, führen keine ausgefeilten Kunststücke oder besonders tolle Musik auf, sondern wir wollen Kontakt aufnehmen – auf eine naive Art und Weise, ganz frei von Barrieren. Wir kommen auch nicht, um Therapieerfolge zu erzielen, sondern agieren absichtslos. Manchmal bekommen wir ein Lächeln von einem Kind, das sonst wenig bis nie lacht. Genau für solche Momente machen wir das.“

Clown findet schnell Draht zu einem Kind

Von solchen Erlebnissen ist auch Alina Schmitt, Einrichtungsleitung der Arche Noah, immer wieder beeindruckt: „Manchmal findet ein Clown sehr schnell einen Draht zu einem Kind, zu dem wir nur mit viel Geduld und Mühe einen finden konnten. Ein Clown hat nun mal eine gänzlich andere Herangehensweise. Kinder mit einer erheblichen kognitiven Einschränkung mögen für solche Signale empfänglich sein, zumal ein Clown durch seine Leichtigkeit etwas weniger komplex auf Kinder wirken mag. Für die relativ hohe Tonlage eines Clowns in Verbindung mit den recht hohen Tönen der Musik sind kleine Kinder gemeinhin sehr empfänglich. Das Repertoire der Klinikclowns ist definitiv ein Gewinn für die Kinder in der Arche Noah.“

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Als Dank für die seit beinahe zwei Jahrzehnten seitens der Arche Noah gezeigte Gastfreundschaft haben Molly und Klüngel ihrer Gastgeberin Alina Schmitt zum Abschluss ihres Besuchs einen Clownsorden verliehen. Dann wurden noch Lieder auf der mitgebrachten Gitarre gespielt – und die Klinikclowns zogen weiter.

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