Der Schalker Krisenkreisel

Aus der „Ergebnisdelle“ ist eine veritable Schalker Krise geworden. Trainer David Wagner wirkt ratlos.

Schalkes Fans mussten auch noch den Spott des Gegners nach dem peinlichen 0:3 gegen den FC Augsburg ertragen. Denn der FCA stellte auf seinem Twitterkanal neben das „S04“-Klublogo in Anlehnung an das Ergebnis vom Sonntag ein zweites Wappen mit der Aufschrift „S03“. So weit ist es mit den Königsblauen also nach 27 Spieltagen gekommen: Selbst biedere Bundesligateams wie der FC Augsburg machen sich über die Blau-Weißen lustig.

Trainer Wagner wirkt mit jedem Misserfolg ratloser. Obwohl seine Mannschaft nach Herzenslust stümperte, vermied es der 48-Jährige nach diesem Debakel verbal eine härtere Gangart anzuschlagen. Seine Botschaft lautete vielmehr sinngemäß, seinen Spieler zu stützen und weiterhin Vertrauen zu schenken. Denn die Psyche spiele ja auch eine Rolle.

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So macht sich der Cheftrainer weiter angreifbar

Dabei macht sich Wagner jedoch selbst angreifbar, weil er nicht den Eindruck vermittelt, kurzfristig Lösungen für den dramatischen Abwärtstrend zu finden. Schon seine Körpersprache an der Seitenlinie irritiert mehr und mehr Schalker Fans, weil der Coach eher stoisch als energisch das Geschehen verfolgt.

Auch seine Personalentscheidungen werden zunehmend kritisch hinterfragt. Vor allem im Angriff hat Wagner in der Rückrunde die verschiedensten Personalvarianten ausprobiert – ohne Erfolg mit Ausnahme des Rückrundenauftakts gegen Mönchengladbach (2:0).

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Diese Spieler sind alle weit von ihrer Normalform entfernt

Damals brillierte der vom FC Augsburg in der Winterpause ausgeliehene Michael Gregoritsch mit einem Tor und einem Assists. Wer Gregoritsch nun gegen seinen eigentlichen Stammverein spielen sah, konnte kaum glauben, dass dies derselbe Spieler war, denn der Leistungsunterschied war zu krass.

Solch ein Formverfall von gestandenen Bundesligaspielern ist bei den Königsblauen kein Einzelfall in dieser Saison. Spieler wie Weston McKennie, Jonjoe Kenny oder Suat Serdar sind meilenweit von der Form entfernt, die sie in der Hinrunde gezeigt haben. Serdar droht nach seiner vorzeitigen Auswechslung gegen Augsburg sogar das Saisonaus. Am Dienstag gibt es noch eine Untersuchung.

Auch in diesem Punkt war Schalke schlechter als Augsburg

Alarmierend muss für das große Trainerteam auch die Tatsache sein, dass Gegner Augsburg 5 Kilometer mehr lief als die Schalker Spieler. Wer spielerisch keine Akzente setzen kann und sich nur eine echte Tormöglichkeiten in 90 Minuten erspielt, bei dem sollte wenigstens der Einsatz und das Engagement stimmen. Doch hier hinkt Schalke ebenfalls hinterher.

Dies hängt auch damit zusammen, dass im Kader keine gestandenen Führungsspieler zu finden sind. Mannschaftskapitän Omar Mascarell könnte diese Rolle ausfüllen, aber er ist aus Verletzungsgründen noch kein Thema. Und erfahrene Spieler wie zum Beispiel Daniel Caligiuri haben momentan mehr mit sich selbst zu tun, als dass sie der eigenen Mannschaft Impulse geben können.

Das sagt Olaf Thon zur Schalker Krise

Auch Schalke-Legende Olaf Thon macht sich natürlich Sorgen um seinen Klub: „Der Trend zeigt leider weiter nach unten. Das ist schon ein bisschen beängstigend, wie die Mannschaft gegen Augsburg gespielt hat.“

Trotzdem hat Thon Platz sechs für Schalke und damit die Qualifikation für die Europa League noch nicht abgeschrieben: „Ich hoffe sehr, dass die Mannschaft in Düsseldorf und gegen Bremen den Bock umstoßen kann. Jetzt kommt es auch viel auf die Psyche jedes einzelnen Spielers an. Ein Erfolgserlebnis könnte eine große positive Wirkung entfalten“.

Was ihm Hoffnung macht: Torwart Markus Schubert habe gegen Augsburg wesentlich stabiler gespielt als im Derby und mit der möglichen Rückkehr von Ozan Kabak wäre in der Defensive noch mehr Qualität vorhanden. Doch eins ist sicher: Noch so ein Auftritt wie gegen Augsburg kann sich Schalke nicht leisten.

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