In Gelsenkirchen ist die Vorwarnstufe von 35 überschritten. Die Stadt bereitet sich auf eine lokale Corona-Bremse vor

Bereits am Freitagnachmittag hatte die Stadt Gelsenkirchen angesichts eines steigenden Inzidenz-Wertes die städtischen Planungen vorgestellt. Dieser  soll greifen, wenn der Wert die in der Corona-Schutzverordnung definierte Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen übersteigt.

Am heutigen Samstag (19.9.) hat das Robert-Koch-Institut ein Inzidenz-Wert von 44,1 kommuniziert worden. Am Freitag wurden 15 Neuinfektionen vermeldet Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag mehrere Wochen zwischen 8 und 12. Im August gab es bereits einen zeitweiligen Anstieg auf rund 22. Im April dieses Jahres allerdings auch schon bei Zahlen um die 35. „Das sind Zahlen, die Besorgnis erregend sind und die wir ernst nehmen, angesichts derer wir aber auch nicht in Panik verfallen müssen. Sondern wir müssen jetzt das tun, was wir als Stadt tun können. Letztlich endscheidend ist aber nach wie vor, wie verantwortungsbewusst sich die Menschen verhalten“, sagte Gelsenkirchens Gesundheitsdezernent Luidger Wolterhoff.

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Beschränkungen für Privatfeiern

Wenn der Inzidenz-Wert auch 50 übersteigt, soll per städtischer Allgemeinverfügung die Anzahl der zulässigen Gäste bei privaten Feiern von derzeit 150 auf 50 begrenzt werden. Für Feste, die in gewerblich vermieteten Räumlichkeiten stattfinden, muss der Veranstalter für das jeweilige Fest zudem eine Liste mit den Daten der voraussichtlichen Teilnehmenden vorlegen. Darüber hinaus sollen in privaten Räumlichkeiten wie zum Beispiel Wohnungen Feste aus herausragendem Anlass nur noch mit höchstens 25 Teilnehmern möglich sein.

„Wir haben in den vergangenen Tagen feststellen müssen, dass vor allem größere private Feiern in Gelsenkirchen zu einer Verbreitung des Corona-Virus beigetragen haben. Auf diese Weise wollen wir ganz gezielte, auf das Infektionsgeschehen in Gelsenkirchen abzielende Maßnahmen treffen, die möglichst effektiv das Infektionsgeschehen reduzieren, aber gleichzeitig die Menschen in der Stadt so wenig wie möglich einschränken“, sagte Krisenstabsleiterin Karin Welge. Auch das Schalker Bundesliga-Spiel könnte am Samstagabend damit nicht vor wie geplant 11.000 Zuschauern stattfinden.

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Abstimmung mit dem Landeszentrum

Der Maßnahmenkatalog muss laut Vorgabe der Corona-Schutzverordnung von den Städten mit dem Landeszentrum für Gesundheit und der Bezirksregierung abgestimmt werden, bevor er Wirksamkeit entfalten kann. „Wir haben unsere Planungen am Freitag den übergeordneten Behörden mitgeteilt“, sagte Wolterhoff. „Dort werden sie derzeit geprüft. Es gab heute Früh Abstimmungsgespräche mit dem Landesgesundheitsministerium, das am Montagmorgen eine verbindliche Aussage treffen wird.“ Erst nach Veröffentlichung der Allgemeinverfügung werden die Regelungen rechtlich bindend sein.

„Die Ampel steht in Gelsenkirchen auf gelb“, sagte Welge:. „Unser Ziel muss es sein, Einschränkungen so weit wie möglich zu vermeiden.“ Sie appellierte an alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener, sich an die Hygieneregeln zu halten: „Halten Sie Abstand, helfen sie mit, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen.“

Kommunaler Ordnungsdienst ist verstärkt unterwegs

Da in der Vergangenheit insbesondere größere Feiergesellschaften lokal maßgeblich zum Infektionsgeschehen beigetragen haben, ist die Stadt an diesem Wochenende verstärkt mit dem Kommunalen Ordnungsdienst in den Veranstaltungsräumen in Gelsenkirchen unterwegs, um auf die Einhaltung der auch derzeit schon geltenden Regeln sowie auf die Pflicht, Gästelisten ordnungsgemäß zu führen, zu achten. Am gestrigen Freitagabend konnten dabei keine Verstöße festgestellt werden.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz errechnet sich, in dem alle gemeldeten Neuinfektionen der jeweils zurückliegenden sieben Tage addiert werden. Die Summe wird dann durch die Einwohnerzahl der Stadt geteilt. Danach wird dieser Wert mit 100 000 multipliziert. Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 drohen dem öffentlichen Leben in Gelsenkirchen neue, weiterreichende Einschränkungen. Da laut Corona-Schutzverordnung hierbei die vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Inzidenz-Werte die ausschlaggebenden sind, die geringfügig von den von den Städten erhobenen Werten abweichen können, wird am Montag auf der Homepage der Stadt nur noch dieser RKI-Wert aufgeführt.

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