IHK: ÖPNV muss besser, nicht billiger werden

Der Öffentliche Personennahverkehr muss besser, nicht billiger werden, fordert die Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen. Eine deutliche Ausweitung des Fahrplan-Angebots sei erforderlich.
Der Öffentliche Personennahverkehr muss besser, nicht billiger werden, fordert die Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen. Eine deutliche Ausweitung des Fahrplan-Angebots sei erforderlich.
Symbolbild: Didgeman auf Pixabay

 

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen sieht die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets und vergleichbarer Billigangebote im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kritisch. „Es ist nicht nachhaltig, eine dauerhafte und massive Senkung der Fahrpreise im ÖPNV zu fordern, aber die Frage offen zu lassen, wie die erforderliche Angebotsausweitung bei Bussen und Bahnen organisiert und finanziert werden sollen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel.

Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Kraftstoffpreise sieht der Hauptgeschäftsführer der IHK eine massive Vergünstigung der Bus- und Bahntickets nicht als Königsweg für eine Verkehrswende: „Wenn es nur um die Kosten geht, ist der ÖPNV bereits heute in der Regel günstiger als die Fahrt mit dem eigenen Pkw“, sagt Jaeckel. Viel wichtiger sei es, das ÖPNV-Angebot besser an den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen auszurichten. Die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel müssten in angemessenem Umfang auch weiterhin von den Nutzerinnen und Nutzern aufgebracht werden und dürften nicht immer stärker auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.

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IHK steht Drittfinanzierung des ÖPNV kritisch gegenüber

Vor diesem Hintergrund stehe die IHK auch der im Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung enthaltenen Drittfinanzierung des ÖPNV, etwa durch zusätzliche Unternehmensabgaben, kritisch gegenüber: „Die Unternehmen sind über die Gewerbe- und weitere Unternehmenssteuern bereits heute mittelbar an der Finanzierung des ÖPNV beteiligt“, so Jaeckel. Insofern spreche sich die IHK dafür aus, den erforderlichen Ausbau des ÖPNV-Angebotes weiterhin aus einem Mix von staatlichen Investitionen und Betriebskosten-Zuschüssen sowie den Fahrgeldeinnahmen der Nutzerinnen und Nutzer zu finanzieren.

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