Bei der Einweihung der Maßnahmen zur Regenwasserabkopplung an der Lukas-Kirche in Gelsenkirchen Hassel: Vertreterinnen und Vertreter der Emschergenossenschaft und der Kirchen-Gemeinde. Foto: Kirsten Neumann/EGLV

Lukas-Kirche: Regenwasser versorgt Bäume

Die evangelische Lukas-Kirchengemeinde in Buer-Hassel leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. An der Lukas-Kirche werden nun Bäume mit Regenwasser versorgt.

Sauberes Regenwasser landet noch zu häufig in der Kanalisation und damit in der Kläranlage. Dabei könnte es vor Ort zur Bewässerung und Kühlung der Umgebung genutzt werden. Wie das geht, zeigt die Lukas-Gemeinde in Buer-Hassel: Mit Fördermitteln der Emschergenossenschaft und des NRW-Umweltministeriums wurden die Dachflächen der Kirche, des Turms und des Vorplatzes für 93.000 Euro abgekoppelt. Nun kann das Nass von oben im Boden versickern. Ein Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

1.500 Quadratmeter Dachfläche

Anfang des Jahres sind rund um die Lukas-Kirche am Eppmannsweg in Buer-Hassel die Bagger gerollt, es wurde Erdreich bewegt, es wurden Gräben ausgehoben, Rohre verlegt. Nun sind die Bauarbeiten abgeschlossen, die einem Zweck dienen sollen: Das Regenwasser von den Dachflächen des Kirchengebäudes, des Kirchturms und des überdachten Vorplatzes von der Kanalisation abzukoppeln.

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Jetzt fließt das Regenwasser von rund 1.500 Quadratmetern nicht mehr über Regenrohre direkt in die Mischkanalisation. Sondern es wird über Mulden und Rinnen abgeleitet, kann im Boden versickern und damit ins Grundwasser gelangen. Dabei wird das Niederschlagswasser in Rigolen unter der Erde und teils oberirdisch zwischengespeichert und dient so auch der Bewässerung der Bäume auf dem Kirch-Gelände. Die Bäume, die so zusätzlich Feuchtigkeit aufnehmen können, haben dadurch eine gesteigerte Verdunstungsleistung – die Umgebung wird stärker gekühlt.

Folgen des Klimawandels sind spürbar

Das ist wichtig, denn auch in Gelsenkirchen sind die Folgen des Klimawandels spürbar: Weniger Niederschlag übers Jahr gesehen, Hitzestau in den Stadtquartieren, ein abnehmender Grundwasserspiegel. Mit der Zukunftsinitiative (ZI) „Wasser in der Stadt von morgen“ haben sich Emschergenossenschaft und Emscherkommunen 2014 auf den Weg gemacht, diese Herausforderungen zu meistern. „Unser gemeinsames Ziel ist eine nachhaltige, wasserbewusste Stadtentwicklung, die den natürlichen Wasserkreislauf und die Stadtnatur stärkt“, sagt Andreas Giga, Leiter der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei der Emschergenossenschaft. Um das zu erreichen sollen zum Beispiel Flächen entsiegelt, Regenwasser abgekoppelt oder Dächer und Fassaden begrünt werden. Wasser, das so gespeichert wird, bewässert, verdunstet und kühlt vor Ort.

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Maßnahmen, die vom Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRIS) der Ruhr-Konferenz des Landes gefördert werden. Unter dem Dach der Zukunftsinitiative setzen Kommunen und Emschergenossenschaft damit Bauprojekte zur Klimaanpassung um. Wie das an der Lukas-Kirche, das mit rund 93.000 Euro von Emschergenossenschaft und Land unterstützt wurde. Über die 100-Pozent-Förderung freut sich die Gemeinde. Denn die baulichen Veränderungen bringen nicht nur ökologische Vorteile mit sich, sondern auch finanzielle: „Wir sparen Niederschlagsgebühren ein“, sagt Baukirchmeister Jürgen Schlöhlein. „Und der tolle Nebeneffekt: Die Bäume auf dem Kirchvorplatz werden zusätzlich bewässert.“

Rund 1.450 Kubikmeter Niederschlag pro Jahr

Um das Regenwasser von den Dächern der Kirchengebäude versickern zu lassen, endet ein Fallrohr jetzt beispielweise in einer gepflasterten Rinne statt im Gully. Und die gepflasterte Rinne wiederrum führt zu einer Mulde auf der Wiese, wo das Wasser versickern kann. Solche Mulden sind rechts und links der Kirche auf der umgebenden Rasenfläche geschaffen worden, darunter liegen die Rigolen: Kästen, in denen das Wasser gespeichert und langsam an die Baumwurzeln und ins Grundwasser abgegeben wird. An anderer Stelle wird das Regenwasser unterirdisch über Rohrleitungen zu Rigolen geführt, die die Bäume auf dem Vorplatz bewässern. Durch diese Baumaßnahmen werden nun rund 1.450 Kubikmeter Niederschlag pro Jahr dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

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