Die Markthalle in Buer vor dem Neustart 2020

Noch wird gearbeitet: Die Markthalle in Buer vor dem Neustart –Foto: André Przybyl

Markthalle in Buer vor dem Neustart

Mit hohen Erwartungen blickt Buer dem Neustart der Markthalle entgegen. Im August soll denn’s Biomarkt den Anfang machen, zwei Gastronomien könnten im Herbst folgen.

Einst war sie Anziehungspunkt für Bueraner und Besucher der umliegenden Städte: die Markthalle. Hier trafen sich die Menschen auf einen Kaffee, zum Essen und zum Einkauf, abends war feiern angesagt. Doch dann bestimmten Leerstand und Verfall das Gebäude am Marktplatz. Nun soll der alte Glanz zurückkehren, zumindest wenn es nach Investor Thomas Bernau geht. Die Erwartungen von Politik, Einzelhandel und Bevölkerung sind hoch – doch noch sind nicht alle Verträge in trockenen Tüchern. Mitte August steht die Markthalle in Buer vor dem Neustart.

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„Die Entwicklung und Neubelebung der Markthalle ist für den Einkaufsstandort Buer äußerst erfreulich und wertet den Standort deutlich auf“, teilt Stadtrat Dr. Christopher Schmitt auf Anfrage von Hallo Buer mit. „Zusammen mit anderen positiven Entwicklungen führen sie zu einem großen Plus an Attraktivität für Buer.“

Markthalle ist eine Bereicherung für Buer

Auch Citymanagerin Aylin Gimmerthal zeigt sich überzeugt, dass die Markthalle eine Bereicherung für Buer wird. „Früher hat sie nicht nur Bueraner, sondern auch viele Besucher von Außerhalb in die Innenstadt gelockt“, erklärt Gimmerthal. Einen ähnlichen Effekt erhofft sie sich von der Neueröffnung. „Ich finde das Konzept gut und bin mir sicher, dass wieder mehr Leben in Buer einkehren wird.“ Ähnlich positiv sehe es auch die Bevölkerung sowie der Einzelhandel, der die Markthalle nicht als Konkurrenz empfinden würde. „In Gesprächen habe ich durchweg positive Rückmeldungen erhalten – jeder wartet nur darauf, dass es endlich losgeht.“ 

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Mit Freude blickt auch Marlies Siebenhauer der Eröffnung entgegen. „Ich kann es kaum glauben“, erklärt die Bueranerin. „Ich wohne gegenüber und war dort früher gerne essen und einkaufen.“ In der Markthalle habe es „exotische“ Lebensmittel gegeben, die andernorts in Buer nicht erhältlich waren. Sie zeigt sich überzeugt, dass das Angebot genutzt wird. „Skeptisch bin ich allerdings, ob sich der Biomarkt hält – davon haben wir schließlich in Buer bereits einen.“

Markthalle und Wochenmarkt ergänzen sich

Skepsis überwiegt indes bei einer älteren Dame aus Buer, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Ich freue mich zwar, dass es weitergeht“, führt sie näher aus. „Allerdings glaube ich nicht, dass sich die Geschäfte lange halten.“ 40 Jahre lang habe sie auf dem Wochenmarkt Blumen verkauft. „Ich wurde öfter gefragt, ob ich in die Markthalle gehen wolle – jedoch waren mir immer die Mieten zu hoch“, erinnert sie sich.

In dritter Generation verkauft Andreas Wojda Obst und Gemüse auf dem Burschen Wochenmarkt. „Als die Markthalle 1999 eröffnet wurde, hatten wir dort ein Geschäft“, erzählt der gebürtige Bueraner, der mittlerweile in Dorsten lebt. Nach sechs Jahren seien Miete und Nebenkosten allerdings zu hoch geworden, sodass der Laden aufgegeben wurde. „Ich freue mich, dass es jetzt endlich weitergeht“, sagt Wojda. „Es hat lange gedauert.“ Er glaubt, dass sich Wochenmarkt und das Angebot in der Markthalle ergänzen. „Ich sehe uns nicht als Konkurrenten.“ Auch der geplanten Kombination aus Gastronomie und Biomarkt steht Wojda positiv gegenüber. „Ich hoffe nur, dass bald die Gastronomie ebenfalls startet – gerade die war immer eine Bereicherung für Buer.“

Gespräche zwischen Gastronomen und Investor

Und tatsächlich laufen aktuell Gespräche zwischen Gastronomen und Investor Thomas Bernau: Nach Auskunft von Gastronom Uwe Suberg könnten Ende Oktober oder Anfang November auf insgesamt 500 Quadratmetern zwei Restaurants im Erdgeschoss der Markthalle eröffnen. „Noch sind keine Verträge unterschrieben, aber die Verhandlungen laufen gut“, erklärt Suberg, der bereits Restaurants in Recklinghausen und Haltern am See betreibt. Laut Suberg seien ein asiatisches Restaurant sowie ein Ganztages-Konzept im Gespräch. Das Obergeschoss solle erst im Frühjahr kommenden Jahres entwickelt werden. „Wir wollen noch die Corona-Entwicklungen im Winter abwarten, bevor wir hier loslegen“, betont Gastronom Suberg.

Als erster Mieter soll denn’s Biomarkt am 13. August eine Filiale in der Markthalle eröffnet, wie das Unternehmen mitteilte. Das Unternehmen wurde 2003 in Bayern gegründet. Mit heute über 300 Märkten in Deutschland und Österreich gehört denn’s nach eigenen Angaben zu den führenden Bio-Facheinzelhändlern im deutschsprachigen Raum.

Eröffnung für 13. August geplant

„Die Lage unseres neuen Biomarkts in Gelsenkirchen-Buer ist für uns ein besonders attraktiver Standort“, erklärt Corina Vockenberg, Regionalleitung bei denn’s Biomarkt für Nordrhein-Westfalen. „Inmitten eines florierenden Stadtviertels verspricht der Charme der alten Markthalle eine besondere Einkaufsatmosphäre.“ Die Umbauarbeiten im Marktinnern seien bereits abgeschlossen.

„Bis zur Eröffnung am 13. August wird der neue denn’s Biomarkt nun schrittweise mit Leben gefüllt und die Fassadenarbeiten werden beendet“, führt Vockenberg näher aus. Auf rund 550 Quadratmetern bietet der Markt dann Bio-Lebensmittel, ökologische Drogeriewaren und Naturkosmetik an. Ebenfalls im Geschäft zu finden ist eine Filiale der Bäckerei Back Bord, die in Buer bereits auf der Hochstraße vertreten ist.

Stadt entwickelt Marktplatz weiter

„Mit der Eröffnung des Biomarktes wird jetzt ein wichtiger Schritt getan, denn der Einzug der Biomarktkette ins Erdgeschoss der Markthalle bedeutet aus Sicht der Wirtschaftsförderung eine Ideallösung“, sagt Dr. Christopher Schmitt. „Ich bin glücklich darüber, dass mit den Plänen des Eigentümers eine wertige und attraktive Nachnutzung der Markthalle Realität geworden ist.“ Die  Stadt werde sein weiteres Vorhaben in der Markthalle konstruktiv begleiten.

Gleichzeitig habe die Stadt damit begonnen, das Marktumfeld und das Marktangebot aufzuwerten. „Denn zu einer funktionierenden Markthalle gehört auch ein funktionierendes Umfeld“, erklärt Stadtrat Schmitt. Daher werde der Marktplatz von der Stadt weiterentwickelt. „Ein Beispiel dafür ist der Robinienhof, der schon jetzt als zusätzlicher Platz für das Marktgeschehen genutzt wird“, führt Schmitt weiter aus. „Hier soll künftig auch ein Gastronomieangebot zu finden sein.“

André Przybyl

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