Turmuhr Buer

Mithilfe eines Hubsteigers wurden die Uhrenanzeiger abgeschraubt. Foto: Stadt Gelsenkirchen

Die Turmuhr am Rathaus Buer ist defekt. Jetzt soll der Zeitmesser repariert werden. Doch dafür mussten zunächst die Zeiger entfernt werden.

Seit fast 67 Jahren geht die Turmuhr des Rathauses Buer mit der Zeit – vor wenigen Wochen verweigerten die Zeiger an der Nordseite in Richtung Busbahnhof jedoch plötzlich ihren Dienst. Auch eine gründliche Reinigung konnte sie nicht wieder zum Zeit-Anzeigen bewegen: Der Grund ist nämlich ein defektes Uhrwerk. Und dies soll nun in der Uhrenmacherei der Firma Ed. Korfhage & Söhne in Osnabrück, die die Uhr einst auch baute, repariert werden.

Ziffernblatt in 52 Metern Höhe

Da die Ziffernblattmitte der Uhr jedoch in schwindelerregender Höhe von 52 Metern über dem Erdboden angebracht ist, lässt sich das Uhrwerk nicht mal eben so im Handumdrehen auswechseln. Die von der Stadt Gelsenkirchen beauftragte Firma Korfhage brachte deshalb am Donnerstag, 29. Oktober, gleich einen Hubsteiger mit, um die goldüberzogenen Kupferzeiger von der Uhr abzumontieren, denn erst danach ließ sich das Uhrwerk – eins von vieren – auf der Turminnenseite für die Reparatur entfernen.

Werbung
Neues Ruhr-Wort

Die abmontierten Zeiger – der Minutenzeiger ist 16 Zentimeter breit und 2,70 Meter lang, der Stundenzeiger immerhin genau zwei Meter lang – wurden vom Hubsteiger aus durch die abmontierten Kacheln des Ziffernblattes in den Turm geschoben. Eine Millimeterarbeit, die Peter Lachmann und Dmitrij Sycev von der Firma Korfhage und Trudbert Obert, der den Hubsteiger trotz starker Winde lenkte, gut und schnell bewältigten: Nach knapp anderthalb Stunden waren die Uhrenzeiger abgeschraubt. Die Zeiger sollen nun zwei bis drei Wochen im Inneren des Rathausturms verbleiben, bis das Uhrwerk aus der Reparaturwerkstatt seinen Weg zurück nach Buer gefunden hat.

Wunderwerk neuzeitlicher Uhrmacherkunst

Danach geht die Turmuhr dann hoffentlich wieder sekundengenau wie bei der Einweihung am 12. Dezember 1953, von der Journalisten seinerzeit schwärmten: „Diese neue Uhr hat ein vollelektrisches Gangwerk, vollelektrisch ist auch das Schlagwerk, und die Rathausuhr hat ein eigenes Rechenschlag- und Nachlaufwerk, das alle Fehler – die einmal durch Stromausbleiben entstehen können – automatisch regulieren kann.“ Das „Wunderwerk neuzeitlicher Uhrmacherkunst“ ersetzte seinerzeit die alte Turmuhr, die während des Krieges beschädigt worden war.

Werbung
Menü
%d Bloggern gefällt das: