Schalkes neuer Trainer Dimitrios Grammozis: Viel von Otto Rehhagel abgeschaut. Foto: Rabas

Rehhagel wünschte Grammozis für Schalke-Job viel Glück

Dimitrios Grammozis startete mit einem Unentschieden in seinen Schalker Trainer-Job – damit ist er im Vergleich zu seinen Vorgängern in dieser Saison schon im Vorteil.

Denn David Wagner (0:8 in München), Manuel Baum (0:4 in Leipzig), Huub Stevens (0:1 gegen Bielefeld/1 Spiel) und Christian Gross (0:3 bei Hertha BSC Berlin) hatten zum Auftakt ihrer Schalker Trainer-Missionen in dieser Saison jeweils Niederlagen zu verbuchen.

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Trotzdem: Das 0:0 gegen Mainz hilft Schalke natürlich überhaupt nicht weiter, im Gegenteil: Sportchef Peter Knäbel bestätigte, dass der Schwerpunkt der Planungen spätestens ab jetzt Richtung Zweite Bundesliga laufen würden.

Vorgänger ganz bewusst nicht kontaktiert

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Planungen ist Dimitrios Grammozis: Der 42-Jährige wurde in dem Bewusstsein verpflichtet, dass Schalkes Zukunft zumindest in der kommenden Saison in der Zweiten Liga sein wird. Im Interview mit Sport1 denkt Grammozis aber zumindest öffentlich noch nicht so perspektivisch, sondern beschäftigt sich in erster Linie mit der Gegenwart: “Die Planung für die nächste Saison macht vor allem der Verein, aber natürlich tauschen wir uns aus. Ich bin aber insbesondere dafür zuständig, die Mannschaft bestmöglich auf das nächste Spiel vorzubereiten.”

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Seine Schalker Trainer-Vorgänger hat der neue S04-Chefcoach bei seinem Amtsantritt ganz bewusst nicht kontaktiert, auch nicht seinen direkten Vorgänger Christian Gross: ” Ich wollte mir selbst ein Bild von der Situation machen und ohne Vorurteile in den neuen Job gehen. Jeder Trainer hat schließlich seine eigene Herangehensweise, deshalb lässt sich das schwer verbinden. Die Jungs machen echt einen guten Eindruck auf mich, trotz der schwierigen Situation. Es ist eine Aufbruchsstimmung zu spüren.”

“Es sieht nicht schön aus”

Dass der offenbar schlechte Schalker Fitness-Zustand gegen Mainz nach dem Spiel in aller Munde war, ist Grammozis nicht entgangen: “Es sieht nicht schön aus, wenn zwei, drei Spieler auf dem Boden liegen und sich dehnen müssen, um das Spiel durchzustehen. Aber die Jungs haben Charakter gezeigt. Was in der Vergangenheit passiert ist, kann ich nicht bewerten. Jeder Trainer hat seine eigene Spielidee und lässt auch entsprechend trainieren. Wir werden so arbeiten, damit wir wieder die nötige Intensität für unsere Ideen auf den Platz. Ich finde, dass die Mannschaft gegen Mainz gerade in der ersten Halbzeit einen guten Eindruck gemacht hat. Sie hat den richtigen Willen gezeigt und alles reingehauen. Die Jungs waren richtig kaputt. Aber wir müssen hier nichts schönreden: Es gibt vor allem offensiv Verbesserungsbedarf. Insgesamt müssen die Jungs auch wieder mutiger sein, die Tiefe suchen und selbstbewusst ins Eins-gegen-Eins gehen. Ich bin guter Dinge, dass wir das hinbekommen.”

Viel von Rehhagel abgeschaut

Gegenüber Sport1 verrät Grammozis außerdem, dass ihn von all seinen Trainern in seiner Profi-Karriere vor allem Otto Rehhagel, der ihn nach Kaiserslautern geholt hatte, am meisten geprägt habe: “Seine Menschenführung ist einzigartig. Er ist mit sehr viel Empathie mit uns Spielern umgegangen, wusste aber auch, die Zügel im richtigen Moment wieder anzuziehen. Er hat uns in jeder Einheit und vor jedem Spiel gepackt. Ich habe mir viel von ihm abgeschaut.” Beide stehen auch heute noch in Kontakt. Rehhagel, so Grammozis, habe ihm direkt nach seinem Amtsantritt auf Schalke “eine nette SMS geschrieben und viel Glück gewünscht”.
Nicht nur Rehhagel weiß: Das kann Grammozis auf Schalke gut gebrauchen!

Norbert Neubaum
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