Bastian Oczipka (Archiv-Foto): Mit seinen Schalker Mannschaftskollegen beim 0:4 in Leipzig chancenlos. Foto: Rabas

Schalke 0:4 – chancenlos in Leipzig

Es bleibt auch ohne “Geisterspiel” gruselig: Auch im ersten Pflichtspiel vor Zuschauern seit dem 1:1 gegen Hoffenheim am 7. März in der Veltins-Arena hoffte Schalke vergeblich auf die Wende.

Am Tag der deutschen Einheit gab es bei RB Leipzig eine 0:4 (0:3)-Niederlage. 8.500 Zuschauer sahen in der Red-Bull-Arena eine Schalker Mannschaft, die nach dem ersten Gegentor in der 30. Minute komplett überfordert war. Die Premiere von Schalkes neuem Trainer Manuel Baum ging gewaltig in die Hose – was man ihm aber nicht in die Schuhe schieben darf. Denn bei Licht betrachtet war die Hoffnung auf einen Schalker Überraschungserfolg auch eher der verwegene Blick durch die königsblaue Brille.
Dass Baum durchaus entscheidungsfreudig ist, bewies er schon vor dem Spiel – und vor allem in der Halbzeit: Da wechselt er nämlich Torhüter Ralf Fährmann raus, der an allen drei Gegentoren schuldlos war. Fährmann, meldete Schalke prompt, habe sich eine Muskelverletzung zugezogen.

Serdar wieder verletzt raus

Frederik Rönnow stand ab der 46. Minute zwischen den Pfosten und bekam damit seinen Wunsch, nach der Ausleihe von Eintracht Frankfurt mehr Spielpraxis zu kriegen, relativ früh erfüllt. In der Schalker Startelf standen mit Salif Sané, Alessandro Schöpf, Suat Serdar und Matija Nastasic, die gegen Werder Bremen (1:3) nicht zur Startformation gehört hatten.
Für Suat Serdar war der Auftritt in Leipzig ein kurzes Vergnügen: Nach 20 Minuten zog er sich bei einem unspektakulär ausschauenden Zweikampf erneut eine Verletzung zu, der Nationalspieler musste ausgewechselt werden – und Schalke wird sich nun die Frage gefallen lassen müssen, ob das Comeback des Mittelfeldspielers, der sich beim ersten Saisonspiel in München verletzte hatte, dann nicht doch etwas zu früh kam.  Für Serdar kam Can Bozdogan ins Spiel, während Sebastian Rudy weiter draußen bleiben musste.

Fährmann ausgewechselt

Und Bozdogan Start ins Spiel hätte nicht unglücklicher verlaufen können.
Denn nach einer halben Stunde bugsierte er bei einem Rettungsversuch den Ball zur Leipziger 1:0-Führung ins Schalker Tor – allerdings hätte sein direkt neben ihm stehenden Leipziger Gegner den Ball sonst wohl sicher verwandelt.
Bis dahin hatte Schalke das Geschehen zumindest in der Defensiv einigermaßen im Griff. Leipzig fand lange gegen das Schalker Bollwerk kein Mittel, im Spiel nach vorn fanden die Gäste indes allerdings überhaupt nicht statt.

Nach dem 1:0 völlig überfordert

Ab dem 1:0 konnte sich Leipzig das Tabellen-Schlusslicht dann so zurechtlegen, wie es die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann wollte. Schalke fiel wie so oft nach einem Gegentor beinahe wie ein Kartenhaus zusammen, die Gegentreffer zwei und drei (Angelino/35., Orban/45.) waren der logische und verdiente Ausdruck der Leipziger Überlegenheit und Schalker körperlicher und mentaler Langsamkeit.
Schalkes erste Torchance hatte Can Bozdogan in der 54. Minute, der Leipzigs Torhüter Peter Gulasci mit einem Linksschuss prüfte. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Messe natürlich schon längt gelesen. Schalke profitierte nun davon, dass Leipzig die Sache nun offenbar nicht mehr ganz so ernst nahm und mehrere gute Torchancen liegenließ, die zum Teil auch von Rönnow vereitelt wurden.

Seit 19 Bundesliga-Spielen sieglos

Vor allem bei einem Freistoß von Nkunku hatte der Däne das Glück des Tüchtigen. Den Elfmeter zum Leipziger 4:0 durch Halstenberg nach Handspiel von Nastasic (70.) hätte er sogar auch noch fast pariert, aber halt nur fast.
Manuel Baum, an der Seitenlinie ständig mit Anweisungen an die Spieler beschäftigt, hat nun endgültig die Gewissheit, dass er mit dieser Mannschaft noch sehr viel Arbeit hat. Zwei Wochen hat er nun Zeit, um an einer Formation zu feilen, die dann gegen Union Berlin endlich die ersten Saisonpunkte einfahren kann. Das ist möglicherweise ein Gegner, mit dem sich Schalke messen kann. Leipzig war defintiv eine Nummer zu groß für die saisonübergreifend seit nun 19 Bundesliga-Spielen sieglosen Schalker.
Norbert Neubaum
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